In der Gemeinde Kümmersbruck, direkt am so genannten Grammer-Berg an der Köferinger Straße, entsteht ein neuer Kindergarten. Die Baukosten wurden auf stolze zehn Millionen Euro veranschlagt und sind in dieser Summe das wohl größte Bauprojekt in der Geschichte des Dorfes. Im Juni berichtete Oberpfalz-Medien allerdings davon, dass die Bauarbeiten ruhen. Wie geht es dort mittlerweile weiter? Wie Bürgermeister Roland Strehl auf Nachfrage erklärte, sei der Firma, die den Auftrag für die Erstellung des Rohbaus hatte, gekündigt worden. Ein Grund dafür waren "erhebliche Terminverzögerungen hinsichtlich des Bauablaufs".
Als im September 2022 der Spatenstich für den Neubau erfolgte, ging man noch von einer Eröffnung im Juni 2023 aus. Doch der Zeitpunkt rückte immer näher und es stand noch nicht einmal der Rohbau. "Die Situation hat sich auch nach entsprechenden Fristsetzungen durch die Gemeinde und das beauftragte Planungsbüro und nach diversen Gesprächen nicht geändert", so Strehl. Und so sei der Baufirma auf Grundlage der Vergabe- und Vetrtragsordnung für Bauleistungen gekündigt worden. Insgesamt habe der Baustopp, der durch die Kündigung entstand, etwa einen Monat angedauert.
Über Zahlungen keine Auskunft
Die Baufirma hatte in der Berichterstattung vom 23. Juni als Grund für den Baustopp angeführt, dass die Gemeinde mit Abschlagszahlungen in Verzug sei. Diese Kritik weist Bürgermeister Strehl vehement zurück. "Über erfolgte Zahlungen an die gekündigte Baufirma darf die Gemeinde keine Aussage treffen. Ich möchte aber darauf hinweisen, dass die Gemeinde nur Zahlungen leistet, die durch das bauleitende Architekturbüro freigegeben werden." Dieses würde die eingehenden Rechnungen auf ihre Richtigkeit überprüfen und den Betrag freigeben, der von der Kämmerei in der Regel zeitnah überwiesen werde. Seiner Meinung nach würden davon abweichende (Über-)Zahlungen den Tatbestand der Untreue erfüllen. "Ganz allgemein genießt die Gemeinde Kümmersbruck den guten Ruf bei den Handwerkern, ihre berechtigten Rechnung zügig zu begleichen", merkte der Bürgermeister in einer schriftlichen Stellungnahme an.
Ende 2024 bezugsfertig
Mittlerweile wurde eine neue Baufirma gefunden, die die restlichen Arbeiten erledigt. "Im Wesentlichen handelt es sich dabei um ein weiteres komplettes Stockwerk", erläutert Strehl. Die Fertigstellung des neuen Kindergartens St. Raphael ist nun auf das vierte Quartal 2024 datiert. Ob allerdings die Kosten von zehn Millionen Euro gehalten werden können, ist noch nicht klar. Bürgermeister Strehl wies darauf hin, dass auch diese Baumaßnahme von den allgemeinen Kostensteigerungen auf dem Bausektor betroffen sei. "Fachleute gehen von jährlich 10 bis 15 Prozent an Mehrkosten aus. Die bereits vergebenen Aufträge deuten bis jetzt noch nicht darauf hin, dass wir diese Marge wesentlich überschreiten", gab sich Strehl zuversichtlich.
Der derzeitige Kindergarten St. Raphael befindet sich in direkter Nachbarschaft zum Neubau. Geplant ist, dass das in die Jahre gekommene Gebäude nach dem Umzug abgerissen wird. Im Neubau wird Platz für 160 Kinder sein.






















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