06.04.2021 - 10:13 Uhr
KulmainOberpfalz

Elternbeiräte aus Kulmain verfassen Brandbrief: "Wir wollen unseren Kindern eine Stimme geben"

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Mit einem Schreiben wenden sich die Elternbeiräte der Grundschule und des Kinderhauses in Kulmain an die bayerische Regierung sowie an das Schul- und Landratsamt. Sie fordern die Öffnung der Einrichtungen.

Die Elternbeiräte der Grundschule Kulmain fordern Öffnungsperspektiven für Schule und Kita im Gemeindegebiet Kulmain.
von Katrin Pasieka-Zapf Kontakt Profil

"Wir sind ein Zusammenschluss betroffener Eltern von Kindergarten- und Grundschulkindern, die mittlerweile mit ihren Kräften am Enden sind." Mit diesen Worten beginnt das Schreiben, das die Elternbeiräte der Grundschule Kulmain und des Kinderhauses Mobile an Kultusministerium, Staatskanzlei sowie an das Schul- und Landratsamt geschickt haben. Sie wünschen sich Perspektiven für konkrete Öffnungen, die auch mit einer differenzierten Betrachtung der Fallzahlen auf Gemeindeebene umgesetzt werden soll. "Die Zahlen in unserem Gemeindegebiet liegen auch nicht höher als in angrenzenden Landkreisen, welche die Schule wieder besuchen dürfen", schreiben die Elternbeiräte.

"Wir sind der Meinung, dass wir lange genug zugesehen haben", sagt Magdalena Reger. Zusammen mit dem Elternbeirat des Kinderhauses Mobile will sich die Erste Vorsitzende des Elternbeirats für die Kinder in der Gemeinde stark machen. "Mit diesem Brief wollen wir unseren Kindern eine Stimme geben", sagt sie. Die Elternvertreter fordern, "die Öffnungen der Kitas und Schulen auch oberhalb eines Inzidenzwertes von 100 in die Wege zu leiten und Perspektiven zu schaffen".

Eltern wollen helfen

Ein Präsenzunterricht wäre durchaus in Kulmain möglich. Laut dem Schreiben gebe es in der Grundschule genügend Räume, auf die die Klassen mit ausreichend Abstand aufgeteilt werden können. Alternativ stünden das Feuerwehrhaus und der Martinssaal in unmittelbarer Nähe zur Verfügung. Raumluftfilter und CO2-Ampeln seien in allen Räumen vorhanden. Neben regelmäßigem Lüften sollten auch wöchentliche Schnelltests das Risiko einer Ansteckung auf ein Minimum begrenzen. Die Schulen planen bereits seit längerem, wie der Präsenzunterricht funktionieren kann. "Sollten Stühle und Tische umgestellt werden, würden die Eltern auch mithelfen", sagt Reger.

Im Kinderhaus Mobile wurden bereits vor vier Monaten die Gruppen streng voreinander getrennt. "Ein Durchmischen von Personal und Kindern ist damit ausgeschlossen", schreiben die Elternvertreter. In der Kita werde auch darauf geachtet, dass die Kinder viel im Garten spielen können.

Ämter an Ministerien gebunden

Erste Rückmeldungen haben die Elternbeiräte bereits vom Schul- und Landratsamt erhalten. "Wir verstehen die Sorgen und auch die große Belastung der Eltern", erklärt Schulrätin Martina Puff auf Nachfrage. Dennoch seien die Ämter an die Entscheidungen aus den Ministerien gebunden. Derzeit sei nicht vorgesehen, dass eine Kreisverwaltung über die Öffnung der Schulen auf Gemeindeebene entscheiden kann.

Die Entscheidung, wer nach den Osterferien wieder in den Präsenzunterricht gehen darf, ist derzeit noch vom Inzidenzwert abhängig. Liegt die 7-Tage-Inzidenz nach den Ferien über dem Wert 100, dürfen Schüler aus den Grundstufen der Förderzentren, Viertklässler, Abschlussklassen sowie Schüler der elften Jahrgangsstufe (Gymnasium/FOS/BOS) wieder beschult werden. Zusätzlich muss zwei Mal pro Woche ein negativer Corona-Test vorgelegt werden. Bis auf den Selbsttest, den man zu Hause machen kann, sind alle anderen Testvarianten erlaubt.

"Liegt der Wert unter 100, ist die Lage entspannter", sagt Puff. Dann dürfen alle Schüler aller Schulformen und Jahrgänge zurück in den Präsenzunterricht - vorausgesetzt, der Abstand von 1,5 Metern kann im Klassenzimmer eingehalten werden. Ist das nicht möglich, sollen die Klassen geteilt und im Wechselunterricht beschult werden.

Mehr Ehrenrunden

Mit einem regelmäßigen Wechselunterricht könnte sich Magdalena Reger anfreunden. "Hauptsache die Kinder können zurück zur Schule und in die Kita. Sie wünschen es sich sehr", sagt sie. Auch eine noch so gute Online-Schulstunde komme nicht an den Präsenzunterricht heran, auch weil sich die Schüler bei Fragen gleich an den Lehrer wenden können. "In der Gemeinschaft ist es einfach ein anderes Lernen", meint Reger. Auch sehen die Lehrer gleich, ob die Schüler den Stoff verstanden haben oder noch Unterstützung benötigen.

"Welche Nachteile unseren Kinder entstehen, nur weil sie im Grenzgebiet wohnhaft sind, mögen wir uns nicht ausmalen", schreiben die Elternbeiräte. Sie befürchten, dass viele Eltern ihre Kinder zurückstellen oder die Klasse wiederholen lassen. Dem Brandbrief aus Kulmain haben sich bereits mehrere Schulen angeschlossen.

"Welche Nachteile unseren Kinder entstehen, nur weil sie im Grenzgebiet wohnhaft sind, mögen wir uns nicht ausmalen."

Elternbeiräte der Grundschule Kulmain und des Kinderhauses Mobile

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