02.05.2019 - 10:17 Uhr
KonnersreuthOberpfalz

Sorge um Radon-Belastung

Wie groß ist die Radon-Belastung in öffentlichen Gebäuden in Konnersreuth? Diese Frage brachte die SPD per Antrag im Marktgemeinderat auf den Tisch. Ob und wann es Messungen gibt, ist derzeit noch offen.

Jugendbeauftragter und SPD-Marktrat Wolfgang Pötzl forderte eine Messung der Radon-Belastung in öffentlichen Gebäuden.
von Josef RosnerProfil

Wolfgang Pötzl stellte das Anliegen näher vor. Demnach komme das natürliche radioaktive Edelgas in erhöhter Konzentration in der Region vor, man befinde sich sogar in einer Risikoregion. Pötzl verwies auf Untersuchungen, wonach das Einatmen von Radon nach dem Rauchen die zweitgrößte Ursache für Lungenkrebs sei.

Pötzl erläuterte, dass Radongas durch Risse im Fundament oder den Kellerwänden, über Fugen zwischen Wänden und Fundamentplatte oder durch undichte Rohre und Leitungen in Gebäude eindringen könne. Weiter informierte Pötzl, dass seit 1. Januar 2019 ein neues Strahlenschutzgesetz in Kraft sei. Demnach dürfe in Räumen ein Wert von 300 Becquerel pro Kubikmeter nicht überschritten werden. Pro Messung entstünden zwar Kosten in Höhe von 100 bis 150 Euro, aber nach dem Vorliegen der Ergebnisse könnten mit einfachen Arbeiten die offensichtlichen Eintrittspfade problemlos abgedichtet werden.

Konkret fordert die SPD Messungen in öffentlichen Liegenschaften wie Kinderhaus, Grundschule mit Zentrum für Bildung und Soziales (ZBS) und Musikheim. Pötzl sah eine Fürsorgepflicht seitens der Gemeinde zur Vermeidung schwerer gesundheitlicher Schäden, vor allem bei Kindern. Die Kosten für die Messungen sollten im Haushaltsjahr 2020 mit eingeplant werden.

Bürgermeister Max Bindl berichtete von Gesprächen mit dem Umweltministerium, wonach das Thema ernst zu nehmen sei. Allerdings warnte er vor übereilten Schritten. Bislang gebe es vom Ministerium noch keinerlei Unterlagen oder Richtlinien, dies alles sei erst in Arbeit. Bindl sprach sich dafür aus, die Entwicklung abzuwarten. Geschäftsleiter Markus Troesch ergänzte, dass sich der Bayerische Gemeindetag mit der Thematik befasse und machte deutlich, dass keine Ängste geschürt werden sollten. Seiner Meinung nach müsse der Freistaat erst Risikogebiete festlegen, dies sollte abgewartet werden. "Ich finde den Antrag der SPD gut, wir sollten aber mit Ruhe und ohne Panik agieren", bemerkte Troesch. "Wir liegen im Kerngebiet des Radons", entgegnete Edgar Wenisch (SPD) und pochte auf die Fürsorgepflicht gegenüber den Bürgern.

Peter Andritzky schlug vor, zuerst die genauen Kosten für Messungen zu ermitteln und dann erneut zu entscheiden. Für diesen Vorschlag fand sich eine Mehrheit von 8:4 Stimmen. Für eine Umsetzung des Antrags hatten neben den SPD-Räten Edgar Wenisch und Wolfgang Pötzl auch Philipp Schwan und Alfons Haberkorn (CSU) gestimmt. Uwe Rosner (CSU) war in der Sitzung entschuldigt.

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