22.07.2020 - 14:51 Uhr
KulmainOberpfalz

Sieben Jahre bis Spatenstich für Verbindungsstraße Oberwappenöst-Wernersreuth

Die Bagger hatten vor gut einer Woche schon mal angefangen, am Mittwoch kamen Schaufeln zum Einsatz. Für den Ausbau des landwirtschaftlichen Weges von Wernersreuth nach Oberwappenöst erfolgte der Spatenstich.

Zum Spatenstich hatten sich von der Gemeinde Kulmain (von links) Bürgermeister Günter Kopp und Verwaltungsleiterin Kathrin König, Katrin Bayer vom Bauamt der VG Neusorg, Egid Schreyer vom Bau ausführenden Unternehmen Schreyer, Ortssprecher Hans Richtmann, Neusorgs Bürgermeister Peter König sowie Oberbauleiter Bernhard Hagner und Karsten Heßing vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz eingefunden.
von Bernhard KreuzerProfil

"Die Straße hat es sehr nötig und man tut den beiden Gemeinden (Kulmain und Neusorg) etwas sehr Gutes." Mit diesen Worten brachte Diplom-Ingenieur Bernhard Hagner vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE), dem die Oberbauleitung obliegt, die Aussagen seiner Vorredner auf den Punkt. Am Mittwoch fiel mit dem Spatenstich der offizielle Startschuss für die Erneuerung der 1,37 Kilometer langen Verbindungsstraße zwischen Oberwappenöst und Wernersreuth.

In den 1960er Jahren war der damalige Schulweg noch in Hand- und Spanndienst in mehreren Jahren ausgebaut worden. Wernersreuth (jetzt Gemeinde Neusorg) gehörte damals zur Gemeinde Oberwappenöst. Das Material und der Teer wurden mit Fuhrwerken vom "Hügel" (Zinster Steinbruch) geholt, erinnerte der Wernersreuther Ortssprecher Hans Richtmann.

Material wieder verwertbar

Die Qualität der damaligen Arbeit bezeichnete Bernhard Hagner als erstaunlich. "Das eingebaute Material ist wieder verwertbar", stellte er fest. Nur der Oberbau sei Sondermüll und müsse entsorgt werden, bedauerte er.

Die Erneuerung der Straße hebt das gute Verhältnis der beiden Kommunen hervor. Der Spatenstich fand deshalb an deren Gemeindegrenze statt. Die beiden Bürgermeister Günter Kopp (Kulmain) und Peter König (Neusorg) unterstrichen bei dieser Gelegenheit die gute Zusammenarbeit ihrer Kommunen, die für alle von Vorteil sei. "Schön, dass wir den Straßeausbau miteinander eröffnen können", hob daher Kopp hervor. "Das Wetter passt", ergänzte er und war zuversichtlich, die Maßnahme bis Ende Oktober abschließen zu können.

Wir haben bei der Ausschreibung kein blaues Wunder erlebt.

Neusorgs Bürgermeister Peter König

Für Peter König war die kommunale Zusammenarbeit das richtige Konstrukt, um in die Prioritätenstufe 1 des Verfahrens „Steinwald Kernwegenetz“ zu kommen. 17 Gemeinden der Steinwald-Allianz sind bei der Flurneuordnung im Steinwald beteiligt. Die Aufstellung der Prioritätenlisten sei noch von keinem Hauen und Stechen begleitet gewesen, lobte König. Mit dem jetzt begonnenen Ausbau könnten gleich zwei Projekte abgeschlossen werden. Nicht nur die Landwirte, Wanderer und Radfahrer, sondern die ganze Region profitiere davon.

„Wir haben bei der Ausschreibung kein blaues Wunder erlebt“, erfreute sich der Neusorger Rathauschef. Für die durchdachte Ausschreibung dankte er dem ALE Oberpfalz mit Sitz in Tirschenreuth. Mit der Firma Schreyer aus Ebnath habe ein für die Qualität seiner Bauarbeiten geschätztes Unternehmen den Auftrag erhalten.

Auf den langen Weg von der Konzepterstellung im Jahr 2013 bis zur Genehmigung blickte Diplom-Ingenieur (FH) Karsten Heßing vom ALE Oberpfalz zurück. Kulmain sei der vierte Weg, der im Zuge des Ausbaus des Kernwegenetzes in Angriff genommen werde. Die naturschutzrechtlichen Maßnahmen werden im Frühjahr 2021 folgen. Bemerkenswert für ihn war das Ausschreibungsergebnis. Es lag 30 Prozent unter der Kostenberechnung bei 447 000 Euro brutto. Mit 342 000 Euro fördert das ALE den Ausbau.

Befahrbare Bankette

Den technischen Details schenkte Oberbauleiter Hagner die Aufmerksamkeit. Demnach wird die Straße von drei auf 3,5 Meter verbreitert und erhält zudem beidseits befahrbare Bankette. Einer Erneuerung bedarf die Entwässerung. Ein großes Anliegen war der Erhalt der markanten Baumreihe auf Neusorger Seite. Von den 1370 Metern Straßenausbau entfallen 860 Meter auf den Neusorger und 510 Meter auf den Kulmainer Gemeindebereich.

Mehr zum Kernwegnetz-Vorhaben der Steinwald-Allianz lesen Sie hier:

Erbendorf

In einer Pressemitteilung zum Spatenstich schreibt das ALE Oberpfalz: "Die rasante Entwicklung in der Landtechnik mit größeren, schwereren Transport- und Erntemaschinen sowie höheren Fahrgeschwindigkeiten überfordern vielfach das ländliche Wegenetz. Zudem drängen immer mehr Radfahrer und Spaziergänger, aber auch Autofahrer auf die früher rein landwirtschaftlich genutzten Wege. Ein großer Teil der ländlichen Wege und Straßen weist erhebliche Schäden auf".

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