16.09.2020 - 16:56 Uhr
KümmersbruckOberpfalz

Gelöbnis wegen Corona in der Schweppermannkaserne

Auf einem Marktplatz oder im Festsaal eines Schlosses: Normalerweise finden Gelöbnisse mitten in der Gesellschaft statt. Wegen Corona allerdings mussten die Rekruten diesmal in der Kaserne bleiben.

Unterschiede beim Feierlichen Gelöbnis: Soldaten auf Zeit „schwören“ treu zu dienen, Freiwillig Wehrdienstleistende „geloben“ treu zu dienen
von Hans BernreutherProfil

Das feierliche Gelöbnis markiert nach erfolgreichem Abschluss der Grundausbildung in jedem jungen Soldatenleben einen ersten, militärischen Höhepunkt. Besonders, wenn es im entsprechenden öffentlichen Umfeld stattfindet. Doch darauf mussten die Rekruten des Logistikbataillons 472 wegen Corona verzichten. Umso mehr zeigte sich der Kommandeur, Oberstleutnant Sebastian Erbe, erfreut, dass erstmals wieder ein Gelöbnis öffentlich stattfinden kann – wenn auch in noch eingeschränkter Weise. Auf dem Appellplatz der Kaserne in Kümmersbruck waren die Kompanien, repräsentiert durch ihr Führungspersonal, angetreten.

Ausbildungszeit gestrafft

Als Vertreter der Politik nahmen Kümmersbrucks Bürgermeister Roland Strehl und Peter Braun, Bürgermeister von Schmidmühlen (Patengemeinde der 1. Kompanie des Logistikbataillons) teil. Den Gelöbnisgottesdienst gestaltete die evangelische Militärpfarrerin Annette Seifert. Zur Veranstaltung gekommen waren zahlreiche Eltern, Ehepartner und Freunde der Soldaten aus ganz Deutschland. Oberstleutnant Erbe ging auf die besonderen Umstände ein, die eine Ausbildung unter Covid-19-Bedingungen erforderten. Die Dauer sei von drei Monaten auf sechs Wochen gestrafft worden. Dies sei nur durch eine Verlängerung des Arbeitstages sowie Dienst an Samstagen und Sonntagen möglich gewesen. Insgesamt habe es nur ein freies Wochenende gegeben.

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Um größtmöglichen Schutz zu gewährleisten, seien die Soldaten in jeweils isolierte Kohorten zusammengefasst geworden. "Für alle, Ausbilder und Rekruten, eine echte Herausforderung", sagte der Kommandeur. Erbe wandte sich direkt an die Rekruten: "Sie konnten in den zurückliegenden Wochen einen Eindruck gewinnen, was es heißt, Soldat und Kamerad zu sein. Sie bewiesen Stärke, Durchhaltewillen und entwickelten sich als Team permanent weiter."

Auch persönliche Risiken

Mit ihrem Treuebekenntnis zur Rechts- und Werteordnung der Bundesrepublik Deutschland nähmen sie bewusst Einschränkungen, Härten des Dienstes und - in letzter Konsequenz - auch persönliche Risiken in Kauf. Für diese Entscheidung zollte Erbe den 15 Rekruten Respekt und Anerkennung. Beim Gelöbnis gab es eine Premiere: Erstmalig spielte ein Bläserensemble des Reservistenmusikzuges Oberpfalz unter der Leitung von Stabsfeldwebel a.D. Christian Ziegler.

Im Reservistenmusikzug Oberpfalz spielen ehemalige Soldaten des Heeres, der Luftwaffe und Angehörige der Marine.
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