01.04.2021 - 11:12 Uhr
KulmainOberpfalz

Bei Lenau Folie in Acker eingepflügt

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Daraus werden sicherlich einmal keine Folienkartoffeln: Ein Landwirt in der Gemeinde Kulmain hat es sich offensichtlich leicht gemacht und Silofolie einfach auf dem Feld eingepflügt.

So nicht: Auch Silofolie gehört fachgerecht entsorgt. Sie einfach auf dem Feld liegenzulassen, kann für den Landwirt teuer werden.
von Bernhard KreuzerProfil

"Wir werden bei unseren Veranstaltungen auf solche Missstände hinweisen, damit es hoffentlich solche Bilder nicht mehr gibt." Mit diesen Worten kommentiert Ulrich Härtl, Kreisgeschäftsführer des Bayerischen Bauernverbandes Tirschenreuth, von den Oberpfalz-Medien übersandte Bilder. Sie zeigen auffallend viele wild abgelagerte und in Äcker eingepflügte Folien rund um die Ortschaft Lenau.

Nur eine Minderheit

Zu den Fotos schreibt der Geschäftsführer weiter: "Auch uns liegt viel daran, dass die Folien ordentlich entsorgt werden - was im Übrigen auch die große Mehrheit der Landwirte macht."

Die so wild deponierten und eingepflügten Kunststoffabdeckungen werden im Laufe der Zeit zerfallen und gelangen wieder als Mikroplastik gesundheitsschädigend in den Lebensmittelkreislauf. Das Amt für Landwirtschaft verweist seinerseits auf die Sammelstellen für gebrauchte Kunststofffolien, soweit diese nicht auf anderem Weg ordnungsgemäß entsorgt werden können.

Dem Image der bäuerlichen Betriebe schadet das vorgefundene Fehlverhalten sicherlich, weil auch nicht der Förderung von regionalen und gesunden Lebensmittel dienlich ist.

"Das Einpflügen von Folien in den Boden stellt sicherlich keine zulässige Abfallverwertung und Abfallbeseitigung dar und ist daher verboten."

Walter Brucker, Pressesprecher des Landratsamtes Tirschenreuth

Ausführlich zu dem geschilderten Fall nimmt das Landratsamt Tirschenreuth Stellungnahme und stellt fest: "Sofern Silofolie nach Gebrauch entsorgt werden soll, unterfällt sie dem Abfallrecht." Dieses gelte selbstverständlich ebenso für alle anderen Folien und Kunststoffe. Pressesprecher Walter Brucker teilt weiter mit: "Das Einpflügen von Folien in den Boden stellt sicherlich keine zulässige Abfallverwertung und Abfallbeseitigung dar und ist daher verboten."

Über Sammelstellen informieren

Denn wie für alle anderen Abfallerzeuger und Abfallbesitzer gelten für die Landwirte die Vorschriften des Kreislaufwirtschaftsgesetzes. "Danach sind Abfälle ordnungsgemäß und schadlos zu verwerten beziehungsweise zu beseitigen." Damit eingebunden sei die Verpflichtung, sich über entsprechende Rückgabemöglichkeiten oder Sammelstellen zu informieren.

Das Landratsamt nimmt mit seiner Feststellung, dass in den weit überwiegenden Fällen die Beseitigung von Folien ohne Probleme geschehe, die Landwirte in Schutz. Es betont aber auch, dass die aufgezeigte Praxis wahrscheinlich nicht auf Unwissenheit, sondern auf Kostengründen oder Bequemlichkeit beruht.

Wilde Müllablagerungen kein Einzelfall

Leonberg

Wer allerdings jetzt einen Blick in die Straßengräben wirft, wird feststellen, dass sorglos jede Menge Müll durch das Autofenster entsorgt wird und Umweltbewusstsein nicht immer groß geschrieben wird. Irgendwann wird das Straßengrün die Abfälle überwuchern, Mähgeräte werden sie im Spätsommer zerkleinern. Letztlich sind die Folgen die gleichen wie bei den landwirtschaftlichen Folien.

Hintergrund:

Bis 2500 Euro Bußgeld

Für einen Landwirt kann es unter Umständen eine teure Angelegenheit werden, Folien im Gebüsch zu verstecken, am Ackerrand liegen zu lassen oder unter der Erde zu ackern.

  • Wird der Verursacher gemeldet, erlässt das Landratsamt zunächst eine Aufforderung zur ordnungsgemäßen Entsorgung.
  • Wird dem nicht nachgekommen, kann eine kostenpflichtige Beseitigungsanordnung erlassen werden.
  • Zusätzlich wird ein Bußgeldverfahren eingeleitet, bis zu 2500 Euro stehen hierbei im Raum.

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