02.07.2020 - 11:20 Uhr
KümmersbruckOberpfalz

Kosten für Neubau des Kindergartens Kümmersbruck steigen: Jetzt 9,5 statt 8,5 Millionen Euro

Bedarf ist unbestritten da, eine Renovierung wäre höchst unwirtschaftlich, der Standort des alten Kindergartens St. Raphael ist wohl ohne Alternative. Gebaut werden aber soll die Kindertagesstätte – darüber herrscht Konsens im Gemeinderat.

Das Grundstück neben dem bestehenden Kindergarten ist eine Herausforderung für die Planer. Die bautechnisch äußerst ungünstige Hanglage ist mit ursächlich für die hohen Kosten. Der Standort wird zwar im Gemeinderat diskutiert, ist aber wohl ohne Alternative.
von Klaus HöglProfil

Um für den Neubau der Kindertagesstätte St. Raphael an der Köferinger Straße einen Förderantrag bei der Regierung stellen zu können, war ein Grundsatz- und Durchführungsbeschluss darüber zu fassen, dass die Kindertagesstätte gebaut wird und auch an diesem Ort. Dazu kam es in der Sitzung aber nicht. Das einzige was vereinbart wurde: Der Gemeinderat trifft sich – voraussichtlich am Dienstag, 21. Juli – zu einer Sondersitzung zum Projekt Kindertagesstätte St. Raphael.

Vier Gruppen soll der Kindergarten aufnehmen, dazu drei Krippen- und eine Hort-Gruppe, eine beachtliche Größe. Fertiggestellt sein soll die Anlage 2022, Vorentwürfe wurden Anfang März auf den Weg gebracht. Die geschätzten 8,5 Millionen Euro Kosten „ließen erst mal alle schlucken“, hatte Bürgermeister Roland seinerzeit festgestellt. Davon sei man auch bis dato ausgegangen. Nun sollte also der neue Gemeinderat die Verwaltung beauftragen, den entsprechenden Förderantrag bei der Regierung der Oberpfalz zu stellen.

Allerdings mit einer gravierenden Änderung: Die neueste Kostenschätzung beläuft sich nämlich auf 9,5 Millionen Euro. Weil die Vorplanung erst kurz zuvor eingegangen war, konnte die Verwaltung den Gemeinderat erst unmittelbar vor der Sitzung darüber informieren. Betroffenheit und Verwunderung machte sich im Gremium breit. Alexander Greiner vom Bauamt erläuterte die neueste Kostenaufstellung. Einsparmöglichkeiten gäbe es demnach wohl, etwa bei der Einrichtung oder den Außenanlagen. Schlussendlich kam der Durchführungsbeschluss nicht zustande. Stattdessen sollen die Planer zur nächsten Gemeinderatsitzung zuzusagen „zum Rapport“ geladen werden, um Klarheit zu schaffen.

Ursprünglich 8,5 Millionen Euro

Kümmersbruck

„Die Planung ist an sich schlüssig, die Kostensteigerung von einer Million aber gefällt mir auch nicht“, eröffnete Strehl die Diskussion und signalisierte, dass die Suche nach einem alternativen Standort wohl auch nichts brächte. Mit der Kindergartenleitung seien die Wünsche nochmals abzuarbeiten. „Die Kostensteigerung hat doch jetzt sehr überraschend“, das Vorhaben sei nochmals in den Fraktionen zu besprechen, um vielleicht Alternativen zu finden, schlug Veronika Frenzel (SPD) vor. „Ich kann der neuen Planung nicht zustimmen. 9,5 Millionen als neue Schätzung, das ist viel zu viel. Eine Million pro Gruppe, und das ist dann noch nicht das Ende der Fahnenstange“, erklärte Markus Graf (CSU) und machte deutlich: „Ich akzeptiere diese Kostenschätzung nicht.“ Hans Hartinger (SPD) bekundete: „Ich fühle mich total überrumpelt, bei dem Preis ist klar, dass man neu nachdenken muss.“ Er wolle vom Architekten nähere Erläuterungen haben – "am Ende haben wir über 10,5 Millionen“, mutmaßte er. Sie sei überfordert, sagte Monika Paintner (CSU). Elisabeth Gruber (CSU) fühlte sich überrumpelt, sie habe „dabei Bauchschmerzen“ und wolle einen Förderplan vorgelegt haben. „Die Frage ist, ob wir bei diesen Zahlen auf diesem Platz noch bauen wollen“, brachte „mit Magenkrampf“ Martin Meier (CSU) ins Spiel. Zweite Bürgermeisterin Birgit Singer-Grimm erachtete die Lage als alternativlos. Auch Stefan Roggenhofer (CSU) stellte die Standortfrage. Die Einsparungen zwischen gehobenem und mittlerem Standort von den Architekten erklärten lassen will sich Thomas Pronath (CSU). „Architektenkritik bringt uns ja jetzt nicht weiter“, lenkte Roland Strehl ein. Der Bürgermeister schlug vor, sich im Gemeinderat nochmals zusammenzusetzen. Allerdings werden wir dann“, so schränkte er ein, "aus der Sitzung auch nicht rausgehen mit sieben Millionen.“ Harald Schwartz zeigte sich auch nicht glücklich über die Lösung, jedoch seien die Kosten in der Schätzung klar dargelegt.

Über die Notwendigkeit der Kindertagesstätte gab es für Renate Amrhein (CSU) keinen Zweifel: „Ich finde es gut, dass wir uns in zwei, drei Wochen wieder treffen, um beruhigt abstimmen zu können.“ Laut Sonja Finsterer (CSU) muss aufgrund der schlechter Verhältnisse bald gebaut werden, wobei sie die hohen Kosten (250 000 Euro) für den Abbruch des alten Kindergartens monierte. Hubert Blödt (CSU) erklärte: „9,5 Millionen Euro sind kein Pappenstiel." Eine Kostensteigerung sei zwar zu erwarten gewesen, aber nicht in dieser Höhe.

Das Grundstück neben dem bestehenden Kindergarten ist eine Herausforderung für die Planer, weil bautechnisch äußerst ungünstige Hanglage, das ist mit ursächlich an den hohen Kosten. Die Standortfrage wird zwar im Gemeinderat auch diskutiert, ist aber wohl ohne Alternative. Einsparungen werden geprüft. Mit vier Gruppen, drei Krippen-Kruppen und einer Hort-Gruppe wäre St. Raphael eine der größten Kindertagesstätten
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