17.02.2019 - 16:16 Uhr
KonnersreuthOberpfalz

Rosenbühl von Stromleitungen umringt

Der Süd-Ost-Link bei Rosenbühl wird sich einen anderen Weg suchen müssen. "Wir werden Trasse so nicht zulassen", verspricht Bürgermeister Max Bindl - und bittet dafür um Unterstützung.

Die kleine Ortschaft Rosenbühl soll sowohl nördlich, als auch östlich von der Trassenführung des SuedOstLink beeinträchtigt werden. Dagegen formiert sich nun massiver Widerstand, wobei die Rosenbühler den Konnersreuther Marktrat auf ihrer Seite wissen. Ziel ist es, die mögliche Trassenführung rund um das Dorf zu verhindern.
von Josef RosnerProfil

Quer durch alle Fraktionen im Marktrat wird der Trassenverlauf der Hochspannungsleitung im Bereich Rosenbühl abgelehnt. Das kleine Dorf an der Staatsstraße von Konnersreuth nach Mitterteich soll laut den Planungen zur Trassenführung komplett betroffen sein. Bürgermeister Max Bindl nannte es völlig unverständlich, dass die Trasse im dortigen Bereich zweimal die Staatsstraße 2176 und die Kreisstraße TIR 15 queren soll. Bindl will demnächst eine Versammlung für die Rosenbühler zum Trassenverlauf durchführen. Dabei soll es auch um mögliche Proteste gehen.

Zu nah an Bebauung

Rosenbühls Ortssprecherin Melanie Männer fragte, "soll ich jetzt eine gelbe Weste anziehen, ein Pfeiferl in den Mund nehmen und auf die Straße gehen?" Max Bindl bat die Bürgerinnen und Bürger des Dorfes, dass sie die Marktgemeinde bei ihrem Protest unterstützen. Zur internen Information lag allen Markträten eine CD der Bundesnetzagentur bei, die den Trassenverlauf aufzeigt. Es ist erkennbar, dass der Trassenkorridor nördlich und östlich um Rosenbühl herumführt. Dort, so der Bürgermeister, befänden sich neben den landwirtschaftlichen Flächen auch Wasser- und Abwasserleitungen der Marktgemeinde und des Wasserzweckverbandes. Bindl nannte es nicht akzeptabel, dass die potenzielle Trasse derart nah an die Bebauung komme, wohingegen südlich der Staatsstraße, bis auf den kleinen Feuerlöschteich, kein Konfliktpotential vorhanden wäre.

Zusammenfassend stellte Bindl fest, dass vielfältige Gründe dagegen sprechen, dass die Trasse nördlich und östlich um Rosenbühl herumgeführt wird. Die Bayerischen Staatsforsten wurden aufgefordert, Waldflächen für den Trassenkorridor zur Verfügung stellen. "Unsere Marktgemeinde lehnt diese Trassenführung kategorisch ab", stellte Bindl unmissverständlich klar. Uwe Rosner (CSU) fragte vorwurfsvoll, "welche Gehirnblähung diesen Ingenieur getrieben hat, so etwas zu Papier zu bringen. Ich kann doch nicht Rosenbühl regelrecht mit Leitungen einkesseln." Reinhard Wurm (Freie Wähler) nannte die Planung schlicht und ergreifend eine Frechheit, "das können wir so nicht akzeptieren".

Planungen "hanebüchen"

Andreas Malzer (CSU) kritisierte ebenfalls die Planung der Bundesnetzagentur und sicherte die Unterstützung seiner Fraktion bei den Protesten zu. Edgar Wenisch nannte die Planungen hanebüchen, "so ein Trassenverlauf ist unmöglich". Wenisch nannte die neuesten Planungen gar einen Köder, damit die Bundesnetzagentur ihre ursprünglichen Planungen für den Trassenverlauf verwirklichen kann. "Wir werden dagegen Widerstand formieren", zeigte sich Bindl kämpferisch. Geschäftsleiter Markus Troesch betonte, dass die Trassenführung am Landratsamt Tirschenreuth öffentlich aufliegt. "Je mehr Input wir bekommen, desto mehr kann die Trassenführung in diesem Bereich bekämpft werden", war sich Troesch sicher.

Die Marktgemeinde hat bis zum 12. April Zeit, eine Stellungnahme abzugeben. Diese soll in der Marktratssitzung am 14. März beraten werden. Alle Markträte waren sich einig, "so lässt sich diese Trassenführung nicht verwirklichen".

Die kleine Ortschaft Rosenbühl soll sowohl nördlich, als auch östlich von der Trassenführung des SuedOstLink beeinträchtigt werden. Dagegen formiert sich nun massiver Widerstand, wobei die Rosenbühler den Konnersreuther Marktrat auf ihrer Seite wissen. Ziel ist es, die mögliche Trassenführung rund um das Dorf zu verhindern.
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