Krummennaab
28.11.2025 - 15:31 Uhr

Viele Projekte und viele Fragen bei Bürgerversammlung in Krummennaab

Gut gefüllt war die Turnhalle der Gemeinde Krummennaab. Bürgermeisterin Marion Höcht führte die Anwesenden durch eine umfangreiche Tagesordnung – von Zahlenwerk über Infrastrukturprojekte bis hin zu sozialen Angeboten.

Gleich zu Beginn der Bürgerversammlung in Krummennaab präsentierte Rathauschefin Marion Höcht die aktuellen Daten der Gemeinde. „Ein bisserl mehr sind wir geworden, aber im Schnitt werden wir als Gemeinde immer älter“, sagte Höcht. Knapp 22 Prozent der Bevölkerung sind inzwischen 65 Jahre und älter. Insgesamt zählt Krummennaab derzeit 1458 Einwohner, vier mehr als im Vorjahr. Bei den Finanzen dominiert ein bekanntes Bild: Die größten Einnahmen stammen aus den Schlüsselzuweisungen (818.000 Euro). „Leider haben wir wenig Gewerbesteuereinnahmen und sind daher auf Zuweisungen angewiesen“, so Höcht. Größte Ausgabeposten sind weiterhin die Kreisumlage (rund 705.000 Euro) sowie die Umlage an die Verwaltungsgemeinschaft (etwa 468.000 Euro).

Die Gemeinde verfügt über zwei engagierte Feuerwehren. Besonders im Fokus steht derzeit die Feuerwehr Thumsenreuth: Das Grundstück für das neue Feuerwehrhaus ist bereits erworben, der Erstentwurf liegt der aktiven Wehr vor. Der Einzug ist zum Jubiläumsjahr 2029 geplant. Bei Wasser und Abwasser kündigte Höcht an, dass die Neuberechnung der Gebühren erst 2026 erfolgen soll.

Schulfrühstück erfolgreich

In den letzten Wochen liefen Kanalsanierungen in der Georg-Mark-Straße, deren Asphaltierungsarbeiten abgeschlossen werden konnten. Die Baumaßnahme wird schließlich 2026 finalisiert. „Dann sind wir für die nächsten 15 bis 20 Jahre sicher“, so Höcht. Im Bereich Kindergarten und Grundschule berichtete die Bürgermeisterin von der Erfolgsgeschichte des Schulfrühstücks, das von den Kindern sehr gut angenommen wird. Gesucht werden weiterhin zusätzliche Frühstückslotsen. Für 2026 plant die Gemeinde in Zusammenarbeit mit der Mittelschule Erbendorf die Anstellung einer Jugendsozialarbeiterin für die Grundschule Krummennaab.

Der Dorfladen erlebe laut Rathauschefin seit 2022 eine Entwicklung „in Wellen“. Zum Stichtag 31. Dezember 2024 sei die Konsolidierung gut vorangekommen. Ein Stolperstein in diesem Jahr: Die Kassensoftware musste aufgrund einer Insolvenz des bisherigen Anbieters vollständig erneuert werden. Besonderer Dank ging an den ehrenamtlichen Einsatz von Johannes Grünbauer. Das Steinwaldnetz laufe „irgendwie nebenher“, sei aber dank neuer Kräfte gut aufgestellt. Quartiersmanagerin Sarah Gallitzendörfer bringe viele Ideen ein, und Pflegelotsin Eveline Dal unterstütze Bürgerinnen und Bürger in allen Fragen rund um Pflege.

Das größte aktuelle Vorhaben ist das soziale Zentrum „Lebens(t)raum“. Baubeginn war im März 2025, der Bauzeitenplan werde derzeit eingehalten. Krummennaab hat sich außerdem für den zweiten Familienstützpunkt im Landkreis Tirschenreuth beworben. Neu hinzugekommen sind im Gemeindegebiet die Tinyhäuser am Erlenweiher in Thumsenreuth. Im Sommer erweiterte die Strandbar „Treibholz“ das touristische Angebot, seit November gibt es „ZWOATapas“. „Was lange währt, wird endlich gut“, sagte Höcht zur Dorferneuerung in Thumsenreuth. Der Antrag wurde bereits im Dezember 2020 gestellt. Seit Oktober 2025 ist das Projekt nun offiziell im Arbeitsprogramm aufgenommen. Im ersten Halbjahr 2026 startet ein Workshop in Plankstetten für interessierte Bürger, Maßnahmenbeginn soll 2028 sein. Große Vorfreude herrscht auf die Dorfweihnacht am 30. November im Bürgerpark.

Zu schnell durch Burggrub

Mehrere Einwohner nutzten die Bürgerversammlung als Möglichkeit, ihre Anliegen im direkten Dialog mit der Bürgermeisterin vorzutragen. Michael Stahl brachte einen Antrag inklusive Unterschriftensammlung vor. Die Straße durch den Ort Burggrub sei geprägt von uneinsichtigen und teils steilen Kurven, dennoch werde häufig deutlich schneller als 50 km/h gefahren – „sehr gefährlich, vor allem für Kinder und ältere Bewohner“. Die Bürgermeisterin verwies darauf, dass es sich um eine Kreisstraße handelt, die Gemeinde also nicht selbst entscheiden könne. „Ein bisserl Erfolg“ gebe es dennoch: Das Straßenbauamt habe sich die Lage bereits angesehen, erkenne die Problematik und wolle sich für eine beidseitige Tempobegrenzung einsetzen. Richtiggestellt wurde, dass die Sammlung der Mission weiterläuft. Gelbe Säcke hierfür gibt es in der Kirche und im Dorfladen.

Asphaltierungs- und Ausbesserungsarbeiten im gemeindlichen Straßennetz, besonders zwischen Rathaus und Trautenberg, wurden angesprochen. Höcht verwies auf die sehr hohen Kosten für einen Komplettausbau, sicherte jedoch zu, dass man sich alle vorgetragenen Schwachstellen anschauen werde. Auch Seniorenbeauftragte Anneliese Krenkel und Jugendbeauftragter Andreas Heinz trugen ihre Arbeiten im vergangenen Kalenderjahr vor. Umso trauriger fanden es die Zuhörer, dass Heinz sein Amt zum Ende der Periode sein Amt nach 12 Jahren niederlegt. Die Gemeinde sucht daher ab 2026 nach einem neuen Jugendbeauftragten.

 
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