17.02.2020 - 17:02 Uhr
KulmainOberpfalz

Schutzgebiet weiter fassen

Vor einer großen Herausforderung steht die Gemeinde Kulmain beim Wasserrechtsverfahren für die beiden Quellen zur Versorgung von Witzlasreuth und Oberwappenöst sowie von Ölbrunn und Frankenreuth.

von Bernhard KreuzerProfil

Die wasserrechtlichen Genehmigungen sind in den zurückliegenden Jahren mehrmals verlängert worden und müssen nun für die kommenden 20 Jahre neu beantragt werden.

Für die zwei Quellbereiche legte Bürgermeister Günter Kopp dem Gemeinderat die Basis-Gutachten vor. Die wichtigsten Punkte daraus hatte er zur Information des Gremiums zusammengefasst. Für die Quelle der Wasserversorgung Witzlasreuth-Oberwappenöst wurden unter anderem auffällige Feuchtstellen direkt über der Quellfassung festgestellt, die auf Bodenverdichtungen schließen lassen. Im übrigen Bereich haben Mäuse und Maulwürfe den Boden aufgewühlt. Dadurch kann sich Oberflächenquellwasser besser im Boden verbreiten. Die Quellschüttung lässt darauf schließen, dass die Quelle aus diesen Gründen auch aus oberflächennahen Anteilen gespeist wird. Dafür spricht auch in der Vergangenheit das Auftreten coliformer Bakterien in einer Wasserprobe, heißt es in dem Gutachten. Hier beruhigte Kopp und verwies auf die neue Filteranlage, die eine Belastung des Trinkwassers mit Bakterien ausschließe.

Das Basisgutachten empfiehlt die Überprüfung der tatsächlichen Nutzung eines landwirtschaftlichen Gebäudes im Einzugsgebiet der Quelle, um den Eintrag von Verschmutzungen auszuschließen. Angeraten wird insgesamt, den Zustand der Dränrohre festzustellen.

Weiter wird auf die Gefahr eines höheren Nitrateintrages durch gelagerte Silage-Ballen im Einzugsgebiet für die Quelle der Wasserversorgung Ölbrunn-Frankenreuth hingewiesen. Eine zusätzliche Gefahr könnten dort untergebrachte Maschinen verursachen, wenn Mineralöl-Kohlenwasserstoffe oder polycyclischer aromatischer Kohlenwasserstoff aus havarierten Geräten austreten. Neu festzulegen ist der Umgriff des Wasserschutzgebietes. Nach den Worten des Bürgermeisters könnte notfalls Grund erworben werden. Eine weitere Forderung zielt auf die Herstellung eines Notverbundes mit einem anderen Wasserversorger ab.

Das Büro Zwick-Ingenieure in Weiden ist beauftragt, die beiden Basisgutachten zu analysieren und bis Ende Juni das Konzept zu erstellen, damit die Anträge für die Wasserrechtsverfahren eingereicht werden können.

Positiv für die Gemeinde dürfte sich der Zuwendungsabruf für einen überlangen Hausanschluss in der Marktredwitzer Straße ausüben. Mit ihm geht die Überschreitung der Förderschwelle 2 der Richtlinien für Zuwendungen zu wasserwirtschaftlichen Vorhaben einher. Durch die gestiegene Pro-Kopf-Belastung der Bürger rechnet Kopp mit einer höheren Förderung aus dem Härtefallfonds bei den anstehenden Maßnahmen.

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