Die Auswirkungen beim Ausbau der Eisenbahnstrecke im Abschnitt der Gemeinde versuchte die Deutsche Bahn am Dienstag dem Gemeinderat möglichst schonend beizubringen. Eine gute Nachricht von Marion Fink, Kommunikation Portfolio Nordbayern, und Projektleiter Michael Engelmann durfte es gewesen sein, dass der Tunnel durch den Schwarzberg fast vom Tisch ist.
Fink stellte zunächst den Ist-Zustand der Strecke und die Notwendigkeit des Ausbaus vor. Die derzeit ausschließliche Nutzung der Strecke mit Dieselfahrzeugen sei schlecht für Natur und Umwelt sowie für die ganze Region. Zur Verbesserung des Schienenverkehrs sollen 500 Kilometer für den Einsatz moderner Fahrzeuge ausgebaut und elektrifiziert werden. Davon profitierten der Nah- und besonders der Fernverkehr.
100.000 Tonnen CO2 würden dadurch jährlich eingespart, meinte die Bahnvertreterin. Ebenso profitiere der Güterverkehr, wenn der Transport auf die Bahn verlagert und Straßen geschont werden. "Auch für Europa ist die Strecke wichtig", untermauerte sie ihre Ausführung.
Fink richtete weiter ihren Blick auf das Scoping-Verfahren (Umweltverträglichkeitsprüfung), um Auswirkungen auf Mensch und Tier möglichst gering zu halten. Hier allerdings sprach sie einen wunden Punkt an. Die Ausführungen dazu bezeichnete CSU-Fraktionssprecher Albert Sollfrank als Horrorszenario. Darin festgeschrieben werde eine ganze Litanei von Umweltbelastungen wie Absenkung des Grundwassers, dessen Verschmutzung und die von Oberflächengewässern sowie Flächenversiegelung. "Das muss den Bürgern bekannt gegeben werden. Wir müssen hellwach sein." Sollfrank forderte zu reagieren, um nicht später, wenn vollendete Tatsachen geschaffen seien, mit dem Vorwurf der Untätigkeit ausgesetzt zu sein.
Zwei Brücken, ein Tunnel
"Man kann nicht einfach ein paar Masten aufstellen", führte Projektleiter Engelmann ein. Die Gemeinde sei vom Ausbau in Bereich der Bahnkilometer 104 bis 110 betroffen. In diesem Abschnitt lägen zwei Brücken der Gemeinde und der 1877 gebaute Armesbergtunnel. Die 780 Meter lange Röhre sei 1990 mit einer bewehrten Spritzbetonschale im Gewölbe vollständig gesichert worden. Dadurch verringerte sich der Querschnitt, die Stromabnehmer einer E-Lokomotive würden an der Tunnelschale schleifen. Für den Ausbau stehen laut Redner drei Lösungen zur Verfügung. Zwei weitere Varianten, wie der eingleisige Umbau des Bestandtunnels mit tiefer gelegten Gleisgradienten und der eingleisige Ausbau des Tunnels selbst, seien ausgeschieden. Als unwahrscheinlich stufte Engelmann einen Neubautunnel Schwarzberg mit über einem Kilometer Länge ein. Dieser sei nicht finanzierbar, aber auch noch nicht 100-prozentig aus der Welt, betonte er.
Offen ist, ob der bestehende Tunnel aufgeweitet wird, einen ein- oder zweigleisigen Parallel-Tunnel erhält und das Altbauwerk verfüllt wird. Sicher ist jedoch, dass die Brücke vor dem Tunnel und die Brücke bei Lenau erneuert werden müssen. Dies bedeutet Kosten in Millionenhöhe für die Gemeinde als Baulastträger. "Das würde uns faktisch pleite machen", kommentierte dies Bürgermeister Günter Kopp. Ein Aufschrei werde folgen, kündigte er an. Mit den Kommunen im Planungsabschnitt wolle er eine gemeinsame Position erarbeiten.
Bereits eingeschaltet hat die Gemeinde Bundestagsabgeordneten Albert Rupprecht. Am 26. November hatte er an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer unter anderem geschrieben: "Es ist nicht nachvollziehbar, dass wir als Bund die Nord-Süd-Route der Bahn modernisieren wollen, aber die Kommunen die Kosten dafür mittragen müssen. Dafür gibt es kein Verständnis, und einige Kommunen können schlichtweg die Kosten nicht stemmen."
Keine Veränderungen?
Sybille Bayer (SPD) war dafür, den politischen Druck auf allen Ebenen zu erhöhen. In den Forderungen dürfe auch nicht der Lärmschutz vernachlässigt werden. Es werde nicht gesprengt, sondern durch maschinellen Vortrieb gebaut. "Es wird zu keinen großen spürbaren Veränderungen kommen", beruhigte Engelmann.
Befürchtet wurde, dass bei der geringen Überdeckung des Tunnels von nur 30 Metern die Gebäude darüber in Mitleidenschaft gezogen werden können. "Ein Beweissicherungsverfahren wird erstellt", sagte Engelmann dazu. Erstellt wird auch ein Schallgutachten, eine Bürgerbeteiligung folgt. Wer möchte, kann sich bereits donnerstags, 15 bis 18 Uhr, beim Infopunkt im Bahnhof Marktredwitz umfassend informieren.













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