München
04.07.2019 - 11:07 Uhr

Ländlicher Raum holt auf

Albert Füracker zieht eine positive Bilanz zur Landesentwicklung. Doch damit will sich der bayerische Heimatminister nicht zufrieden geben.

Der bayerische Finanzminister Albert Füracker. Bild: Gabi Schönberger
Der bayerische Finanzminister Albert Füracker.

Nach den Daten des neuesten Heimatberichts hat der ländliche Raum Bayerns gegenüber den Ballungszentrum weiter aufgeholt. "Wir können damit belegen, dass wir für die ländlichen Räume die Weichen richtig gestellt haben", sagte der zuständige Finanzminister Albert Füracker am Mittwoch bei der Vorlage des Berichts in München.

Die Abwanderung aus dem ländlichen Regionen sei gestoppt, der Bevölkerungsstand dank Geburten- und Zuwanderungsplus so hoch wie nie. Auch Wirtschaft und Arbeitsmarkt hätten sich positiv entwickelt. Die Zahl der Beschäftigten sei gestiegen, das Wachstum in den ländlichen Räumen habe zuletzt über dem der Ballungsräume gelegen, sagte er.

Stand Ende 2017 - neuere Daten liegen noch nicht vor - war die Bevölkerungszahl in der Oberpfalz gegenüber dem Vorjahr um 0,5 Prozent auf 1 104 407 gestiegen. Leichte Rückgänge gab es lediglich in der Stadt Amberg sowie den Kreisen Amberg-Sulzbach, Neustadt/WN und Tirschenreuth. Dort konnte die Zuwanderung den Sterbeüberschuss nicht ausgleichen. Insgesamt betrug das Geburtenplus in der Oberpfalz 1,7 Prozent auf 9982, die Zahl der Sterbefälle lag bei 11 945 (plus 1,4 Prozent). Der Gewinn aus Zu- und Abwanderung belief sich auf 7835 Personen. 2018 stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Oberpfalz um 2,7 Prozent auf 473 328, gleichzeitig sank die Arbeitslosenquote von 2,9 auf 2,6 Prozent.

Füracker kündigte die Fortsetzung des Programms zur Behördenverlagerung an. Seit dem Start der Heimatstrategie im Jahr 2015 hätten bereits 48 Behörden und staatliche Einrichtungen mit knapp 1300 Personen ihren Dienstbetrieb an neuen Standorten aufgenommen. Das entspreche 70 Prozent der angekündigten Projekte, jeder dritte versprochene Arbeits- und jeder zweite Studienplatz seien aktuell verlagert.

Füracker appellierte an die Wirtschaft, dem Vorbild des Freistaats zu folgen. "Eine Heimatstrategie der bayerischen Wirtschaft wäre erfreulich", sagte er. Gerade im Norden und Osten Bayerns gebe es noch viele Möglichkeiten für die Ansiedlung und Verlagerung von Firmen.

Neu in Fürackers Zuständigkeitsbereich sind die Bereiche Heimatpflege und Förderung der regionalen Identität. Ab sofort könnten aus den einzelnen Regionen heraus Anträge zur staatlichen Unterstützung identitätsfördernder Projekte gestellt werden, erklärte Füracker. Er wolle die Menschen animieren, ihre Heimat selbst zu gestalten. "Heimat ist nicht nur Kulisse", sagte er. Für die Förderung stehen pro Jahr 4,25 Millionen Euro zur Verfügung, der Höchstförderbetrag liegt bei 150 000 Euro je Vorhaben. Ziel sei auch, den kulturellen Reichtum auf dem Land zu erhalten und zu fördern, sagte Füracker.

 
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