20.04.2020 - 13:00 Uhr
KümmersbruckOberpfalz

Was krabbelt in der der Vils?

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Nicht jeder Krebs im Fluss ist etwas Gutes: Als Eindringling ist nämlich der aus Amerika stammende Signalkrebs auch hier auf dem Vormarsch.

Aua, das kann auch mal kräftig zwicken. So ein Flusskrebs hat ganz schön stattliche Scheren.
von Autor MNAProfil

Vielleicht haben Sie schon die eine oder andere Krebsschere, die aus den Steinen an den Ufern der Vils herausragt, bemerkt? Jeder freut sich, einen Krebs in unseren Flüssen zu sehen. Sind diese Tiere doch Anzeichen für eine ausgezeichnete Wasserqualität, sagt man.

Jedoch gibt es nicht nur die „guten Krebse“. Damit sind Stein- oder Edelkrebse gemeint, die seit jeder in unseren Gewässern zu Hause sind. Als sogenannte „invasive Art“, also eine hier nicht heimische Krebs-Sorte, ist uns inzwischen der Signalkrebs bekannt.

An sich amerikanischer Abstammung, verbreitet sich der Krebs nun zunehmend in unseren Gewässern, allen voran der Vils. Ursprünglich hatte man den Krebs nach Europa gebracht, da er sich als widerstandsfähig erwies und man so den Krebsbestand hierzulande sichern wollte. Doch das erwies sich als nicht unproblematisch.

Unsere anscheinend sehr guten Bedingungen für die Ausbreitung dieser Krebsart gaben in den letzten Jahren der Verbreitung der Signalkrebse einen gewaltigen Schub.

Aggressiver Zeitgenosse

Der Signalkrebs hat eine höhere Vermehrungsrate als unser einheimischer und sehr selten gewordener Edelkrebs. Er verträgt sogar wärmeres Gewässer. Die beiden stehen zudem in direkter Konkurrenz um Lebensraum und Nahrung. Jedoch zeigt sich der Signalkrebs wehrhafter und aggressiver und setzt sich damit mehr und mehr durch.

Auch als Träger der sogenannten Krebspest ist er zudem ein gefährlicher Fremdkörper in der heimischen Fauna und verdrängt andere Krebsarten zunehmend.

Doch was ist hier zu tun? Ganz einfach: sich Signalkrebse schmecken lassen. Sie haben keine Schonzeit. Doch einfach so fangen darf man ihn deswegen auch nicht.

In der unteren Vils finden sich auch die "importierten" Signalkrebse. Doch die machen zunehmend Probleme.

Nicht ohne Fischerei- und Erlaubnisschein

Krebse unterliegen dem Fischereirecht in Bayern. Das bedeutet, jeder „Signalkrebs-Jäger“ braucht zunächst einmal einen gültigen Fischereischein sowie einen Erlaubnisschein am jeweiligen Gewässer. Der Umgang mit Reusen oder sogenannten Krebstellern soll gelernt sein! Wichtig ist auch, dass man den Bestimmungsschlüssel für Krebsarten kennt.

Es ist manchmal nämlich gar nicht so einfach, Stein- und Edelkrebse von Signalkrebsen zu unterscheiden. Und es gibt noch andere Krebsarten, die sehr wenig bekannt sind, zum Beispiel Sumpfkrebsarten, nicht alle davon heimisch.

Wer aber an einer Krebshege einfach mal teilnehmen möchte, hat zum Beispiel voraussichtlich beim Ferienprogramm des Fischereivereins Schmidmühlen von 3. bis 6. September 2020 wieder die Möglichkeit.

Der Verein bietet für Kinder (gerne auch in Begleitung Erwachsener) eine Krebshegemaßnahme an, die geschulte Mitglieder des Vereins betreuen. Hier werden Krebse gefangen, bestimmt und die Signalkrebse dürfen auch verzehrt werden. Geschützte Stein- und Edelkrebse, auch Fluss- oder Bachkrebs genannt, werden natürlich sofort zurückgesetzt.

Bereits letztes Jahr wurden hier Führungen an Vils- und Krumbach sowie an der Lauterach angeboten und fanden sehr großen Anklang.

Krebshegemaßnahmen unterstützt derzeit auch der Naturpark Hirschwald e.V. in größerem Stil und steht hierfür auch in direktem Kontakt mit interessierten Gewässer-Eigentümern unserer Region.

Signalkrebse, wohlgemerkt, kommen nicht nur in Flüssen vor. Auch Bäche, Seen oder sogar Weiher werden inzwischen von dem Tier regelrecht besiedelt.

Und Fischzüchter sind natürlich hiervon ohnehin nicht begeistert. Der Signalkrebs ist als Laichräuber bekannt und in der stetig steigenden Anzahl auch eine Gefahr für heimische Fischarten geworden.

Ein weiterer Tipp aus unserer Familienzeitung "Abenteuer Familie"

Waldeck bei Kemnath
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