08.07.2019 - 14:21 Uhr
KrummennaabOberpfalz

Kläranlage mit Tag der offenen Tür eingeweiht

Die neue Kläranlage in der Trautenberger Au öffnete am Freitag ihre Pforten. Viele interessierte Bürger nutzten die Gelegenheit, um sich die Anlage anzuschauen.

von Autor DENProfil

Bürgermeister und VG-Vorsitzender Uli Roth begrüßte dazu auch Geschäftsführer Manuel Zwick vom Planungsbüro Zwick aus Weiden und Planungsingenieur Günter Schwab, welche die Anlage geplant haben. Kaufmännische Geschäftsleiterin Astrid Hippeli, Diplom-Ingenieur Holger Dederl und den örtlichen Bauleiter Michael Kraus waren von der für die Baumeisterarbeiten zuständigen Firma Wilhelm Bauer aus Erbendorf gekommen.

Fast eine Punktlandung

Roth dankte dem Unternehmen für die gute Zusammenarbeit und lobte die erbrachten Leistungen, die terminlich wie finanziell nahezu auf den Punkt abgewickelt worden seien. "Insgesamt wurden etwas mehr als fünf Millionen Euro investiert und verbaut", so Roth. Im Großen und Ganzen sei man im Kosten- und Terminrahmen geblieben. Die Bauzeit von fast zwei Jahren erstreckte sich von Mai 2017 bis ins Frühjahr 2019. Aktuell seien nur mehr wenige Restarbeiten zu erledigen. Die Anlage arbeite im Regelbetrieb und erziele hervorragende Reinigungswerte.

Roth erinnerte auch an den langen und teils mühevollen Weg der Entscheidungsfindung bis zum Baubeginn, der mit einer Machbarkeitsstudie im Jahr 2008 begann. Zunächst war eine Zusammenarbeit mit der Nachbargemeinde Friedenfels angedacht, die Bürgermeister und die Verwaltungen waren sich bereits einig, am Ende scheiterte der Anschluss von Friedenfels an fehlenden Grunddienstbarkeiten für eine notwendige Druckpumpleitung.

"Im VG-Gremium Krummennaab war man sich aber schnell einig, dass man nicht weiter abwarten kann und will. Daher fiel der Beschluss, das Kommunalunternehmen ,Heinbachtal' zu gründen, dessen vorrangiges Ziel der Bau der neuen Kläranlage sein sollte. Zum Vorstand dieses Unternehmens wurde der Leiter des Bauamts, Gerhard Streibelt, aus dem Krummennaaber Rathaus berufen, so Roth.

Moderne Arbeitsplätze

Der Bürgermeister erinnerte auch daran, dass während der Umbauphase von der beauftragten Waldsassener Metallanlagen-Firma SHM plötzlich und unerwartet der Firmenchef verstorben sei, ebenso von der Zaunbaufirma Spörrer. Roth gedachte in seiner Rede der beiden Verstorbenen und würdigte deren Leistungen. Roth hob weiter hervor, dass auf der Kläranlage nun zwei hochmoderne Arbeitsplätze entstanden sind, über die sich Roland Beyer als Fachkraft für Abwassertechnik und sein Assistent Andy Kropf freuen dürften. Roth: "Modernste elektronische Steuerungen erlauben eine Überwachung sämtlicher Ablaufprozesse".

Als wesentliche Neuerungen wurden von Roth angeführt: eine eigens für die Schlammentwässerung erbaute neue Halle mit einer PV-Anlage auf dem Hallendach, neue Schneckenhebewerke sowie eine Phosphatfällung und Kalkdosierunsanlage, die einen reibungslosen Betrieb gewährleisten würden.

In seinem Grußwort dankte Manuel Zwick vom beauftragten Planungsbüro für den Auftrag und das Vertrauen. Er wusste erinnerte daran, dass die alte Kläranlage das Abwasser aus 18 Orts- und Gemeindeteilen nicht mehr zufriedenstellend gereinigt hatte. Daher sei der Beschluss zum Umbau höchst sinnvoll und fast schon überfällig gewesen. Zwick betonte, dass es die Aufgabenstellung für das Planungsbüro war, die Anlage auf den neuesten Stand der Technik zu bringen, Gesichtspunkte der Energieeffizienz, der Wirtschaftlichkeit und der Nachhaltigkeit zu berücksichtigen. "Das alles sollte mit Blick auf die Kosten unter größtmöglicher Verwendung der vorhandenen Anlagenteile erfolgen", so Zwick. Mit der Realisierung sei seinem Mitarbeiter, Günter Schwab, ein Meisterwerk gelungen, "weil alle gestellten Anforderungen erfüllt werden konnten". Besonders stolz sei man auf die neu entwickelte Technik, die im zwölf Meter tiefen Belebungsbecken zum Einsatz komme, in das durch Kompressoren Sauerstoff eingeblasen werde, mit dessen Hilfe Bakterien die eigentliche Reinigungsarbeit leisten würden. Dieses Becken sei in dieser Form einmalig in der ganzen Oberpfalz.

Nutzung der Abwärme

Zwick erläuterte, dass durch die Abwärme der Kompressoren das Betriebsgebäude beheizt werde, was viel Energie einspare. So sei die neu gebaute Kläranlage auch ein echter Beitrag zum Klimaschutz. Zum Schluss wünschte Zwick der neuen Anlage wieder eine genauso lange Betriebszeit von 38 Jahren, wie sie die 1979 bis 1981 errichtete alte Kläranlage hatte. Auch damals waren schon Zwick-Ingenieure maßgeblich am Bau beteiligt.

Roland Beyer und Planer Günter Schwab führten die Besucher in Kleingruppen durch die Anlage. Die Führungen folgten dabei dem Weg des Wassers durch die Kläranlage. Die Hausbesitzer müssen sich nun wohl rund um den Jahreswechsel auf eine letzte Schlussrate zur anteiligen Finanzierung des Projekts gefasst machen.

Die Kläranlage von oben.

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