08.11.2019 - 11:36 Uhr
KümmersbruckOberpfalz

"Burg von Penkhof" sorgt für Ärger und wirft Fragen auf

Etliche Penkhofer sind sauer. Worum es geht ist auch nicht zu übersehen. Am Ortseingang von Penkhof entsteht ein sicherlich aus dem Rahmen fallendes Wohnhaus, das nach Meinung der Bürger ganz und gar nicht da hin passt.

„Penkhofer Burg“ oder doch nur Wohnhaus, das „aus dem Rahmen fällt“ wie es Bürgermeister Roland Strehl im Gemeinderat bezeichnete? So jedenfalls sah der Wohnhausbau am Ortseingang von in Penkhof, an dem sich der Ärger einiger Bürger entzündet, diese Woche aus.
von Klaus HöglProfil

Wurde der Bauantrag einfach durchgewunken? Hat der Bauherr die Baugenehmigung nach eigenem Gusto ausgelegt? Haben sich Bauverwaltung und -ausschuss bei der Genehmigung nicht an den vom Gemeinderat festgelegten Bebauungsplan gehalten - Inklusive Landratsamt? Bei dem imposanten Bauwerk wurden angeblich keine Baugrenzen eingehalten und sind Abstandsflächen missachtet worden. Sozusagen als Krönung wird das Haus noch mit einer 1,50 Meter hohen Mauer umgeben, von „Burg" ist nun die Rede. Gemeinderat Erwin Gassner (SPD) Hat den „Fall“ nun im Gemeinderat öffentlich gemacht, Bauverwaltung und Bauausschuss mussten sich harsche Kritik anhören. Unterstützung erhielt Gassner von Alois Schwanzl (CSU), selbst Penkhofer: „Es heißt, der Kümmersbrucker Bauausschuss genehmigt alles, und diesen Vorwurf müssen wir uns auch gefallen lassen."

"Und", so sagte Schwanzl: “Ich bin schockiert. Die geplante Mauer muss weg." Weil auf diverse Beschwerden angeblich seitens der Gemeinde nicht reagiert wurde, haben sich die Anwohner des Baugebietes Marderweg in Penkhof schriftlich an das Landratsamt gewandt. „Die Unterzeichner erheben hiermit auf das schärfste Einspruch gegen die bisherige Ausführung des Bauvorhabens“. Es lägen, so die Beschwerdeführer, „erhebliche Verstöße gegen den bestehenden Bebauungsplan vor“. Es bestünde der Verdacht, dass das Bauvorhaben nicht nach den genehmigten Bauplan ausgeführt werde, heißt es weiter. Gassner und die Beschwerdeführer behaupten, dass der erforderliche Abstand der Bebauung zur Grundstückgrenze, Ende des Bebauungsgebietes Richtung Lengenfeld, nicht eingehalten wurde. Nach dem gültigen Bebauungsplan sei hier, unter dem Aspekt Erhaltung des dörflichen Gesamtbildes der Ortschaft, ein Mindestabstand von sechs Metern für einen bepflanzbaren Grünstreifen einzuhalten. Das sei nicht geschehen. Es stehe zu befürchten, dass auch weitere Bau-Vorgaben nach eigenem Gutdünken ausgelegt worden seien.

Wie Gassner bekundete, bestünde der Abstand zum Marderweg statt drei Metern gerademal 30 Zentimeter. Es seien 90 Prozent des Baugrundes überbaut. Die Anrainer fordern die Einhaltung des gültigen Bebauungsplanes „nach welchem jeder von uns bauen musste“, war zu hören. Ein geforderter Rückbau sei nicht vorgenommen worden, lediglich aus einem „Turm“ an der Frontseite sei ein „Türmchen“ geworden, so Gassner weiter.

Herbert Breitkopf (SPD) machte sich zum Sprecher des Bauausschusses, verteidigte die Entscheidung, den Bauplan des Antragstellers genehmigt zu haben. Zwar sei ein Bebauungsplan vorhanden, der jedoch wäre mindestens 20 Jahre alt. Mittlerweile hätten sich, so Breitkopf, "Ansprüche und die Vorstellungen geändert". Man habe bereits mehrere Baupläne in zurückliegender Zeit in Kümmersbruck "gelockert", es gäbe viele Häuser, die nicht mehr den strengen Auflagen entsprächen. Man habe sich da "geöffnet". „Sicherlich ist der Bau sehr eigenwillig, gewisse Überschreitungen sind nicht wegzuleugnen“, sagte Breitkopf, dem Gemeinderat Peter Karzmarczyk (SPD) zustimmte. „Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten“, bekundete Bürgermeister Roland Strehl. Er könne schon nachvollziehen „dass die Penkhofer toben“, da das Haus "doch aus dem Rahmen fällt".

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