25.09.2019 - 13:14 Uhr
KrummennaabOberpfalz

Bequem heißt barrierefrei

Menschen werden immer älter. Möglichst lange zu Hause wohnen ist ein großer Wunsch, den auch Behinderte haben. Wichtige Tipps gibt es beim Seniorennachmittag in Krummennaab.

Anneliese Krenkel hatte ein Geschenk vorbereitet. Damit bedankte sich die Seniorenbeauftragte bei Eberhard Besold für die umfassenden Informationen beim Krummennaaber Seniorentreffen.
von Werner RoblProfil

In regelmäßigen Abständen sind die Krummennaaber Senioren zu einem Treffen ins Foyer der Mehrzweckhalle eingeladen. Seniorenbeauftragte Anneliese Krenkel stellt das Programm zusammen. Die Veranstaltungen sind längst zu einer schönen und beliebten Gewohnheit geworden. „Heute wird uns Eberhard Besold von den Besonderheiten beim senioren- und behindertengerechten Wohnen erzählen“, versprach die Krummennaaberin, die – wie sie anklingen ließ – auch einmal ein Augenmerk auf dieses Thema legen möchte. Immer wieder kämen entsprechende Anfragen, zudem habe man auch von der Tirschenreuther Musterwohnung gehört. „Besucht haben wir sie aber noch nicht“, bedauerte Krenkel.

Referent Eberhard Besold ist einer von insgesamt 9 ehrenamtlichen Landkreis-Wohnberatern. Er stammt aus Immenreuth. Der demografische Wandel sei eine Herausforderung, erklärte er vor den Senioren in Krummennaab. „Auf die Anliegen und auf die Fragen hat der Landkreis bereits reagiert.“ Besold erklärte: Als erster Landkreis im Freistaat habe man die kommunale Wohnberatung ins Leben gerufen. „Geschaffen wurde in der Kreisstadt eine Musterwohnung.“ Besold lud zu einem virtuellen Rundgang in die Rosenstraße ein. „Beauftragt – euch zu kostenlos zu beraten - wurden wir: die ehrenamtlichen Wohnberater", stellte sich Besold als kompetenter Fachmann vor. "Unser Ziel ist es, dass ältere Menschen so lange als möglich in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben können." Man könne ihn alles fragen, fügte Seniorenbeauftragte Krenkel hinzu: „Besold weiß viel darüber. Körperliche Einschränkungen erschweren den Alltag, etwa den Zugang zu Fenstern, Schränken, oder die Nutzung von sanitären Einrichtungen“, machte Anneliese Krenkel deutlich und stellte am Seniorennachmittag fest: „Investieren in barrierefreies Wohnen wurde zuletzt auch in den Medien empfohlen.“ Das heute vorgestellte Thema passe daher ganz gut.

Die Beweggründe – im fortgeschrittenen Alter – daheim wohnen zu wollen, seien vielfältiger Art, machte der Referent gleich am Anfang deutlich. „Man trifft sich zu Hause, im Garten oder in der Kirche. Im gewohnten Umfeld leben die Nachbarn, die man schon immer kennt.“ Das sei ein erstrebenswertes Ziel, so der Gast aus Immenreuth und versprach bei Bedarf auch einmal vorbeizukommen, um sich in den Wohnungen kostenlos und unverbindlich umzuschauen. „Ich berate sie auch über die Fördermöglichkeiten.“

Rund 310 Menschen über 65 leben derzeit in Krummennaab. Das sei ein großer Teil der Bürger“, verwies Besold auch auf die Einwohnerstruktur im rund 1500-Seelen-Ort, den er auf Einladung der Seniorenbeauftragten für gut 2 Stunden besuchte. „Bereits an der Haustüre beginnen oft schon die Probleme.“ Besold hatte Fallbeispiele in Bildern mitgebracht und erklärte wie Problemstellen und Stolperfallen – manchmal mit nur wenigen Mitteln oder Handgriffen - entschärft werden können. „Treppen und Badezimmer sind auch so eine Sache.“ Besold fasste zusammen: „Es wird nicht einfacher, wenn mal älter wird.“ Man sei nicht mehr so aktiv.. Der Referent machte den Senioren, die sich im Foyer versammelt hatten, auch nichts vor: „Das alles so zu gestalten, dass es für sie bequem wohnbar wird, kostet Geld.“ Manche Hilfsmittel – auch hier brachte er Beispiele - seien auf Rezept zu haben. Denken sie bei einem Umbau auch an die Fördermittel“, empfahl er an anderer Stelle. Zudem mahnte Besold, Kontakt mit den Beratungsstellen aufzunehmen.

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