21.06.2018 - 19:54 Uhr
Oberpfalz

"Landgericht" schließt

Christine Hösl schließt ihr Lokal "Landgericht" zum 30. Juni. Leicht fällt ihr das nicht. Aber die gelernte Hauswirtschafterin hat Gründe.

Auch wenn „Landgericht“-Chefin Christine Hösl (rechts) und ihre Mitarbeiterin Blanka Procházková fürs Foto ein strahlendes Lächeln aufsetzen, blicken sie mit Wehmut zurück auf die vergangenen sieben Jahre.
von Michaela Lowak Kontakt Profil

(mic) Die Entscheidung fiel Christine Hösl nicht leicht. Zum 30. Juni schließt sie das "Landgericht". Sieben Jahren lang betrieb die gelernte Hauswirtschafterin das beliebte Lokal im Stadtmühlweg.

Vor allem die vielen Stammgäste waren bestürzt, als sie am Dienstag das Schild lasen, auf dem Hösl mitteilte, dass sie nicht mehr weitermachen wird. "Ich habe mich an diesem Tag in der Küche verkrochen", gibt die 48-Jährige zu. "Das meiste hat meine Mitarbeiterin Blanka abbekommen." Hösl kann nicht leugnen, dass dieser Schritt für sie nicht ganz einfach ist, doch persönliche Gründe lassen ihr keine Wahl. Die Kundschaft schätzte die Hausmannskost, in der immer ausreichend Gemüse auf den Teller kam. "Mir lag viel daran, mit frischen Zutaten, möglichst aus der Region und ohne fertige Zusätze zu kochen", blickt Hösl zurück. Das Zitat, das sie erst vor kurzem in einem Buch gelesen hat, könnte von ihr stammen: "Ich esse nichts, was unsere Großmütter nicht als Nahrung erkannt hätten."

In dem kleinen Café saßen Banker neben Bauarbeitern und Juristen neben Journalisten. Auch viele ältere Leute schätzten die gesunde, schnelle Küche. "Ich habe in all den Jahren viele nette Menschen kennengelernt und Freundschaften geschlossen", erzählt die "Landgericht"-Chefin. Das "Café der Begegnung", das einmal in der Woche im "Landgericht" stattgefunden hat, ist in die VHS umgezogen. Auch wenn ihre Entscheidung unwiderruflich feststeht, möchte sie all die Jahre nicht missen.

Ob und wie es weitergeht, steht noch nicht fest. "Ja, ich suche einen Nachfolger", erklärt Hösl. Um ihre Mitarbeiterin Blanka Procházková muss sie sich keine Sorgen mehr machen. "Sie hat wieder etwas gefunden." Außerdem beschäftigte sie eine 450-Euro-Kraft.


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