29.09.2019 - 10:17 Uhr
Lennesrieth bei WaldthurnOberpfalz

Lennesrieth präsentiert sich Bewertungskommission „Unser Dorf hat Zukunft“

Im Kreisentscheid zum 27. Dorfwettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft" war die zuständige Bewertungskommission unter Leitung von Gartenfachberaterin Silke Ullmann vom Landratsamt in Lennesrieth unterwegs.

Dorfsprecher (Zweiter von rechts) spricht im Hof des Anwesens von Marianne und Hans Pausch.
von Franz VölklProfil

Das Gremium prüfte Entwicklungskonzepte, soziale und kulturelle Aktivitäten, Baugestaltung und -entwicklung, Grüngestaltung und -entwicklung und den Aspekt „Dorf in der Landschaft“. Herbert Grunwald vom AELF Fürth, das für Mittelfranken und Oberpfalz zuständig ist, wollte sich ein Bild machen, ob Lennesrieth eine echte Chance für die nächsthöhere Stufe, den Bezirksentscheid hat. In der Kommission waren Kreisbäuerin Josefine Kick, Kreisbaumeister Werner Kraus, Mathilde Müllner und Philipp Glab vom Landratsamt und Landschaftsarchitekt Eugen Schimmel. Landrat Andreas Meier und Stellvertreter Albert Nickl.

Ullmann sagte einleitend, dass Lennesrieth im Landkreis das einzige Dorf sei, dass sich in diesem Jahr beworben hat, deshalb könne man nicht unbedingt von einem Wettbewerb sprechen. „Dieses schöne Dorf ist aber beispielhaft und Anschub für andere Orte, sich in Zukunft am Wettbewerb zu beteiligen.“

„Lennesrieth ist schön und es präsentiert sich heute von der besten Seite“, machte Bürgermeister Josef Beimler die Bewerter einleitend neugierig. Das Dorf mit Dorfplatz, die Jakobuskirche, Friedhof und Spielplatz mit den spielenden Kindern wurden inspiziert und dabei fleißig Notizen gemacht. Vorbei am Haus von Marianne und Hans Pausch über den „Prechtlsteig“ ging es zum Haselranken. Marianne Pausch erklärte mitten im prächtig blühenden Hof, welch kleines Paradies sie für Schmetterlinge und Bienen geschaffen hat.

Dorfsprecher Werner Ertl führte die Delegation durch „seine Perle der Oberpfalz“, wie er den Ort nannte. „Unser Dorf ist gewachsen wie es eben ist, wir sind stolz darauf und erhoffen uns heute durch diese Kommission weitere Verbesserungsvorschläge zur Gestaltung des Orts." Ertl sprach von den vielen positiven Impulsen im Dorf, erklärte die weit über 150 Jahre lange Tradition des Lennesriether Pfingstschwanzfahrens, die Sitzweil, die religiösen Aktivitäten der Dorfgemeinschaft wie Maiandachten, den Kannesbaum sowie die Ratscher-Buben. Er stellte klar, dass der Zusammenhalt im Dorf sehr gut sei und man sogar den Dorfputz gemeinsam durchführe. Die Ortschaft Lennesrieth mit Haselranken sei geprägt von einem harmonischen Nebeneinander von Wohnen, Landwirtschaft und Gewerbe.

Am Haselranken erklärte Alexander Riedl die Philosophie seiner Firma. „Viele unserer 60 Beschäftigten kommen aus nächster Nähe, kommen aus der Region zu Fuß oder mit dem Fahrrad“. Hausbau mit Holz sei das Hauptmetier und Tätigkeitsfeld. Alles was im Büro geplant werde, komme durch moderne 3D-Technik eins zu eins in der Fertigungshalle und werde dort umgesetzt.

Bürgermeister Beimler nannte die Jahreszahl 1261 als früheste urkundliche Erwähnung des Dorfs. Derzeit habe Lennesrieth 87 und der Haselranken 80 Einwohner. Bereits vor 18 Jahren habe man sich am Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ beteiligt und damals die Qualifikation für den Landesentscheid zusammen mit 24 Dörfern aus ganz Bayern erreicht. In diesem Jahr sei Lennesrieth im Landkreis konkurrenzlos, meinte Beimler. Es beherbergt eine der ältesten Wehrkirchen in Bayern mit einem fleißigen Dorfrat und einem unnachgiebigen Dorfsprecher, der für die Belange seines Dorfes eintritt.

Die Windschutzhecken am westlichen Ortsrand wurden ebenso besichtigt wie die renaturierte Luhe am Irlhof und der Vokhofbach. Bei der abschließenden Zusammenkunft im Veinstodl warteten alle gespannt bei Musik der Lennesriether Dorfmusikanten Andrea und Martin Zellner sowie Christine Eller aus Weiden auf das Ergebnis der Bewertungskommission.

Herbert Grunwald schwärmte davon, dass die Ortschaft jederzeit das Niveau habe, am Bezirkswettbewerb im nächsten Jahr teilzunehmen. „Ich gebe Ihnen einen Freifahrtschein!“ Er erinnere sich noch genau an den Wettbewerb im Jahr 2001, die Qualität von damals mit den Grünstrukturen wurde in Lennesrieth erhalten und gepflegt. „Herzlichen Glückwunsch, dass sie am Ball geblieben sind“. Im nächsten Sommer wird Lennesrieth mit weiteren acht bis zehn Ortschaften aus den Landkreisen Tirschenreuth, Schwandorf und Cham in Konkurrenz treten.

„Die Struktur in der wir leben, unsere Dörfer machen uns einmalig“, sagte Landrat Andreas Meier. „Es konnte heute für euch wenig schief gehen, aber ihr habt euch nicht hängen lassen“, dankte der Landkreischef und überreichte die Landkreisurkunde und die Spende von 500 Euro für die Dorfkasse. Heute habe man einen unverfälschten und ungekünstelten Einblick in das Dorfleben bekommen. Man habe überwiegend gesehen, dass der Zusammenhalt stimme und Tradition gelebt werde: „Dieses Dorf hat Zukunft!“. Die Dorfbäckerinnen servierten leckere Schnittlauch-, Honig- und Streichwurstbrote mit Geräuchertem. „Noch nie habe ich so einen guten Zwiebelkuchen gegessen“, meinte Meier.

Dorfsprecher Ertl war stolz auf die Dorfgemeinschaft und darauf, auf Bezirksebene dabei zu sein. Er erhoffte sich, dass sein Dorf dadurch noch schöner und lebenswerter wird.

Im Lennesriether Veinstodl überreicht Landrat Andreas Meier an Dorfsprecher Werner Ertl (Mitte) die Siegerurkunde.
Am Dorfplatz vor dem Rundgang versammeln sich Bewertungskommission, Gäste und Lennesriether.
Marianne Pausch erläutert im Hof ihres Anwesens das blühende Paradies für Schmetterlinge und Bienen.

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