23.12.2020 - 14:38 Uhr
KonnersreuthOberpfalz

Die Resl und der heilige Josef: Geprägt durch Gerechtigkeit

Der aus Pechbrunn stammende Bischofskaplan Michael Dreßel führte den jüngsten Resl-Gebetstag in Konnersreuth als Zelebrant und Prediger an. Dabei zog er eine Parallele zwischen dem heiligen Josef und Therese Neumann.

Bereits zum dritten Mal predigte Bischofskaplan Michael Dreßel (rechts) beim Resl-Gebetstag in der Konnersreuther Pfarrkirche. Links im Bild Pfarrseelsorger Pater Benedikt Leitmayr.
von Josef RosnerProfil

Fast ein Heimspiel hatte beim jüngsten Gebetstag um die Seligsprechung von Therese Neumann der Hauptzelebrant und Prediger Michael Dreßel. Der gebürtige Pechbrunner ist seit 2006 Bischofskaplan in der Diözese Regensburg. Das Abitur machte er einst an der Spätberufenenschule Fockenfeld, 2004 wurde er zum Priester geweiht. Nun führte er bereits zum dritten Mal den Resl-Gebetstag in Konnersreuth an. Musikalisch wurde der Gottesdienst von Matthias Schraml an der Orgel umrahmt.

Pfarrseelsorger Pater Benedikt Leitmayr hieß die Gläubigen willkommen, die diesmal allesamt Mund-Nase-Bedeckungen trugen. Über den Besuch seines einstigen Fockenfelder Schülers zeigte sich Leitmayr natürlich erfreut.

Michael Dreßel kam gleich zu Beginn seiner Predigt auf die aktuelle Corona-Lage zu sprechen. Die Vorbereitung auf das Weihnachtsfest verlaufe daher etwas eigenartig. "Wir werden heuer Weihnachten anders als sonst feiern, aber vielleicht mit einem ganz besonderen Herzen und vielleicht auch inniger", meinte Dreßel.

Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen betrachtete der Kaplan das Weihnachtsfest aus verschiedenen Perspektiven, so wie es in den verschiedenen Evangelien niedergeschrieben ist. Wichtig sei ihm die Gerechtigkeit und er verwies auf den heiligen Josef, der ein gerechter Mann gewesen sei. "Frömmigkeit, Gerechtigkeit und Glaube sind nicht etwas Privates, sondern etwas Öffentliches. Gerechtigkeit ist nur da, wo die Welt offen für Gott ist", sagte Dreßel. Als der heilige Josef einst erfahren habe, dass Maria ein Kind erwartet, sei das für ihn schlimm gewesen, da er ja nicht der Vater war. "Josef hätte Maria verlassen und bloß stellen können. Josef aber wählte einen anderen Weg, eine menschlichere Form", so Dreßel. "Er wollte Maria, seine zukünftige Frau in aller Stille verlassen. Aber Josef hörte auf Gott und auf die Gerechtigkeit." Die Welt sei damals auch nicht gerechter gewesen als heute. "Die Gerechtigkeit hat Josef geprägt, er blieb bei Maria", so der Prediger.

Wie Michael Dreßel betonte, sei der heilige Josef ein gerechter Mann gewesen - und ebenso sei auch die Konnersreuther Resl von Gerechtigkeit geprägt gewesen, wie ihr Einsatz gegen die Nazi-Diktatur bewiesen habe. "Die Resl stellte sich gegen die Ungerechtigkeiten der damaligen Zeiten, so wie es einst der heilige Josef getan hat."

Zum Abschluss seiner Predigt zeigte sich Dreßel überzeugt, dass nur Gott diese Welt erlösen könne. "Er ist es, der die Welt des Menschen erschaffen hat und sie auch erlösen kann. Die Resl hat die Leiden Jesu am eigenen Leib erfahren. Der heilige Josef und die Resl sind Wegweiser und Begleiter für unser Leben."

Im November hatte Pater Benedikt Leitmayr den Gebetstag als Zelebrant und Prediger angeführt

Konnersreuth
Seit 2006 ist der gebürtige Pechbrunner Michael Dreßel Bischofskaplan in der Diözese Regensburg.
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