07.05.2019 - 17:17 Uhr
KümmersbruckOberpfalz

Vilskultur: Im Kulturgarten des Nachbarn

Musik und Kabarett, aber auch einen Blick in den Kulturgarten des Nachbarn: All das bietet Vilskultur, nunmehr schon in seiner zwölften Auflage.

Die Alfelder Musikanten bei ihrem Auftritt bei Vilskultur.
von Klaus HöglProfil

Seit zwölf Jahren haben sich die Vils-Anreiner Ensdorf, Kümmersbruck, Ebermannsdorf zusammengetan, um Besonderheiten, Gemeinsamkeiten, Berührungspunkte in einen kulturellen Mittelpunkt zu stellen. Der Titel Vilskultur ist nicht zufällig gewählt, denn es ist die gemächlich dahinfließende Vils, die seit Jahrhunderten die Menschen und die Umgebung geformt hat.

An sich war der große Saal im Kulturschloss Theuern als Ort für diese gemeinsame Veranstaltung geplant, doch wegen des Umbaus musste in die Mehrzweckhalle in Kümmersbruck ausgewichen werden. Nächstes Jahr ist dann Ensdorf dran. Kümmersbrucks stellvertretende Bürgermeisterin Birgit Singer-Grimm beschäftigte sich in ihrer Einführung ausführlich mit dem Lebensraum Vils. In ihren Augen ist die Vilskultur eine gute Möglichkeit, "in den Kulturgarten der Nachbarn zu schauen".

Als Alfelder Musikanten sorgten Bernd Kolb, Maximilian Buchler, Wolfgang Maul, Bastian Dobler, Bernd Maul und Heike Fruth für die passenden Klänge. Und weil Fruth (Akkordeon) Ebermannsdorferin ist, war sozusagen auch ihre Gemeinde mitvertreten. Der Abend drehte sich ums Bier, um seine Geschichten und um Wissenswertes rund rum den Hopfen. Der Heimat- und Kulturverein Theuern kümmerte sich um das leibliche Wohl - auch mit Bier.

Wie passt Kabarett und Kasse zusammen? Recht gut und unterhaltsam wie Stefan Walz (alias Gerd Ferz) bewies. Der Kabarettist, der aus dem Taubertal stammt, der Liebe wegen nach Schwandorf kam und bei der Gemeinde Kümmersbruck in der Kasse beschäftigt ist, ließ sich über das Bier und über die Ernährung aus. Seit 2007 bereichert Walz die Kleinkunstbühnen, jetzt war Kümmersbruck zum ersten Mal dran. Es gab einiges zu lachen für die Zuschauer, wenn Walz seinen (Bio-)Senf zum Bier gibt. "Dass Bier vegan ist, kann niemals sein - es schmeckt ja", teilte er seinem Publikum mit. Und sein Feindbild Nummer eins tut er auch gleich noch kund: die Lehrerin mit Doppelnamen. Und die wohnt in seiner Nachbarschaft, eine Frechheit schon von Haus aus.

Oliver Hanysz hatte Bier zum Probieren mitgebracht.
Info:

Rund um Hopfen und Bier

Kreisheimatpfleger Dieter Dörner hielt einen Vortrag über die Anfänge des Hopfenanbaus in der Region. Das Gebiet sei bis zum 16. Jahrhundert Weinland gewesen. Erst danach sei Hopfen angebaut worden. In Ensdorf, Schmidmühlen und vor allem im Raum Sulzbach habe es große Vorkommen gegeben.

Bis nach dem Ersten Weltkrieg habe es Hopfen und Kommunbrauhäuser gegeben, „danach war das nicht mehr lukrativ“. Mehr und Mehr hätte sich die Hallertau als größtes Hopfenanbaugebiet der Welt durchgesetzt. Der Kümmersbrucker Oliver Hanysz darf sich Betreiber der ersten kommerziellen Kümmersbrucker Brauerei nennen. Er schilderte den langen Weg von der Idee über den Weg durch Instanzen und Behörden bis hin zum ersten gebrauten Bier. Hanysz bewies, dass sein in kleinen Mengen gebrautes Craftbeer schmackhaft ist: Bei der Kostprobe erzielte er für sein Gebräu durchwegs gute Noten.

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