Kümmersbruck
22.01.2020 - 14:22 Uhr

Alfons Lux aus Kümmersbruck 95 Jahre alt

Alfons Lux aus Kümmersbruck feierte bemerkenswert vital und altersentsprechend gesund seinen 95. Geburtstag.

95 Jahre vollendet Alfons Lux aus Kümmersbruck (von links): Zweite Bürgermeisterin Birgit Singer-Grimm, Sohn Ulrich, der Jubilar und die Töchter Mechthild und Monika. Bild: e
95 Jahre vollendet Alfons Lux aus Kümmersbruck (von links): Zweite Bürgermeisterin Birgit Singer-Grimm, Sohn Ulrich, der Jubilar und die Töchter Mechthild und Monika.

Er gehört zur Generation, der man die Jugend genommen hat: Bei Kriegsbeginn 1939 gerade einmal 14 Jahre alt, 1942 dienstverpflichtet im Rüstungsbetrieb, Reichsarbeitsdienst, mit 18 Jahren ab Februar 1943 an die Front, im Kriegseinsatz in Russland und Frankreich, im Schützengraben in den Ardennen. Nach der Kapitulation im Mai 1945 von den Amerikanern den Russen übergeben, bis 1949 in russischer Gefangenschaft, Zwangsarbeit im Straßenbau zwischen Minsk und Moskau und, endlich, im Dezember 1949 Heimkehr mit 25 Jahren.

Erst jetzt begann für Alfons Lux das Leben. „Ich hatte zwischen 17 und 25 Jahren eine verlorene Jugend, wie so viele andere auch“, blickte er zurück. Um dankbar festzustellen: „Ich habe trotz allem noch Glück gehabt.“ Das Leben hat es dann jedenfalls weit besser mit ihm gemeint: Daheim in Kümmersbruck in der Pfarrer-Wunder-Straße, da hat er sich mit seiner Familie, der Ehefrau Hilde und den Kindern Monika, Mechthild und Ulrich, 1969 ein Eigenheim gebaut, in dem er noch immer lebt. Er versorgt sich noch weitgehend selbst, hat zuverlässige Hilfen - es passt im Leben des Alfons Lux.

Der Jubilar hatte nie ein langweiliges Leben. Aus der Kriegsgefangenenschaft kam er nach Amberg, weil es seine Eltern nach der Vertreibung aus Niederschlesien zufällig hierhin verschlagen hatte: „Da begann für mich eine Zeit der Freiheit für eigene Entscheidungen.“ Der Zufall wollte es, dass sein Geburtsort Bystrzyca Klodzko heute Partnerstadt von Amberg ist. Alfons Lux nahm 1950 bei der Firma Siemens in Amberg die Arbeit auf. 1955 legte er die Meisterprüfung ab, 1957 heiratete er Hilde Fischer. Den beiden waren 62 gemeinsame Jahre vergönnt, seine Frau verstarb 2017.

Seither wohnt Lux allein. Seine Kinder besuchen ihn abwechselnd jedes Wochenende, Nachbar helfen gern, dazu gehört auch Zweite Bürgermeisterin Birgit Singer-Grimm, die im Namen der Gemeinde und des Landkreises gratulierte. Ihm selbst hilft wohl auch seine von jeher lebensbejahende Einstellung. Er sang Jahrzehnte im Chor, hielt Kontakt zu seinen Siemensianern, wanderte und gartelte, das Internet ist ihm auch mit 95 Jahren wahrlich nicht fremd. Rüstig und engagiert, hat Alfons Lux trotz allem seine Jugend nicht vergessen: „Die jungen Leute von heute sollten etwas dankbarer sein, dass sie in der heutigen Zeit leben. Aber das schätzt man nur, wenn man andere Zeiten miterlebt hat.“

 
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