11.10.2018 - 17:01 Uhr
KümmersbruckOberpfalz

Ministerin Michaela Kaniber auf Stippvisite in Haselmühl

Der Wolf, das Schwein, der Borkenkäfer - die Landwirte und Zuhörer, die sich an der Diskussion mit Ministerin Michaela Kaniber beteiligen, haben verschiedene Anliegen und doch eines gemein: Sorgen um die Existenz.

Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (Zweite von rechts) besucht den Hof der Familie Schönberger (ab Zweiter von links) in Haselmühl und stellt sich den Fragen von Landwirten aus der Region.
von Anne Sophie Vogl Kontakt Profil

Stefan Schönberger fühlt sich vom Besuch der bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber geehrt - auch, wenn er in der Vergangenheit schon mehrere Minister zu Besuch hatte, sagt er mit einem verschmitzten Lächeln. Der Ökonom zeigt auf seinem Hof in Haselmühl, welchen Weg er und seine Familie eingeschlagen haben. Vor drei Jahren mussten sie aufgrund zu vieler Auflagen ihre Sauzucht einstellen.

Mittlerweile haben sie unter anderem einen Schweinemastbetrieb mit 1100 Tieren, Ackerflächen und einen Hofladen, wie Schönberger erzählt. Der Alltag des 40-Jährigen besteht nicht nur aus Schweine füttern, misten und Traktor fahren, sondern vor allem aus viel Büroarbeit.

Auf dem Schönberger-Anwesen und bei der anschließenden Diskussionsrunde im Gasthof Zur Post in Kümmersbruck richten der Landwirt und seine Kollegen ihre Sorgen und Wünsche direkt an die Ministerin. Die Bauern machen deutlich: Sie fühlen sich missverstanden und sorgen sich um ihre Zukunft. Georg Staller spricht an, wie fatal die Umsetzung der oft geforderten Offenstallpflicht für die Schweinezucht wäre. Die Tiere wären dann nicht mehr vor ansteckenden Krankheiten geschützt. "Do kann jede Sau mit am Wildschwein schmusen" - und sich infizieren, schlussfolgert Staller. ASP - afrikanische Schweinepest - ist das Stichwort vieler Fragen und Anliegen. Die Forderung nach Plakataktionen an Raststätten, die über die Seuche aufklären, wird laut. Fressen Wildschweine zurückgelassene Essensreste, kann dies die Ausbreitung von ASP zur Folge haben. "Das stimmt, da wird zu wenig gemacht", gibt Kaniber den Landwirten recht. Sie wisse auch, dass der Borkenkäfer ein "brutales Thema" sei und verweist auf ein Zehn-Punkte-Programm, das die Forstbesitzer mit Geld und Beratung unterstütze.

Eine der Anwesenden äußert ihre Angst vor dem Wolf. "Da kann ich Sie beruhigen. Der Umweltminister und ich sind dafür, dass der Wolf entnommen werden darf." Für diese Aussage erntet Kaniber Applaus.

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