09.07.2019 - 19:44 Uhr
Kreuth bei RiedenOberpfalz

Alle Größen der Deutschrock-Musik bei G.O.N.D. in Kreuth

2018 gab es beim G.O.N.D.-Festival in Kreuth sogar eine Hochzeit. Und Eltern, die sicher sind, dass ihre Babys hier gezeugt wurden, trifft man auch beim großen Deutschrock-Event. Ab Donnerstag feiern hier bis zu 10 000 Musikfans.

Ohne Handy und Funkgerät geht momentan gar nichts beim Festival-Aufbau in Kreuth. Aber für ein Foto haben die G.O.N.D.-Veranstalter Steffen Kiederer und Timo Hofmann (von links) trotzdem Zeit.
von Heike Unger Kontakt Profil

Es sind einige Truck-Ladungen nötig, um all das Material heranzuschaffen, das das Veranstalter-Duo Timo Hofmann und Steffen Kiederer und sein Team brauchen, um das Reitsportzentrum in ein Festivalgelände zu verwandeln. Alleine zwölf Lastwagen liefern Bauzaun-Elemente, um die vielen Besucher in geordnete Bahnen zu lenken.

Aufbau auf Hochtouren

Der Aufbau der G.O.N.D., des Böhse Onkelz Tribute & Deutschrock Festivals, läuft gerade auf Hochtouren, schließlich kommen am Donnerstag ab Mitternacht die ersten Gäste. 8000 bis 10 000, aus Deutschland, aber auch aus vielen europäischen Ländern von Italien bis zur Schweiz, könnten es wieder werden, schätzt Hofmann. Viele kauften ihr Ticket erst kurz vor Beginn. Auch, weil sie die Wettervorhersagen abwarten. Hofmann und Kiederer tun das nicht mehr. "Ganz ehrlich: Wir haben es aufgegeben, uns mit irgendwelchen Wetter-Apps zu beschäftigen, weil es dann doch zehn verschiedene gibt und alle zehn unterschiedliche Vorhersagen machen. Wir lassen's einfach auf uns zukommen. Dem typischen Festival-Gänger ist das Wetter sowieso egal." Im elften Jahr in Kreuth haben die Veranstalter wettermäßig ohnehin schon alle Kapriolen erlebt. "Nur geschneit hat's noch nicht."

Es darf gegrillt werden

Wichtiger als das Wetter ist die Information, dass es nach derzeitigem Stand keine Grill-Verbote gibt. Die wegen der langanhaltenden Trockenheit zuletzt hohe Waldbrandgefahr ist auf ein normales Maß gesunken. Damit darf gegrillt werden. Über 50 Verpflegungsstände sorgen dafür, dass keiner hungern oder dursten muss. Auf dem Gelände entsteht eine eigene Kleinstadt - mit Geldautomaten, BRK-Krankenstation und eigenem Supermarkt. Wer dort nicht fündig wird, den bringt der Shuttle-Bus zum Einkaufen nach Schmidmühlen, oder zum Abtauchen ins Freibad Rieden. Kein Wunder, dass Hofmann begeistert vom "wahrscheinlich besten Festival-Gelände in ganz Deutschland" schwärmt: Als Veranstalter finde man hier die perfekte Infrastruktur. Neu ist ein kleines Hüttendorf, in das sich die einmieten können, die keine Lust auf Zelt haben.

Info:

Task Force

„Wir achten schon darauf, dass sich hier keine politisch verwirrten Menschen verirren“, betont Timo Hofmann: „Wir sind ein Rock-Festival und wollen hier keine politischen Äußerungen“ – und zwar egal, aus welcher Ecke. Das bedeutet laut Hofmann auch, wer sich diesbezüglich danebenbenimmt, sei es durch das Tragen verbotener Symbole, zum Beispiel auf T-Shirts, oder durch entsprechende Äußerungen, „der fliegt raus“. Dafür gibt es wieder eine eigene „Task Force“, die ein Auge auf dieses Thema hat und sich auch mit für Laien oft gar nicht erkennbarer Symbolik zum Beispiel der rechten Szene auskennt. „Wir wollen da keine Fehler machen und uns auch nicht nachsagen lassen, dass wir an irgendwelchen Rändern fischen.“ Dass G.O.N.D. zuweilen der rechten Szene zugeordnet wird, ärgert Hofmann: „Die Böhsen Onkelz sind so rechtsradikal wie Robbie Williams oder Madonna.“

50 Bands auf drei Bühnen

Diesmal neu sind die kleinen Holzhütten: Für die Konzertbesucher, denen das Zelt dann doch zu ungemütlich ist. Vier Personen finden hier Platz.

Stolz ist Hofmann auf die rund 50 Bands, die in Kreuth auf drei Bühnen stehen. "Wir können da tatsächlich vom Who-is-Who der Deutschrock-Szene reden", betont der Veranstalter und nennt Bands wie Krawallbrüder oder Kärbholz. "Da fehlt keiner, der beliebt und bekannt ist." Auch viele Newcomer gesellen sich dazu - Bands, die noch nicht so bekannt sind, aber doch schon auf sich aufmerksam gemacht haben. Es gibt also wieder ordentlich was auf die Ohren. Aber auch die Rock 'n' Ruhe-Zone ist gewachsen - ein Bereich, in dem es besonders ruhig und sauber ist. Abfeiern - aber dann eine ruhige Nacht verbringen. Auch das ist möglich, sagt Timo Hofmann.

Das war die G.O.N.D.2018

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