Geboren wurde Klaus Görk am 3. Februar 1939 in Leipzig, doch wenn es einen Schicksalstag in seinem Leben gibt, dann ist das der 5. November 1981. Görk war für ein großes Unternehmen der DDR beruflich unterwegs - von Berlin mit Interflug nach Singapur mit Zwischenlandung in Kopenhagen.
Das war für Klaus Görk an sich nicht neu, er bereiste in seiner Eigenschaft als Außenhandelsökonom für die DDR den gesamten Nahen Osten, war sieben Jahre Mitarbeiter der Handelsvertretung in Damaskus. 1973 geriet er mitten in den Krieg zwischen Israel und den arabischen Verbündeten und erlebte die ständige Bombardierung von Damaskus, wo er 15 Jahre lang Mitglied der Botschaftsmannschaft war. Später passierte ihm das in Beirut noch einmal, wo Hisbollah und libanesische Armee gegeneinander kämpften.
Gelegenheit genutzt
Görk hielt Vorträge in Manila und Indonesien. "Man hatte immer einen Aufpasser dabei", reflektiert er diese Zeit. Bis dieser 5. November 1981 kam, als er von Ost-Berlin über Kopenhagen nach Singapur fliegen sollte. "Da war ich zum ersten Mal alleine, da habe ich die Gelegenheit genutzt, in Kopenhagen umgebucht auf einen Flug nach Düsseldorf in die BRD." Er wundert sich heute noch, dass ihm auf den Flughäfen nichts in den Weg gelegt wurde. "Die haben wohl gewusst, warum ich umgebucht habe", ist er sich sicher. Man wollte ihn zurückholen, versprach ihm Straffreiheit. "Aber ich wäre mit Sicherheit als Republikflüchtling ins Gefängnis gekommen."
Klaus Görk fasste im Westen Fuß, kam 1984 zu einer großen Firma für Isoliertechnik, war dort 17 Jahre tätig. Am 10. November 1989 hat er seine Freundin Helga in Mühlheim/Ruhr geheiratet und mit ihr lebt er in Kümmersbruck. Warum er ausgerechnet nach Kümmersbruck kam? Das begründet er mit seiner beruflichen Tätigkeit, weshalb er 1994 in Kümmersbruck ein Haus gebaut hat.
2003 ging Klaus Görk in Rente - aber nicht in den Ruhestand. Er ist freiberufliche Honorarlehrkraft in der Kolping-Bildungseinrichtung (Technische Mathematik, Elektrotechnik, Mechatronik, Logistik). "In meinem gesamten Leben war der Sport ein ganz wichtiges Element", sagt Klaus Görk. Er ist seit 1997 Mitglied beim TSV Kümmersbruck, Jugendleiter, 2. Vorstand, seit 1995 Mitglied beim TC Rot-Weiß Amberg, Mitglied bei der Siedlergemeinschaft Kümmersbrucker Heide und beim Reiterstammtisch "Alois Gummermann".
In der DDR leitete er vier Jahre lang das Leistungszentrum der Deutschen Hochschule für Körperkultur, war Sportorganisator, Sportverantwortlicher an der Hochschule in der Zentralen Schulgruppenleitung. "Damit ist er noch lange nicht am Ende, er könnte noch viel mehr erzählen", sagte seine Frau Helga. Die Gratulanten standen sozusagen Schlange, das Telefon stand nicht still, die Gemeinde war durch Bürgermeisterin Birgit Singer-Grimm vertreten.













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