21.04.2020 - 12:39 Uhr
Waldeck bei KemnathOberpfalz

Wanderparadies im Kemnather Land

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Der Waldecker Schlossberg, der viele Besucher anlockt, ist ein weiterer Ausflugstipp aus unserer aktuellen "Abenteuer Familie". Die Burg durchlebte eine sehr wechselvolle Geschichte

Die Burgruine in Waldeck ist ein lohnendes Ausflugsziel für Familien.
von Hans LukasProfil

Der Waldecker Schlossberg ist zweifelsohne der Mittelpunkt des gesamten Kemnather Landes. Die reizvolle Landschaft in und um Waldeck, die Natur, die Kultur und die historische Bedeutung tragen dazu bei, dass Einheimische, Urlauber und auch die sonstigen Besucher hier Ruhe und Beschaulichkeit finden und in die ruhmreiche Geschichte eingeführt werden.

Der Heimat- und Kulturverein hat mit der Restaurierung und Gestaltung der Burgruine, durch Schaffung und Instandhaltung der zahlreichen Wander- und Themenwege sowie durch kulturelle und musikalische Angebote fast Vergessenes wieder erlebbar gemacht. Feste und Konzerte, bei denen Werke des berühmten Sohnes Waldecks, des Komponisten Hans von Koessler, im Mittelpunkt stehen, ergänzen und bereichern das kulturelle Angebot. Dazu tragen überdies Theateraufführungen in der Burgruine in Zusammenarbeit mit dem Landestheater Oberpfalz (LTO) bei.

Burg entstand um 950

Die Burg dürfte im Rahmen der Besiedlung des bayerischen Nordgaues naabaufwärts um 950 herum entstanden sein. Es ist davon auszugehen, dass die Wehranlage zunächst aus Holzbauten und Wällen bestand. Im Jahr 1008 schenkte Heinrich II die Gebiete, unter anderem „Keminata“ auf dem Nordgau, dem Bistum Bamberg - und dazu gehörte natürlich auch die Burg Waldeck.

Als erstes setzten die Bischöfe von Bamberg die Grafen von Sulzbach als Vögte ein. Dann kamen die Grafen von Lengenfeld-Pettendorf-Hopfenohe als Besitzer und erste Herren auf Waldeck. Mit dem Tode Friedrich III., des letzten Dynasten des Geschlechtes – er hatte keinen männlichen Nachfolger –- heiratete seine Tochter Heilwig den Leuchtenberger Landgrafen Gebhard I., der sich im Jahr 1124 in einer Urkunde Gehardus de Waldegge nannte. Das war die erste urkundliche Erwähnung Waldecks. Die zweite Tochter von Friedrich III mit Namen Heilica, heiratete Otto von Wittelsbach und war die Mutter des ersten Bayernherzogs Otto I.

Lange Herrschaft

Von 1119 bis 1283 besaßen die Leuchtenberger die Burg Waldeck, die sie dann an den Wittelsbacher Ludwig den Strengen verkauften. Die Herrschaft der Bayerischen und Pfälzer Wittelsbacher dauerte bis 1620. Im Jahr Januar 1319 übernachtete auf der Burg der Deutsche Kaiser Ludwig IV., genannt auch Ludwig der Bayer, der auf der Durchreise nach Prag war. Dies ist durch die Ausstellung zweier Urkunden belegt.

Im 30-jährigen Krieg war die Burg mehreren Belagerungen ausgesetzt, die sie ohne Schäden überstand. Erst dem schwedischen General Königsmark wurde sie übergeben. Die Schweden zerstörten die Burg jedoch nicht, sondern bauten sie teilweise sogar noch aus.

Verheerender Brand

Endgültig zerstört wurde die Anlage aber dann 1704 im Rahmen des Spanischen Erbfolgekrieges. Das Schicksalsjahr 1794 besiegelte nach einem verheerenden Brand das Leben und Geschehen auf dem Schlossberg. Der neue Markt wurde an der jetzigen Stelle wieder aufgebaut.

Ein weiterer Ausflugstipp aus unserer Familienzeitung "Abenteuer Familie"

Ensdorf
Die Aussicht vom Waldecker Schlossberg ist umwerfend.
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