Rettung in letzter Minute: Frau stürzt mit Auto in die Schwarzach

Diesen Artikel lesen Sie mit
Was ist OnetzPlus?

Nur das Heck des Autos ragt noch aus dem Wasser. Der 74-Jährigen am Steuer bleibt kaum noch Luft zum Atmen. Zwei beherzten Polizisten hat sie es zu verdanken, dass sie diesen Unfall in Kröblitz überlebt.

Das Unfallfahrzeug durchbrach einen Maschendrahtzaum und stürzte drei Meter tief in die viel Wasser führende Schwarzach. Die Unfallfahrerin kam mit einer Unterkühlung davon.
von Christof FröhlichProfil

Ein Pkw stürzt am Donnerstag in Kröblitz in die Schwarzach. Zwei Polizeibeamten gelingt es, die 74-jährige Fahrerin aus dem Auto zu befreien.

Gegen 9.30 Uhr will die 74-Jährige, die unmittelbar an der Schwarzach wohnt, am Donnerstag mit ihrem Kleinwagen losfahren. Beim Verstellen des Fahrersitzes verhakt sie sich mit dem Fuß in der Bodenmatte und gerät dabei versehentlich aufs Gaspedal. Das Auto durchbricht einen Maschendrahtzaun und stürzt etwa drei Meter tief in die Schwarzach, die wegen der Regenfälle in den vergangenen Tagen viel Wasser führt. Der Wagen überschlägt sich, nur das Heck ragt am Ende noch aus dem Wasser.

Mit dem Schlimmsten gerechnet

Der Lebensgefährte der Frau hat den Unfall mitbekommen und setzt einen Notruf ab. Ein Glücksfall, dass der Ortsteil nicht weit entfernt ist von der Neunburger Polizeiinspektion. Polizeihauptkommissar Gerhard Fröller und Polizeihauptmeister Daniel Tröger brechen sofort auf und rechnen mit dem Schlimmsten: "Unsere erste Auskunft war, dass hier jemand ertrunken ist", schildert Tröger die Situation.

Als die beiden Polizisten mit Blaulicht und Martinshorn am Unfallort eintreffen sieht es nicht gut aus. "Durch die starke Strömung ist das Auto etwa zehn Meter weit abgetrieben worden, es lag verkehrt herum auf der gegenüber liegenden Uferseite", berichtet Tröger später. "Herausgeschaut hat nur noch ein Teil des Hecks und ein Reifen." Der 33-Jährige zögert nicht lange, legt nur den Einsatzgürtel ab und springt ins kalte Wasser. Erleichtert stellt er fest, dass die Fahrerin es geschafft hat, ihren Oberkörper in Richtung Rücksitz zu drehen und ansprechbar ist. "Da war gerade noch ein bisserl Luft zum Atmen", erzählt er. Inzwischen ist auch sein Kollege im Wasser. "Wir haben versucht, die Beifahrertür aufzubekommen, aber die hat sich wohl auf dem Grund verkantet", erklärt einer der beiden Retter.

"Man funktioniert da einfach"

Mit vereinten Kräften und einem Brecheisen gelingt es den Polizisten schließlich, die stark unterkühlte Frau aus dem Kleinwagen zu bergen und sie ans Ufer zu bringen. Von dort geht es zur Sicherheit mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus. "Sie war da schon wieder so gut drauf, dass sie gar nicht mitwollte", berichtet Tröger, der in dieser Situation nach eigenem Bekunden weder Panik noch Angst verspürt hat. "Man funktioniert da einfach, man übt so etwas ja auch in der Ausbildung", erläutert er im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. "Man wägt kurz ab, checkt die verfügbaren Einsatzmittel und überlegt nicht lange", so der 33-Jährige, zu dessen Laufbahn auch das Rettungsschwimmer-Abzeichen gehörte. Meistens komme man bei solchen Einsätzen als Retter allerdings zu spät.

"Da ist es natürlich schön, wenn man mal Leben retten kann", freut sich der 33-jährige Polizeihauptmeister, der nach einer heißen Dusche, einer Tasse Tee und mit trockenen Kleidern schon kurz darauf wieder seinen Dienst fortsetzte. Wird die filmreife Rettung heute noch gefeiert? "Das könnte man tatsächlich so abdrehen", sagt Tröger und berichtet, dass es dafür auch ein Lob vom Dienststellenleiter und der Kollegenschaft gab. Statt einer Feier erwartet ihn allerdings die Nachtschicht.

Bleibt noch anzumerken, dass auch Kräfte der Wasserwacht aus Neunburg, Bodenwöhr und Nittenau zum Unfallort geeilt waren, die Feuerwehren von Neunburg und Kröblitz sicherten den Unfallort ab. Was den Sachschaden betrifft, so stellte die Polizei Totalschaden fest. Der Opel Corsa, den ein Abschleppdienst schließlich aus der Schwarzach zog, war noch etwa 1000 Euro wert.

Im Notfall beherzt gehandelt

Nabburg
Daniel Tröger (links) sprang bei der Rettungsaktion ins kalte Wasser, sein Kollege Gerhard Fröller stieg auf das Fahrzeug, um die verkeilte Beifahrertüre zu öffnen. Das Bild zeigt die beiden Retter wenige Stunden nach dem Einsatz mit dem Streifenwagen.

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.