24.08.2020 - 10:42 Uhr
KulmainOberpfalz

Ortsumgehung Süd ein Segen - Nord-Ost ein Wunsch

Vor einem Jahrzehnt ging der Wunsch vieler Kulmainer Ortsbürger in Erfüllung: Die lang ersehnte Ortsumgehung Süd wurde gebaut. Doch noch ein zweiter Schritt muss folgen.

von Arnold KochProfil

Die Bürger vor schädlichen Umwelteinflüssen wie Lärm und Abgasen zu entlasten, mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu bieten und damit den ländlichen Raum in seiner Infrastruktur zu stärken, war das erreichte Ziel der Ortsumgehung Süd. Mit einem feierlichen Spatenstich leitete Innenstaatssekretär Gerhard Eck vor einem Jahrzehnt - genauer am 29. Juli 2010 - mit Politikern und Offiziellen der Staatsbehörden den offiziellen Baubeginn des Ausbaues der beiden Staatsstraßen 2665 und 2177 ein. An der Baustelle der neuen Schirnitzbach-Brücke südlich des kommunalen Bauhofes versammelte man sich damals mit Kulmainer Bürgern zum förmlichen Teil mit Ansprachen der Politiker und Behördenvertreter.

Nach gemeinsamen Anstrengungen ist es heute nun soweit, dass wir mit dem feierlichen Spatenstich den offiziellen Startschuss für die Ortsumgehung Kulmain geben können. Grund zur Freude haben vor allem die Kulmainer Bürger, die künftig weniger als bisher durch Lärm und Abgase belästigt werden.

Hermann Gläser bei Spatenstich 2010

Hermann Gläser, der damalige Leiter des Staatlichen Bauamtes Amberg-Sulzbach, begrüßte die Besucher und offiziellen Gäste. Gekommen waren zudem Landrat Wolfgang Lippert, Reinhard Pirner von der Obersten Baubehörde, Polizeipräsident Rudolf Kraus sowie zahlreiche Mandatsträger des Landtags, Landkreises und der Gemeinde sowie Mitarbeiter der am Bau beteiligten Behörden und Firmen.

„Nach gemeinsamen Anstrengungen ist es heute nun soweit, dass wir mit dem feierlichen Spatenstich den offiziellen Startschuss für die Ortsumgehung Kulmain geben können. Grund zur Freude haben vor allem die Kulmainer Bürger, die künftig weniger als bisher durch Lärm und Abgase belästigt werden“, erklärte damals Gläser. Das Straßenbauprojekt wurde aus Mitteln des Freistaates und der Europäischen Union finanziert. Damit flossen Steuergelder zum Wohl der Bürger und Stärkung der heimischen Infrastruktur zurück. Die beiden Brückenbauvorhaben erledigten die zwei Oberpfälzer Firmen HSG Zander aus Grafenwöhr und Rodinger Ingenieurbau GmbH, den Straßenbau die Baufirma Rädlinger. Der Dank galt der Gemeinde und den Behördenmitarbeitern für die gute vorbereitende Arbeit. Großes Lob zollte man den Grundstücksbesitzern, die ohne gerichtliche Auseinandersetzungen ihre Grundstücke veräußerten oder tauschten.

Überregionale Querverbindung

Innenstaatssekretär Gerhard Eck stellte beim Spatenstich die besondere Bedeutung der Ortsumgehung Kulmain als wichtige überregionale Querverbindung zwischen den Autobahnen A 9 und A 93 heraus. „Die unbefriedigenden Verkehrsverhältnisse in Kulmain werden damit bald der Vergangenheit angehören; die Wohn- und Lebensqualität in Kulmain wird sich damit ein Stück verbessern“, versicherte Eck damals und behielt Recht. Die Brücken über den Eng- und Schirnitzbach waren zu diesem Zeitpunkt bereits mit Baukosten von 585.000 und 671.000 Euro im Bau. Im Herbst 2010 begannen die Straßenbauarbeiten. Die Fertigstellung der gesamten Baumaßnahme war für Herbst 2011 vorgesehen.

