10.02.2019 - 15:29 Uhr
Kulz bei ThansteinOberpfalz

Düngung und Gewässerschutz

Vor allem die Vorschriften rund um das Thema Düngung brennen den Landwirten "auf den Nägeln." Das zeigte sich bei der Gebietsversammlung des Amtes für Landwirtschaft, Forst und Ernährung Schwandorf im "Krämerhof" in Kulz.

Mitarb- Nr. 14617 – Baier Johanna Roland Marchl, Markus Piehler, Herbert Wendl und Martin Schlötzer (von re) informierten über Neuerungen in der Landwirtschaft und standen den Landwirten Rede und Antwort.
von Johanna BaierProfil

Roland Marchl, Sachgebietsleiter Landwirtschaft, freute sich über den sehr guten Besuch und wartete zunächst mit aktuellen Zahlen zur Aus- und Fortbildung auf.

32 Schüler besuchen das Berufsgrundschuljahr (BGJ) in Neunburg vorm Wald, darunter sind 7 aus dem Landkreis Schwandorf. 15 Auszubildende befinden sich im zweiten und dritten Ausbildungsjahr. Trotz dieser "stabil niedrigen Zahlen" sei die landwirtschaftliche Ausbildung attraktiv, warb der Referent. Dafür spreche der permanente Fachkräftemangel. Er sprach sich auch für den Schulstandort Nabburg aus, denn nur mit genügend Schülern sei diese Einrichtung zu halten.

Aktuelle Termine

Im Herbst besteht die Möglichkeit an einem Forst-Lehrgang teilzunehmen und die Kurse des Bildungsprogrammes Landwirt (BiLa) können flexibel gebucht werden. So ist ein Einstieg jederzeit möglich, auch bayernweit. Er nannte noch einige Termine, wie den Pflanzenbautag in Schwarzenfeld (20. Februar), den Berufsinfotag in Neunburg (27. Februar) und die Infoveranstaltung MFA-Antragstellung in Kulz am 19. März. Markus Piehler informierte in seiner Eigenschaft als Fachberater für Pflanzenbau über Neuerungen im Bereich Dünger. Vor einer Düngung (am Jahresanfang) empfahl er die 170 kg N-Grenze (Stickstoff) zu berechnen, ebenfalls die Lagerkapazität für organischen Dünger. Für beides stünden Excel-Programme zur Verfügung. Beachtet werden müssten die Vorgaben der Verbringungsverordnung bei Zu- oder Verkauf von organischem Dünger, und ein Muss sei die Düngebedarfsermittlung für Stickstoff (N) und Phosphor (P). Der Referent wies noch einmal darauf hin, dass Düngung bei überschwemmtem, wassergesättigtem, gefrorenem und schneebedecktem Boden untersagt ist. Unbedingt zu beachten sei die unverzügliche Einarbeitungszeit - maximal vier Stunden - nach Ausbringung. Kompliziert gestalten sich die Vorschriften zur Abstandshaltung bei Oberflächengewässern. Die betroffenen Landwirte müssten sich hier vorab informieren, ebenso über die Einhaltung der Sperrfristen.

Ins Detail ging der Experte bei seinen Ausführungen zur "Stoffstrombilanz" und zur "plausibilisierten Feld-Stall-Bilanz." Diese sollen verpflichtend eingeführt werden. Die Höhe des gemessenen Nitrats ist Grundlage für die Einteilung von Flächen in "Rote und Grüne Gebiete". Bei letzteren gebe es Erleichterungen,

Auflagen zur Gülle

"Gewässerschutz wird immer wichtiger - die Auflagen steigen." Dazu bezog Fachberater Herbert Wendl Stellung, der die neuen Auflagen für Jauche-, Gülle- und Sickersaftanlagen beleuchtete. Der Austritt von wassergefährdenden Stoffen müsse vermieden werden, wobei die Verordnung für neue ortsfeste Anlagen gelte. Schließlich schlossen die Ausführungen mit dem "Kulap", interessant für intensiv wie auch extensiv wirtschaftende Betriebe. Ausgleichszahlungen werden für freiwillige Maßnahmen gewährt, die Klimaschutz, Boden- und Wasserschutz, Bodendiversität (Artenschutz) und Erhalt der Kulturlandschaft dienen. Der Verpflichtungszeitraum beträgt fünf Jahre.

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