11.07.2019 - 16:39 Uhr
Oberpfalz

Landräte für Verkehrswende

Bei der Tagung der Landräte aus der Oberpfalz und Niederbayern in Amberg sprechen die Beteiligten von einer "Aufbruchstimmung" bei den Themen Verkehr, Breitband und Bauen. Die Landräte fordern vieles.

Amberg-Sulzbachs Landrat Richard Reisinger war Gastgeber der Tagung.
von Heike Unger Kontakt Profil

(eik) Mobilität, Breitband-Ausbau und Wirtschaft: Es gab viel zu besprechen bei der gemeinsamen Sitzung der Landräte aus Niederbayern und der Oberpfalz am Mittwoch in Amberg. "Wir haben ohne Pause durchdiskutiert", sagte der Gastgeber, der Amberg-Sulzbacher Landrat Richard Reisinger, am Abend.

Reisinger, der auch Sprecher der Oberpfälzer Landräte ist, berichtete von einer "Aufbruchstimmung" hin zu einer nötigen "gesamtgesellschaftlichen Verkehrswende". Hier gebe es schon viele Angebote, die man gut aufeinander abstimmen müsse. Klar sei: "Das allein seligmachende Instrument wird es für einen Flächenstaat nicht geben." Gerade im ländlichen Bereich seien Rufbus-Lösungen wichtig, für die es "vorsichtige Zusagen" einer weiteren Förderung gebe. Eine "Wunsch-Vision" der Landräte sei im ÖPNV "mit einem Klick ein Ticket für alles". Dabei gelte aber die Devise: "Im ländlichen Raum wollen wir Angebot vor Tarif" - es sei wichtiger, guten ÖPNV anbieten zu können als Tarifvielfalt.

Passaus Landrat Franz Meyer (Sprecher Landräte Niederbayern) betonte zum Breitband-Ausbau, "wir sollten in Ostbayern des Ziel haben, Modellregion zu sein" und plädierte für einen 5G-Korridor zwischen München und Prag. Auch wenn Niederbayern und die Oberpfalz wirtschaftlich Spitzenwerte erreichten, müsse man beim Thema qualifizierte Arbeit am Ball bleiben. "Wir müssen auf dem Radar bleiben bei der staatlichen Förderung". Das Miteinander der beiden Bezirke sei wichtig: "Damit werden wir gehört in München, Berlin und Brüssel".

Landrat Christian Bernreiter, Präsident des Bayerischer Landkreistags, mahnte, darauf zu achten, "dass wir beim Thema Flächenverbrauch nicht die Verlierer sind". Schon bei der Definition sei Vorsicht geboten: "So, wie es heute definiert ist, ist der Englische Garten in München auch eine versiegelte Fläche." Ein massives Nein sagten die Landräte zum angedachten Zertifikathandel bei der Flächenversiegelung. Hier bestehe die Gefahr, dass Großräume wie München den Großteil der dann erlaubten Flächen verbrauchen "und wir schauen mit dem Ofenrohr ins Gebirge", fürchtet Bernreiter. Ein klares Ja gebe es dagegen für die Idee, durch Dachgeschossausbau und Verringerung von Abstandflächen mehr Wohnraum zu schaffen.

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