Kult-Disko Happy Rock öffnet wieder

Es ist wohl der einzige Club in Amberg-Sulzbach mit dem Großeltern, Eltern und Kinder gleichermaßen Erinnerungen verbinden: Das Happy Rock. Seit 2015 geschlossen, feiert es jetzt sein großes Comeback. Mit neuer und alter Geschäftsführung.

von Anne Sophie Vogl Kontakt Profil

Schon beim Betreten des Raums, steigt der altbekannte Geruch in die Nase. Eine interessante Mischung aus Bier, Zigaretten und Vergangenheit. Auf den ersten Blick hat sich nicht viel verändert im Happy Rock an der Bundesstraße 85.

Die rustikalen Möbel sind noch die selben, auch der Fußboden auf der Tanzfläche ist bekannt - außer vielleicht, dass er gerade nicht klebt. Überraschend viele Leute sind da, an diesem Abend. Es laufen Vorstellungsgespräche für das Servicepersonal, wie später erzählt wird. Für die Disco mit drei Etagen ist ein großes, gut eingespieltes Team notwendig.

"Das Lüftungssystem ist neu. Die Fenster auch", sagt Thomas Walch. Er ist der stellvertretende Geschäftsführer im Happy Rock. Mit seinen 26 Jahren bringt er jugendliche Frische in das altehrwürdige Etablissement. Doch auch die, die Tradition schätzen, können beruhigt sein. Das Urgestein der Discothek, Hedwig Müller, bleibt Geschäftsführerin.

Happy bleibt, wie es ist

Das neue Konzept ist, das es eigentlich keines gibt. "Das Happy Rock muss das Happy Rock bleiben. Es soll ein Ort zum Feiern für jung und alt sein. Keiner soll sich dabei blöd vorkommen", erklärt Walch, der eigentlich Metallbauer ist. Kurz vor der Schließung hat er angefangen. Techno-Partys im Untergeschoss aufzulegen. "Elektrocks" hieß seine Veranstaltung. Als die Disco wegen Brandschutzmängeln schloss, war es zunächst aus mit seinem Hobby. Bald darauf aber ging es für Thomas Walch richtig los. Er entschloss sich, mit in das Geschäft einzusteigen, renovierte das Meiste in Eigenarbeit. Seine Kumpels haben ihn bei vielen Aufgaben tatkräftig unterstützt. "Außer im Sommer", sagt der junge Sulzbach-Rosenberger mit einem Schmunzeln. "Da bin ich teilweise wochenlang alleine bei 35 Grad hier drinnen gestanden." Für das Happy Rock hat Thomas schon viel geopfert: Zeit, Schweiß, Geld und irgendwann in der Zukunft vielleicht sogar seinen sicheren Arbeitsplatz als Junior-Chef bei Metallbau Walch. Doch das ist es ihm wert. Das Happy Rock ist ein Stück seiner Jugend, so wie von vielen anderen Landkreisbewohnern.

Hedwig Müller eröffnete die Disco in Kropfersricht lange vor Thomas' Geburt, im Jahr 1986. Davor war das Happy Rock fünf Jahre in Vilseck angesiedelt. So wie schon immer wird es im ersten Stock Essen geben, jedoch etwas weniger Auswahl. Neu in der oberen Etage ist die lila Lounge. "Schon ab dem ersten Tag war klar: Wir brauchen eine lila Lounge." Die findet Platz zwischen einer neuen Brandschutzwand, die das Treppenhaus im ersten Stock abgrenzt und dem Gastraum. "Die verrücktesten Ideen kamen für diese Nische auf, wie zum Beispiel ein Jacuzzi." Statt eines Whirlpools wurden es dann doch zwei schwarze Ledersofas. Die lila Wandfarbe hat übrigens ein Farbenblinder ausgesucht, erzählt Thomas lachend.

DJ in Gefängniszelle

Im Erdgeschoss war die meiste Arbeit im Bar- und DJ-Bereich. "Es war echt alles kaputt", sagt Walch. Wo sie schon dabei waren, haben die Renovierwütigen das DJ-Pult komplett neu konzipiert. Es steht jetzt in einer Gefängniszelle. "Die wollten wir unbedingt haben." Stilecht ist sie, mit echtem Gefängnisklo aus Edelstahl. Ein Strick baumelt von der Decke. "Das ist unser Notaus-Strick. Wenn's uns zu viel wird", scherzt Thomas. Doch man könnte meinen, dass ein Hauch Wahrheit in der Stimme liegt. "Der hängt schon von Anfang an." Apropos Klo. Wie sieht es mit den Toilettenräumen im Keller aus? Die seien zum Teil auch neu renoviert. Nicht komplett aber, "sie sind wieder brauchbar." Ein Raum weiter soll auf lange Sicht die "Versuchsarea" sein. Während auf der Haupt-Tanzfläche im Erdgeschoss Rock aufgelegt wird. "90er-Party, Techno, von mir aus auch eine Blaskapelle. Hier unten werden wir ein bisschen ausprobieren, was gefällt." In den ersten Wochen bleiben die Happy Rocker aber auf allen Etagen dem Rock treu.

Die Anfangszeit wird die größte Hürde für den jungen zweiten Geschäftsführer und sein Team. Dabei machen sie sich aber keine Sorgen, ob genug Gäste kommen. Der Sulzbach-Rosenberger rechne damit, dass die Leute ihm "die Bude einrennen". "Und dann heißt es dran bleiben, damit es den Gästen nicht langweilig wird." Die größere Herausforderung sei, "dass kein Chaos entsteht." Die meisten Bedienungen seien neu. Haben keine Möglichkeit, sich vorher einzuarbeiten. "Es wird auf einen Schlag voll sein."

Stichtag ist Freitag, 24. August. Da wird das Happy Rock zum ersten Mal seit fast drei Jahren seine Pforten öffnen. Um 22 Uhr geht es los.

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