Fliegerbombe bei Tirschenreuth entschärft

Ein Baggerfahrer hat am Donnerstag in der Nähe von Tirschenreuth eine Fliegerbombe entdeckt. Am Freitag entschärfte ein Sprengstoffkommando den Blindgänger. Das Problem: Dort werden noch mehr Bomben vermutet.

von Martin Maier Kontakt Profil

Ein Bauarbeiter war am späten Donnerstagnachmittag mit Aushubarbeiten für eine neue Halle beschäftigt. Gegen 17 Uhr stieß er mit seinem Bagger auf eine Fliegerbombe. Der Mann stellte sofort die Arbeiten ein und informierte die Polizei.

Die Fläche befindet sich auf der Straße zwischen Lengenfeld und Rothenbürg neben einem Masthähnchenstall. „Wir haben dann sofort das Sprengkommando verständigt“, erklärte Werner Schönfelder, Chef der Polizeiinspektion Tirschenreuth.

Video zur Bombenentschärfung bei Lengenfeld

Die Beamten schickten Fotos an den Kampfmittelräumdienst Tauber aus Nürnberg. „Es war relativ schnell klar, dass es sich um eine Fliegerbombe handelt“, so Sprengmeisterin Bettina Jurga auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien. Aufgrund der Witterungsverhältnisse sei entschieden worden, den Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg erst am nächsten Tag zu begutachten. Über die Nacht sicherte laut Schönfelder eine Streife den Fundort ab.

Woher kommt die Fliegerbombe in Lengenfeld?

Tirschenreuth

Die Firma Tauber rückte am Freitag gegen 10 Uhr mit drei Spezialisten an. Schnell war klar, dass sie die Bombe vor Ort entschärfen. Rund 15 Polizisten der PI Tirschenreuth und des Einsatzzuges Amberg sperrten das Gelände in einem Umkreis von rund 500 Metern ab. Gegen 11 Uhr nahm Sprengmeister Torsten Thienert seine Arbeit auf. Und nach rund 40 Minuten hatte er die Bombe erfolgreich entschärft.

„Das lief alles problemlos“, sagte Andreas Heil. Er ist Betriebsbeauftragter für Kampfmittelbeseitigung. Bei der Untersuchung der Bombe hatte sich herausgestellt, dass es sich um eine US-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg handelt. Der Sprengkörper ist 500 amerikanische Pfund schwer, umgerechnet rund 225 Kilo. Das Flugzeug, das die Bombe transportierte, war damals von einem britischen Fliegerhorst gestartet.

Dies hatte der Experte schon bei Recherchen am Donnerstagabend herausgefunden. Dazu hatte er die Luftbilddatenbank Dr. Carls aus Estenfeld durchforstet. Dabei kam auch zutage, dass der jetzt gefundene Blindgänger offenbar nicht der einzige ist. „Auf rund einem Hektar werden noch mehrere Bomben liegen“, erklärte Heil. Daher seien die Arbeiten für die Halle vorerst gestoppt. Zuerst müsste ein Kampfmittelräumdienst die Fläche untersuchen. Für den Baggerfahrer hatte er noch ein Lob: „Er hat alles richtig gemacht.“

Drei Mitarbeiter der nahen Hühnerfarm wurden laut Polizei auch in Sicherheit gebracht, konnten später aber wieder arbeiten. Und die rund 50.000 Hühner blieben "da, wo sie waren".

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