02.08.2019 - 15:03 Uhr
KümmersbruckOberpfalz

Markus Leitl als erster deutscher Polizist mit neuem akademischem Titel

"European Joint Master's in Strategic Border Management" - diesen akademischen Titel führt jetzt Markus Leitl vom gemeinsamen deutsch-tschechischen Zentrum für Polizei- und Zollzusammenarbeit (GZ) in Schwandorf.

Markus Leitl.
von Externer BeitragProfil

Der 51-jährige Kümmersbrucker besuchte über vier Semester ausgesuchte Universitäten in Amsterdam, im baltischen Riga, Vilnius und Tallin sowie in Madrid und Salamanca (Spanien).

"Der Erste seiner Art"

Leitl ist der erste deutsche Polizist, der diesen Studiengang absolviert hat. Schwandorfer Oberbürgermeister Andreas Fellergratulierte Leitl: "Ich bin stolz auf Sie und freue mich nicht nur, das gemeinsame Zentrum, sondern ,den Ersten seiner Art' in Schwandorf zu wissen", lobte der Rathauschef den frisch Graduierten. Dass Leitl es schafft, habe er nie bezweifelt, sagte Fellner: "Sie sind nicht zum Aufgeben geboren." Der deutsche Koordinator des gemeinsamen Zentrums, Polizeioberrat Christian Kiener, hob die Bedeutung des Studienabschlusses von Leitl und seiner Masterarbeit für das internationale Netzwerk des GZ hervor. Es sei ein Meilenstein für die zwischenstaatlichen Beziehungen der Dienststelle. Polizeidirektor Klaus Kirsch, der in der Bundespolizeidirektion München für die beiden Zentren in Schwandorf und Passau verantwortlich ist, nannte Leitl ein Aushängeschild und das Fundament des Zentrums.

Auch Oberst Vratislav Hubkagratulierte. Der stellvertretende Direktor der Bezirkspolizeidirektion Pilsen sieht in Leitl nicht nur einen Kollegen, sondern einen Freund. Die tschechische Polizei freue sich sehr über Leitls Erfolg. Dieser sieht das nach eigenen Worten "kräftezehrende" Studium in englischer Sprache vor allem als Chance für die Bundespolizei und das wachsende Beziehungsgeflecht des GZ innerhalb Europas. "Die European Joint Masters haben ein Netzwerk aus Experten geschaffen, das mit jedem neuen Studiengang enger geknüpft wird", betonte Leitl. Und der "European Player" findet auch ein passendes Schlusswort: "Europa ist eine Errungenschaft".

Von Anfang an dabei

Markus Leitl (51) ist verheirateter Vater zweier Töchter und wohnt in Kümmersbruck. Er gilt als "Urgestein" im gemeinsamen Zentrum seit dessen Gründung am 17. Dezember 2007. Derzeit hat er die Funktion des Kontingentleiters der Bundespolizei für die Arbeitsstellen Petrovice und Schwandorf und fungiert als stellvertretender deutscher Koordinator.

Den Studiengang beendeten 21 von 28 Teilnehmern an Partneruniversitäten in Europa. Unter der Federführung der europäischen Agentur für die Grenz- und Küstenwache (Frontex) hatten die Universitäten die Studieninhalte mit mehrjährigem Vorlauf erarbeitet. In seiner Masterarbeit hat Leitl den Entwurf der neuen EU-Frontex-Verordnung bewertet, Chancen und Risiken in Englisch auf mehr als 160 Seiten beleuchtet.

Die Absolventen aus 13 Ländern der Europäischen Union und 19 Polizeiorganisation haben im lettischen Riga ihre Urkunden erhalten. Leitl schloss das Studium mit der Endbewertung "Work of very good Quality" ab. Das gemeinsame Zentrum ist Teil des europäischen Netzwerks der polizeilichen Kooperationszentren und stellt an den Standorten Schwandorf und Petrovice (Nordböhmen) eine Brücke über rechtliche, organisatorische und sprachliche Barrieren in der täglichen Zusammenarbeit zwischen den deutschen und tschechischen Polizei- und Zollbehörden dar.

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