16.09.2019 - 12:25 Uhr
Kuchenreuth bei KemnathOberpfalz

Tradition statt Hab und Gut

Es geht weiter für die Mitglieder der Feuerwehr Fortschau-Kuchenreuth. Doch statt um Brandbekämpfung und technische Hilfeleistung sollen sie sich künftig um die Traditionspflege kümmern.

Vorsitzender Hermann Schraml ließ über die Neuausrichtung des Feuerwehrvereins Fortschau-Kuchenreuth abstimmen. Künftig soll die Traditionspflege im Mittelpunkt stehen.
von Arnold KochProfil

Zu einer richtungsweisenden außerordentlichen Mitgliederversammlung trafen sich die Mitglieder des Vereins der Feuerwehr Fortschau-Kuchenreuth im "Haisl" in der Ortsmitte. Auf der Tagesordnung standen die Auflösung der aktiven Wehr durch die Stadt Kemnath, Neuausrichtung des Vereins und sein künftiger Zweck sowie dadurch notwendige Änderungen der Satzung.

"Nachdem wir keinen Kommandanten mehr haben und das Anwerben neuer Feuerwehrleute immer schwieriger wird, kann der satzungsmäßige Zweck und Einsatzbereitschaft unserer Ortsfeuerwehr nicht mehr gewährleistet werden", erläuterte Vorsitzender Hermann Schraml vor rund 25 Mitgliedern. Die bisherigen Kommandanten Anton Frank und Andreas Breuer hatten sich nicht mehr zur Wahl gestellt. Als zwangsläufige Folge steht auf eigenen Antrag die formelle Auflösung der aktiven Feuerwehr durch den Aufgabenträger, die Stadt Kemnath, an. Darüber soll in einer der nächsten Stadtratssitzungen entschieden werden.

Der 1892 gegründete Verein besteht aktuell aus 95 Mitgliedern, wobei noch maximal zehn Aktive Dienst in der Wehr taten. Notwendig ist die dreifache Gruppenstärke von 27 Aktiven, mindestens jedoch 18 Floriansjüngern. Auf längere Sicht kann damit die Einsatzbereitschaft nicht mehr gewährleistet werden. Zudem ist die Kemnather Feuerwehr für den Nachwuchs attraktiver.

Nach Vorschlag des Vorsitzenden soll der Feuerwehrverein in eine Art Heimatverein oder Dorfgemeinschaft mit neuem Zweck umgewandelt werden. "Unser Ziel ist es, die Traditionspflege der früheren Feuerwehr mit Erhalt des alten Feuerwehrhauses samt Spritze fortzuführen. Zudem sollen die Traditionsveranstaltungen und -pflege in Kuchenreuth, Fortschau und Kemnath, Erhalt des Gemeinschaftshauses in Kuchenreuth mit Pflege des Dorfplatzes, Backofen und Kapelle zum Vereinszweck erklärt werden", regte Schraml an. Vereinsmittelpunkt bleibe das "Haisl".

Die lange Amtsdauer von sechs Jahren im Vorstand ist ein weiterer Punkt, der in der Satzung neu geregelt werden sollte. Sofern diese Neuausrichtung von der Mitgliederversammlung beschlossen wird, kann die Führungsriege bis zur nächsten Jahreshauptversammlung eine neue Satzung ausarbeiten, die dann von den Mitgliedern beschlossen werden soll. Schraml war es wichtig, dass vor einer Entscheidung des Stadtrates über die Auflösung der aktiven Wehr der Verein sich seinen neuen Wirkungskreis absteckt und damit weiterlebt. "Wir machen weiter unsere Feste und Veranstaltungen und halten weiter zam", war sein Wunsch.

Über den neuen Vereinsnamen war man sich noch nicht einig. Als Arbeitstitel nahm die Versammlung "Heimatverein Kuchenreuth" bis zur offiziellen Umbenennung an. Diskutiert wurden die Bezeichnungen, Heimat- oder Geselligkeitsverein sowie Dorfgemeinschaft. Mit einer Gegenstimme wurde die Neuausrichtung des Feuerwehrvereins beschlossen. Klar war allen, das damit zwangsläufig alle offiziellen Auftritte der Aktiven der Vergangenheit angehören.

Geklärt werden müssen auch noch weitere Fragen über die vorhandene Ausrüstung samt dem 2003 erhaltenen Tragkraftspritzenfahrzeug sowie Einführung eines neuen einheitlichen Vereinsbeitrages. Das vorhandene Vereinsvermögen bleibt nach Satzungsänderung im Verein erhalten. Die Neuausrichtung soll im Frühjahr in der regulären Jahreshauptversammlung beschlossen werden. Angestrebt wird auch der Eintrag ins Vereinsregister und damit der Erhalt der Gemeinnützigkeit.

Welchen Namen der Verein einmal tragen wird, ist noch unklar. Sein Heim soll aber das „Haisl“ in Kuchenreuth bleiben.
Ein Ziel des neuen Vereins der Erhalt des alten Feuerwehrhauses samt Spritze sein.
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