Die Arbeiten zur Ortsumgehung

Rund 4,4 Millionen Euro investierte der Freistaat in die 1,7 Kilometer lange Ortsumgehung, die zu einer wesentlichen Verkehrsentlastung innerorts führte. Die knappe Mittelausstattung im damaligen Staatshaushalt machte die Finanzierung nicht einfach. Mehr als hilfreich war die Gewährung eines Zuschusses aus dem EU-Programm „Europäischer Fonds für Regionale Entwicklung“ in Höhe von 1,25 Millionen Euro. „Wichtig für uns im ländlichen Raum ist es, die Verkehrsinfrastruktur auf dem Land zu verbessern, die eine Hauptschlagader für uns Menschen und für die funktionierende Wirtschaft sind“, betonte Eck beim Spatenstich.

Weiterer Mosaikstein

Mit der neuen Ortsumgehung wurde ein weiteres Mosaiksteinchen zur Stärkung der wirtschaftlichen und verkehrlichen Infrastruktur im westlichen Landkreis eingefügt. 8000 Fahrzeuge am Tag, eine fehlende Linksabbiegerspur für die Staatsstraße 2665 Richtung Brand und die damit verbundenen Staus sowie die Forderung nach mehr Sicherheit auf dieser Strecke, fehlende Pietät durch Verkehrslärm bei Beisetzungen auf dem nahen Friedhof rechtfertigten den finanziellen Aufwand. Die Ortsumgehung Süd des Ortes Kulmain war ein Meilenstein für die zukünftige Entwicklung des Ortes, deren Antrags- und Planungsphase ein Vierteljahrhundert dauerte. Der Ort und seine Bewohner waren durch ständig wachsende Verkehrsströme und deren Folgen immer stärker belastet worden. Der Baubeginn in 2010 war deshalb eine große Freude.

Wichtig für uns im ländlichen Raum ist es, die Verkehrsinfrastruktur auf dem Land zu verbessern, die eine Hauptschlagader für uns Menschen und für die funktionierende Wirtschaft sind.

Innenstaatssekretär Gerhard Eck beim Spatenstich 2010

Zukunftswunsch der Gemeinde damals und auch heute ist nach wie vor, auch den zweiten Teil des überregionalen Verkehrs durch die Ortsdurchfahrt der Staatsstraße 2665 Richtung Brand um den Ort zu führen.

Info:

Hintergrund

Die Planungsphase war von Dialog, Information und gegenseitigem Verständnis geprägt, sodass die planungsrechtliche Umsetzung und der Grunderwerb problemlos erledigt wurden. Erste Planungsüberlegungen gab es Anfang der 1990er Jahre durch das Straßenbauamt Weiden, nachdem das Verkehrsaufkommen nach der Grenzöffnung nach oben geschnellt war. Nach der Aufnahme in die erste Dringlichkeitsstufe konnte 2001 mit der konkreten Planung begonnen werden. Nach der ökologischen Bestandsaufnahme startete unter enger Abstimmung mit der Gemeinde im Jahr 2004 die technische Planung des Projektes. Innerhalb eines Jahres konnte das Planfeststellungsverfahren ohne Klageweg durch Erlass des Planfeststellungsbeschlusses der Regierung der Oberpfalz im Oktober 2009 abgeschlossen werden.

Ab dem 25. August 2011 rollte der Verkehr auf der Staatsstraße 2177 zwischen Kemnath und Marktredwitz nicht mehr durch den Ort Kulmain. Bei einem Festakt wurde die Ortsumgehung Süd des Ortes durch Innenstaatssekretär Gerhard Eck in einer Feier unter Beisein zahlreicher Ehrengäste, Bürger und Vertretern von Baufirmen und Behörden für den Verkehr freigegeben. Bei den Festansprachen würdigten die Behördenvertreter die Leistungen und Zugeständnisse aller am Bau Beteiligten, die zu einer schnellen Umsetzung des 2009 gefassten Planfeststellungsbeschlusses, der ohne langwierige gerichtliche Entscheidungen in einer Bauzeit von 13 Monaten umgesetzt wurde.

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