05.04.2021 - 08:21 Uhr
PlößbergOberpfalz

Elternbeiräte in Plößberg fordern Perspektiven für Schul- und Kitaöffnungen

Die Belastbarkeitsgrenze nach vier Monaten durchgängiger Schließung ist erreicht, meinen die Elternbeiräte von Grundschule und Kitas in Plößberg. Sie fordern Perspektiven für eine Öffnung unabhängig von der Inzidenz.

Die Elternbeiräte der Grundschule Plößberg sowie der Kindertagesstätte Regenbogen in Beidl und der Kinderkrippe Wirbelwind fordern in einem Schreiben an Landratsamt, Regierung und Kultusministerium eine Öffnung, auch wenn die 7-Tage-Inzidenz über 100 liegt.
von Lena Schulze Kontakt Profil

In einem gemeinsamen Schreiben fordern die Elternbeiräte der Grundschule Plößberg, der Kinderkrippe Wirbelwind und der Kindertagesstätte Regenbogen in Beidl Perspektiven für die Öffnung der Einrichtungen. "Seit beinahe vier Monaten sind die Grundschulen und Kitas durchgängig geschlossen", beschweren sich die Elternvertreter.

Eltern mit Kräften am Ende

Eltern würden in dieser schwierigen Zeit mit ständigen Schul- und Kitaschließungen Herausragendes leisten, um der Betreuung der Kinder, dem familiären Alltag sowie den beruflichen Herausforderungen gerecht zu werden. Für viele Eltern könne es so nicht mehr lange weitergehen, heißt es in dem Schreiben weiter. "Die Grenzen des Zumutbaren und Belastbaren sind erreicht bzw. überschritten. "Viele Eltern seien durch die monatelange Mehrfachbelastung mit ihren Kräften am Ende.

Gleichzeitig gebe es aufgrund der dauerhaft hohen Inzidenzwerte im Landkreis Tirschenreuth von über 100 aktuell keine Perspektive dafür, dass sich an diesem Zustand - Heim-Unterricht für Grundschüler, Notbetreuung, und Betreuung zu Hause - in naher Zukunft etwas ändert. Ob Kitas und Schulen in diesem Schuljahr überhaupt noch öffnen können, fragen die Elternvertreter hoffnungslos. "Dies wollen wir als Elternbeirat im Interesse betroffener Eltern nicht mehr länger einfach so hinnehmen", erklären die Plößberger den Grund für das Schreiben.

Deshalb schlossen sich der Elternbeirat der Kita Regenbogen in Beidl mit den Elternbeiräten der Grundschule Plößberg und der Kinderkrippe Wirbelwind zusammen, um sich gemeinsam für Perspektiven für die Öffnung von Grundschule und Kitas einzusetzen. Sie verfassten nun dieses Schreiben, das an verschiedene Stellen im Landkreis Tirschenreuth, an die Regierung der Oberpfalz und ans Bayerische Kultusministerium ging. Das Ziel: eine Öffnung der Bildungseinrichtungen auch oberhalb einer Inzidenz von 100.

Masken, Lüften, Abstand, Impfung

„Dabei geht es keinesfalls um Öffnungen um jeden Preis, sondern unter strenger Einhaltung bereits vorhandener Hygienemaßnahmen und mit regelmäßigen Corona-Testungen“, erklären die Brandbrief-Schreiber. Die Sicherheit der Kinder und des Personals stehe zwar an erster Stelle. Viele Lehrkräfte der Grundschule sowie das Personal in Kindergarten und Krippe hätten aber bereits die Möglichkeit zur ersten Impfung bekommen. Zudem sei für die Schulen und Kitas in Plößberg ein umfangreiches Hygienekonzept ausgearbeitet worden: getrennte Gruppeneinteilung, Abstand durch trennbare Klassenzimmer, Masken, regelmäßiges Lüften und Desinfizieren. Außerdem seien in allen Einrichtung Raumluftfilter vorhanden. „Wenn dann noch regelmäßige Corona-Tests hinzukommen, dürfte das Risiko einer Ansteckung auf ein Minimum begrenzt sein“, finden die Elternvertreter.

Es sei an der Zeit den Kindern wieder einen einigermaßen "normalen" Alltag und eine gesunde Entwicklung unter Gleichaltrigen zu ermöglichen. "Ständige Schul- und Kitaschließungen sehen wir jedenfalls nicht mehr als Alternative", heißt es in dem Brandbrief weiter.

Mehrere Reaktionen

Laut Corinna Reil, Elternbeiratsvorsitzende der Kita Regenbogen, haben sich bereits die Regierung der Oberpfalz, Landrat Roland Grillmeier sowie Bürgermeister Lothar Müller auf das gemeinsame Schreiben der drei Elternbeirats-Gremien gemeldet. Mit dem Bürgermeister wollen sich die Vertreter detailliert zu ihrem Anliegen austauschen.

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