1,2 Millionen Euro wird die Marktgemeinde 2019 für die Schafferhof-Sanierung ausgeben und noch einmal 307.000 Euro für den musealen Teil. Den Eigenanteil am Gesamtprojekt bezifferte Bindl auf 574.000 Euro. Für die Jahre 2020/2021 ist die Sanierung des Resl-Hauses angedacht, erste Kostenschätzungen liegen bei 345.000 Euro.
Für 100.000 Euro erworben hat die Gemeinde das Gebäude des Kinderhauses „Mutter vom guten Rat“ von den Marienschwestern vom Karmel. Mit dabei ist auch eine Fläche für eine mögliche Erweiterung in den kommenden Jahren, so Bindl. Im Kinderhaus werden aktuell 78 Mädchen und Buben betreut, darunter acht Krippenkinder. 15 neue Gemeindebürger erblickten heuer das Licht der Welt. „Unsere Grundschule ist damit weiter gesichert.“
6500 Euro erwirtschaftet
Ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug Logistik für 125 000 Euro bekommt 2019 die Konnersreuther Feuerwehr. Für den Bauhof wird ein neuer Lader gekauft. In den Jahren 2019 und 2020 steht zudem die energetische Sanierung des Rathauses und der Schulturnhalle an. Am Ende seiner Rede blickte der Bürgermeister auf die Höhepunkte des Jubiläumsjahres zurück und zeigte dazu Fotos und NT-Zeitungsausschnitte. Den Erlös des Konnersreuther Bürgerfestes bezifferte er auf 6500 Euro.
"Gibt es schon nähere Infos wegen Fockenfeld?", wollte Thomas Wenisch zu Beginn der Fragerunde wissen. Bürgermeister Max Bindl bestätigte, dass Gespräche stattgefunden hätten. Details wollte er aber nicht nennen. "Es gibt noch nichts Konkretes", so Bindl. "Wir sind dabei, ein Konzept zu entwickeln."
Barbara Wenisch meldete sich mit einer ganzen Reihe von Fragen und Eingaben. Sie erkundigte sich nach dem Bau eines Radwegs nach Mitterteich und monierte, dass im Bereich der Umgehungsstraße bei den Abzweigungen zum Kloster und nach Pechbrunn zu schnell gefahren werde. Weiter bemängelte sie, dass es am Friedhof in den Abendstunden stockdunkel sei. Auch fragte sie, in welchem Zeitraum das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (Isek) umgesetzt wird. Bürgermeister Bindl erwiderte, dass Radwege nach Mitterteich und nach Waldsassen entstehen könnten. Verwirklichen wolle man dies möglichst zwischen 2019 und 2021 mit der Ikom Stiftland. Notwendig seien zunächst Grundstücksverhandlungen. Wegen einer Temporeduzierung auf der Umgehungsstraße wolle Bindl mit dem Staatlichen Bauamt sprechen. Die Beleuchtung auf dem Friedhof werde je nach Bedarf eingeschaltet. Zur Umsetzung der Isek-Planungen werde sich die Marktgemeinde 15 Jahre Zeit nehmen. Über die Schaffung eines verkehrsberuhigten Bereichs von der Schule bis zum Rathaus soll erst ab 2020 gesprochen werden.
Breiten Raum in der Versammlung nahm das Thema Baumfällungen ein. Barbara Wenisch kritisierte, dass die Aktionen am Therese-Neumann-Platz und beim Schafferhof nichtöffentlich beraten und beschlossen worden seien. Bürgermeister Bindl stellte klar, dass er entscheide, was öffentlich und was nichtöffentlich im Marktrat besprochen wird. Nach einiger Zeit, wenn die Gründe für die Geheimhaltung wegfielen, würden diese Beschlüsse dann öffentlich bekanntgegeben.
Bürger außen vor
Wolfgang Weiß fand es völlig unverständlich, dass der Birnbaum beim Schafferhof entfernt wurde. Bürgermeister Bindl entgegnete, dass man Schäden an der Fassade und die Verschmutzung der öffentlichen Fläche durch herunterfallende Birnen befürchtet habe. Hermann Malzer wunderte sich, dass es zuvor noch geheißen habe, dass der Baum unbedingt erhalten werden müsse. Der Baum wurde sogar mit einer Schalung geschützt. Wolfgang Weiß legte nach: "Der Baum wurde jahrzehntelang falsch behandelt und geschnitten, dennoch war er kerngesund. Einen solch mächtigen Baum gibt es in ganz Konnersreuth nicht", betonte Weiß und kritisierte ebenfalls die Entscheidung hinter verschlossenen Türen. "Der Bürger darf nichts wissen", schimpfte Weiß. Dazu meinte Guido Härtl: "Der Bürger hat in einem Bürgerentscheid auch entschieden, dass der Schafferhof abgerissen wird. Soviel zur Beachtung des Bürgerwillens." Das ging dem Bürgermeister zu weit: "Über das Thema brauchen wir jetzt nicht reden."
WC-Anlage länger öffnen
Otto Betzl kam auf die öffentliche WC-Anlage am Therese-Neumann-Platz zu sprechen. Diese sei bei Resl-Gebetstagen wie an ganz normalen Tagen schon ab 20 Uhr geschlossen, trotz der großen Besucherzahl. Betzl wusste von Anfragen vieler auswärtiger Gäste und bat um eine Änderung. Max Bindl sicherte eine Prüfung zu.
Barbara Wenisch bemängelte noch, dass der Internetauftritt der Marktgemeinde nicht auf dem neuesten Stand sei und bat darum, die Punkte der Marktratssitzungen dort rechtzeitig zu veröffentlichen. Nicht zuletzt kritisierte Marktrat Edgar Wenisch, dass für die Bürgerversammlung kein Info-Geheft wie in den vergangenen Jahren gedruckt wurde. Bürgermeister Max Bindl entschuldigte dies und nannte als Grund die Arbeitsfülle in der Verwaltung.
Dank der Stabilisierungshilfen kann die Marktgemeinde ihre Verschuldung deutlich senken, wie Bürgermeister Max Bindl sichtlich erfreut betonte. Zum Jahresende 2018 wird die Schuldenlast voraussichtlich noch 945.560 Euro betragen, zum 1. Januar dieses Jahres waren es noch 1,344 Millionen Euro - eine Verringerung um rund 30 Prozent. In seinen Ausführungen zu den Haushaltszahlen machte er deutlich, dass die Personalkosten heuer um rund 50.000 Euro auf jetzt 1,093 Millionen Euro klettern. Am meisten davon entfällt auf das Personal des Kinderhauses, dessen Defizit 271.000 Euro beträgt. Gestiegen ist die Gewerbesteuer auf nunmehr 340.000 Euro.

















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