Lennesrieth bei Waldthurn
27.05.2018 - 07:13 Uhr

Zwio erstmals im Veidnstodl

Ein Dorf lädt zur Maiandacht mit anschließender Sitzweil. Die Resonanz ist enorm.

Die Musikanten der Lennesriether Sitzweil mit Moderator Georg Schmidbauer (rechts) fvo
Die Musikanten der Lennesriether Sitzweil mit Moderator Georg Schmidbauer (rechts)

"Diese Lennesriether pflegen hier eine beeindruckende Tradition inmitten ihres schönen Dorfes", sagte ein aus Weiden angereister Besucher bei der 26. Lennesriether Sitzweil.

Dorfsprecher Werner Ertl begrüßte im Veidnstodl erstmals Pfarrer Norbert Götz, den Walthurner Bürgermeister Josef Beimler, die Hausherrin Liesl Kleber, Einheimische und Gäste sowie den Moderator Georg Schmidbauer aus Oberbernrieth, der witzig und unterhaltsam durch den Abend führte. "Ich freue mich über die Musiker, die heute wieder spielen, denn ohne euch wären wir heute nicht hier", stellte Ertl dankbar fest. Den schwungvollen Auftakt mit dem "Auftanz" machten die Stodlmusikanten mit den beiden Lokalmatadoren Christoph und Hans Pausch sowie Katharina Scharnagl und Josef Frischholz - sie hatten schnelle die Herzen der Musikfreunde erobert. Später Abends präsentierte das Quartett das Lied vom Rehragout, den Zwiefachen von der alten Kat und vieles mehr. Das hölzerne G`lachter (Xylophon), einer Okarina, das Akkordeon, Hackbrett und Gitarre brachten die beiden Lennesriether Andrea und Martin Zellner sowie Christine Eller aus Weiden mit auf die Veidnstodlbühne, die eigentlich ein umfunktionierter Traktoranhänger des Veidnbauern ist. Feurig und wild setzten sie als Hackbrett furiosa ihre Instrumente bei ihren musikalischen Ausflügen nach Russland, Spanien und Irland ein.

Der Eintritt für die Sitzweil war wie immer frei. Die Musikanten sangen und spielten für Gotteslohn und einen Laib Brot aus dem Lennesriether Backofen. Vorausgegangen war eine Maiandacht, die der Waldthurner Pfarrer in der Dorfkirche sprach und musikalisch vom Neualbenreuther Zwio - Monika Kunz und Franz Danhauser gestaltet wurde. "Solch vorzüglicher Gesang kommt raus, wenn ein pensionierte Förster und eine Schulleiterin miteinander singen", schwärmte Moderator Schmidbauer bei der Sitzweil. Mit dem Zwio war Organisator Hans Pausch eine "echter musikalischer Wurf" gelungen. Die beiden sangen vom Bärnauer Bockl, vom Firmling in kurzen Hosen, präsentierten das Lied von der hüpfenden Oma und sangen über die "Kartentussi" im Eingangsbereich des Sibyllenbads. Pünktlich zum Glockenläuten der Dorfkirche sang Zwio den "Den Engel des Herrn", lediglich einige Kühe im benachbarten Stall bereicherten die vollkommene Stille mit ihrem leisen Muhen. Das traditionelle "Guten Abend" der Besucher, die aus Eslarn, Vohenstrauß, Moosbach oder auch Leuchtenberg kamen, läutete den Abend ein. Vor sechs Jahren entdeckte Herbert Striegl vom Lennesriether Haselranken als er für seinen Arbeitgeber Jalousien in Altenstadt/WN installierte einen jungen Gitarristen, den er spontan zur Sitzweil eingeladen hatte. Seit dieser Zeit ist Peter Ermer als Meister der leisen Töne in Lennesrieth. Der junge Regensburger Domspatz brachte verschiedene Gitarrenstücke zu Gehör und sang Eric Claptons "Tears in Heaven".

Der zitherspielende Bäckermeister Horst Peugler aus Vohenstrauß hatte in diesem Jahr Barbara Dineiger samt ihrer Gitarre mitgebrachte. Das Pfalzgrafenduo spielte ein Medley mit Melodien aus Bayern.

Gepflegtes Bärtchen und Haarzopf sind das Erkennungszeichen des Weidener Stadtheimatpfleger Günter Alois Stadler, der mit seinen Kurzgeschichten den "Nagel auf den Kopf" traf. Nicht zu vergessen die Lennesriether Dorfbewohner, die für das leibliche Wohl ihrer Sitzweilgäste mit Schnittlauchbroten, Leberkäs sowie Zwiebelkuchen und Bauernbrot aus dem Lennesriether Backofen sorgten.



 
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