19.08.2020 - 14:40 Uhr
KonnersreuthOberpfalz

Professor Wolfgang Vogl: "Täglich mit Konnersreuth verbunden"

Wiedersehensfreude herrschte am Dienstag in Konnersreuth. Der frühere Ortspfarrer Professor Dr. Wolfgang Vogl führte den Resl-Gebetstag an und ließ dabei mit einem Bekenntnis aufhorchen.

Professor Dr. Wolfgang Vogl (rechts) war Hauptzelebrant und Prediger beim jüngsten Resl-Gebetstag in der Konnersreuther Pfarrkirche. Links im Pater John Gali vom Kloster Fockenfeld.
von Josef RosnerProfil

Siebeneinhalb Jahre war Wolfgang Vogl als Pfarrer in Konnersreuth tätig, bis er im Februar 2013 nach Augsburg wechselte, um dort Theologie zu lehren. Noch heute pflegt der Geistliche beste Beziehungen zur Pfarrgemeinde und kommt mehrmals jährlich auf Besuch nach Konnersreuth. Als Hauptzelebrant und Prediger führte er am Dienstag den jüngsten Gebetstag um die Seligsprechung von Therese Neumann an. "Ich bin täglich mit Konnersreuth im Gebet verbunden", sagte Wolfgang Vogl gleich zu Beginn des Gottesdienstes, der von einem kleinen Ensemble des Kirchenchores und von Matthias Schraml an der Orgel musikalisch begleitet wurde.

Zuletzt war Domvikar Andreas Albert zu Gast beim Resl-Gebetstag

Konnersreuth

Begrüßt wurden die Gläubigen in der Pfarrkirche von Pater John Gali, dem Urlaubsvertreter von Pater Benedikt Leitmayr. Gali dankte Professor Vogl für sein Kommen. Der Gast aus Augsburg betonte: "Ich freue mich sehr, wieder bei Ihnen sein zu dürfen, in meiner alten Heimat." Er bedauerte, dass er seinen Platz im Beichtstuhl wegen der Corona-Pandemie nicht habe einnehmen können und bat die Gläubigen auch in schwieriger Zeit um das Vertrauen auf das Gebet.

In seiner Predigt ging er auf die Gottesfurcht von Therese Neumann ein. "Ich will dem Heiland eine Freude machen", zitierte Professor Vogl die Resl. Weiter verwies er auf zahlreiche Briefe und Widmungen auf Andachtsbildern, in denen die Resl folgendes geschrieben habe: "Wir wollen den lieben Heiland recht gern haben und ihm viel Freude  bereiten!" Damit habe Therese Neumann gemeint, dass man Jesus nicht durch die Sünde traurig machen dürfe, sondern ihm durch vertrauensvolle Hingabe und Liebe Freude bereiten solle.

Trost durch Liebe

Durch ihre Passionsekstasen habe Therese Neumann wie kaum ein anderer Mensch erfahren, wie sehr die Sünde Gott weh getan habe. Darum habe sie ihn durch ihre Liebe trösten wollen - wie zuvor schon die heilige Therese von Lisieux oder die heilige Teresa von Avila, die Jesus als ihren Freund angesehen habe, den man keinen Augenblick lang gleichgültig vernachlässigen wolle. In der Sprache des Glaubens heiße eine solche Haltung "Gottesfurcht", so Vogl. "Diese Haltung ist kindlich, weil sie sich an den Kindern orientiert, die ihren Eltern durch Böses keinen Kummer, sondern durch ihr Gutsein und ihre Liebe Freude bereiten möchten. In ähnlicher Weise möchten auch die Gotteskinder Gott nicht durch Sünden traurig machen, sondern ihm vielmehr Freude bereiten durch Glauben, Hoffen und Lieben. In dieser Haltung der kindlichen Gottesfurcht will man nicht aus Angst vor Gott die Sünde vermeiden, sondern kann aus Liebe zu Gott nicht mehr sündigen." Therese Neumann habe zutiefst begriffen, dass der Mensch das Geschöpf sei, das Gott Freude zu bereiten vermöge.

Ein Kind im Sinne des Heilands

"Wenn jeder bei all seinem Denken und Tun den Heiland mit seiner Erlöserliebe und seinem Leiden vor Augen hätte und wenn jeder ahnen würde, wie hässlich die Verachtung Gottes, wie schön und freudevoll für den Himmel aber seine Umkehr zu Gott ist, dann würde wohl niemand mehr sündigen", so Vogl. "Lernen wir von Therese Neumann wieder den kindlichen Geist der Gottesfurcht!" Pfarrer Joseph Naber habe einmal über Therese Neumann gesagt: "Sie war ein echtes Kind im Sinne des Heilands." Der Lohn der Gottesfurcht sei groß, so Vogl. "Er ist die Freude, die in uns selbst zurückbleibt, wenn wir sie Gott bereiten." Abschließend rief Vogl die Gläubigen auf, Gott und Jesus Freude zu machen, so wie es einst auch die Resl gemacht habe.

Die sonst übliche Lichterprozession nach dem Gottesdienst musste wegen der Corona-Pandemie erneut ausfallen, stattdessen fand wieder eine eucharistische Anbetung in der Pfarrkirche statt.

Professor Dr. Wolfgang Vogl.
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