22.02.2021 - 12:22 Uhr
KonnersreuthOberpfalz

Zweckverband Konnersreuther Gruppe: Hochwertiges Trinkwasser seit über 60 Jahren

Die Versorgung mit hochwertigem Trinkwasser ist heute für viele selbstverständlich. Doch vor einigen Jahrzehnten war das vielerorts noch ganz anders, wie der Blick in die Geschichte des Wasserzweckverbands "Konnersreuther Gruppe" zeigt.

Wasserwart Alfons Haberkorn (links) und Bürgermeister Max Bindl an einem Schaltpult im Pumphaus des Wasserzweckverbandes "Konnersreuther Gruppe".
von Josef RosnerProfil

Fast untergegangen ist im Zuge der Corona-Pandemie ein Jubiläum in der Marktgemeinde. Am 17. Dezember vergangenen Jahres ist der Wasserzweckverband "Konnersreuther Gruppe" 60 Jahre alt geworden. Feierlichkeiten waren coronabedingt gar nicht geplant worden, allerdings lieferten Bürgermeister Max Bindl und Wasserwart Alfons Haberkorn jetzt einen Rückblick und informierten über den aktuellen Sachstand.

Jährlich werden rund 90 000 Kubikmeter Wasser aus dem Groppenheimer Quellgebiet an die Haushalte in Konnersreuth, Wolfsbühl und Groppenheim geliefert. Das Wasser wird vom Pumphaus in Groppenheim aus zunächst zum Hochbehälter Lehenbühl gepumpt, von wo aus die rund 600 Haushalte bedient werden. Zusätzlich zum Wasser aus den drei Groppenheimer Quellen steuert die Steinwaldgruppe pro Jahr noch etwa 20 000 Kubikmeter bei, um den Bedarf zu decken.

"Der Bedarf an Trinkwasser ist da, die Versorgungssicherheit ebenfalls", betont Alfons Haberkorn, der seit 1990 für die Wasserversorgung zuständig ist. Zuvor stand Gottfried Richtmann in der Verantwortung. Bei dem Ortstermin zeigte sich Bürgermeister Max Bindl froh über die bestehende Versorgungssicherheit und machte deutlich, dass eine Einrichtung wie die Wasserversorgung auch künftig in kommunaler Hand bleiben müsse.

Knappheit mit schweren Folgen

Die Versorgung Konnersreuths mit Wasser stellte früher ein großes Problem dar. Besonders längere Trockenheit in den Sommermonaten und auch starker anhaltender Frost im Winter führte oftmals zu Wasserknappheit, was teils verheerende Folgen hatte. Wegen der geringen Zahl an Brunnen reichte das Wasser dann nicht mehr aus. Ein großer Teil der Bevölkerung musste das Wasser aus entlegenen Brunnen außerhalb der Ortschaft herbeischaffen. Der Mangel an Löschwasser war der Grund, dass 1956 bei einem Brand die gesamten Nebengebäude zweier landwirtschaftlicher Anwesen komplett zerstört wurden. Josef Bauer, der in diesem Jahr zum Bürgermeister gewählt wurde, richtete sein Hauptaugenmerk darauf, den immer wieder kehrenden Notstand durch den Bau von Wasserleitungen dauerhaft zu beenden. Nach längeren Verhandlungen konnten die bei Groppenheim liegenden Wasserquellen 1957 käuflich erworben werden.

Gründung im Schaumberger-Saal

Im Schaumberger-Saal wurde am 1. August 1958 der Wasserzweckverband "Konnersreuther Gruppe" gegründet. Der Wirkungsbereich umfasste von Anfang an die Haushalte der Marktgemeinde Konnersreuth und der Ortschaft Groppenheim, die damals der Gemeinde Kondrau zugeschlagen war und heute zur Stadt Waldsassen gehört. Mit der Planung des Wasserleitungsbaus wurde das Ingenieurbüro Kleis aus München beauftragt. Am 23. September 1959 erteilte der Zweckverband dem Waldsassener Bauunternehmen Bergauer den Auftrag für die Arbeiten, schon am 13. Oktober ging es los.

Brand zum Baustart

Genau an jenem 13. Oktober 1959 kam es in Konnersreuth wieder zu einem verheerenden Feuer. Wegen der Wasserknappheit mussten Tanklöschfahrzeuge aus Waldsassen, Mitterteich, Arzberg und Marktredwitz zu Hilfe geholt werden. Mit den Fahrzeugen wurde Wasser aus einem rund 500 Meter entfernten Weiher transportiert. Den benachbarten Wehren war es zu verdanken, dass die an das niedergebrannte Gebäude angrenzenden Anwesen in der Friedhofstraße erhalten werden konnten.

Vor diesem Hintergrund lässt sich erahnen, mit welcher Erleichterung der Start des Wasserleitungsbaus in der Konnersreuther Bevölkerung aufgenommen wurde. Zunächst wurden die Quellen aufgeschürft und während des Winters 1959/1960 beobachtet. Gleichzeitig wurden die ersten Rohrleitungen vom Groppenheimer Quellgebiet bis zum Hochbehälter am Lehenbühl verlegt. Ebenfalls noch 1959 konnte der Rohbau des Hochbehälters erstellt werden. Im Frühjahr 1960 gingen die Arbeiten weiter, die Rohrleitungen wurden ergänzt, der Hochbehälter wurde fertiggestellt und die Quellen wurden gefasst. Im Sommer 1960 begann das Verlegen der innerörtlichen Leitungen und der Hausanschlüsse. Die Montage der Pumpenanlage erfolgte im November, im Dezember wurde die Anlage vollendet und es folgte nach der kirchlichen Segnung die Inbetriebnahme.

Insgesamt haben der Markt Konnersreuth und die damalige Gemeinde Kondrau rund 900 000 D-Mark in die Wasserversorgungsanlage investiert. Der Eigenanteil der beiden Gemeinden lag insgesamt bei 184 000 D-Mark, den Rest deckten Bundesmittel. Der Wasserpreis lag damals bei 50 Pfennig pro Kubikmeter Wasser.

Kostbares Lebensmittel

In den Jahren 2001 und 2002 wurde die komplette Wasserversorgungsanlage auf den damals neuesten technischen Stand gebracht. 2018 ging im Pumphaus in Groppenheim eine neue UV-Filteranlage in Betrieb, um für höchste Qualität zu sorgen. Alfons Haberkorn und Bürgermeister Max Bindl sind sich einig, dass die Konnersreuther Wasserversorgung bestens aufgestellt sei - dies werde auch von übergeordneten Stellen immer wieder bestätigt. Haberkorn und Bindl bitten die Verbraucher, stets bewusst mit dem Lebensmittel Wasser umzugehen: "Trinkwasser ist kostbar und darf nicht vergeudet werden."

Eine Vielzahl an Themen gab es in der jüngsten Marktgemeinderatssitzung

Konnersreuth
Das Pumphaus der "Konnersreuther Gruppe" in Groppenheim wurde vor 60 Jahren in Betrieb genommen.
2018 wurde eine neue UV-Filteranlage eingebaut.
Blick ins Innere des Pumphauses in Groppenheim.
Blick ins Innere des Pumphauses in Groppenheim.
Wasserwart Alfons Haberkorn ist seit 1990 für die Versorgung der Konnersreuther mit hochwertigem Trinkwasser verantwortlich.
Vom Hochbehälter am Lehenbühl aus werden die Konnersreuther mit Trinkwasser versorgt.

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