17.06.2019 - 16:21 Uhr
Oberpfalz

Lapsus am Landtag in Stuttgart

Bundesländerradler Karlheinz Weigl erreicht sein zweites Etappenziel. Und bekommt fast einen falschen Eintrag in sein Buch.

Karlheinz Weigl vor dem Landtag in Stuttgart.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Bundesländer-Radler Karlheinz Weigl hat wieder sein Etappenziel nach 78 Kilometern erreicht. Seine Route führte durch Kirchheim unter Teck nach Wernau bei Plochingen. Von da an ging es immer am Neckar entlang. "Der Radweg war zwar geteert, aber dermaßen holprig - eine Zumutung. Vorbei an Esslingen, wo ich eine Bekannte kurz besuchte, radelte ich nach Stuttgart weiter. Einmal hörte der Radweg an einer Treppe auf. An einer Seite war zwar eine Schiene angebracht, aber für meine breite Fuhre (knapp 50 Kilo) ungeeignet. Langsam und vorsichtig mit Zuhilfenahme der Handbremse meisterte ich das Hindernis. Je näher ich dem Zentrum kam, desto mehr Baustellen und Umleitungen, die mich und mein Navi orientierungsmäßig forderten. Doch einmal an einer großen Baustelle mit vielen verschiedenen Möglichkeiten zu fahren wussten wir beide nicht mehr weiter. Zum Glück kamen fünf junge Polizisten des Wegs, die mir die Richtung zum Landtag zeigten. Nach einer kurzen Strecke war ich dort und begab mich zur Pforte. Nachdem ich mein Anliegen vorbrachte, teilte mir die Dame mit Bedauern mit, dass sie keinen Stempel hätte, sondern nur die Kollegen in der Poststelle, und die wären seit Mittag im Feierabend. Enttäuschung! Ich konnte sie überreden, wenigsten einen handschriftlichen Eintrag mit Unterschrift zu machen.

Das tat sie dann auch, und ich zog einigermaßen beglückt ab. Anschließend ging ich ins Parlamentscafé und bestellte mir auf dessen Terrasse einen Erdbeereisbecher. Danach schob ich mein Radl fotogünstig vor den Landtag und bat eine Passantin, mich zu fotografieren. Kaum geschehen, kam die gute Dame von der Pforte auf mich zu und fragte mich mit bedrücktem Gesichts, ob sie mein Heftchen nochmals haben könnte, denn sie hätte sich verschrieben, Württemberg mit einem T, und das wäre ihr überaus peinlich.

Nach Beheben des Lapsus verabschiedeten wir uns, ich radelte weiter Richtung Vaihingen, das hieß, ich musste aus dem Stuttgarter Kessel raus, und das war die Härte: Kilometerlanges Schieben (länger als nach Blaubeuern) war angesagt. Meine Zähigkeit und Kondition wurden sehr getestet. Danach ging es wieder, mal auf mal ab, in die Nähe nach Renningen. Gefühlt habe ich bestimmt zehn Kilometer geschoben, da heißt es dann, gut zu Fuß zu sein. Nun geht es weiter zum Rhein, den ich nach 85 Kilometern zu erreichen hoffe."

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