15.06.2020 - 12:42 Uhr
LeonbergOberpfalz

Finanzhilfe, Stromtrasse und Wasserknappheit

Die Gemeinde Leonberg hofft auch in diesem Jahr auf den Erhalt von Finanzhilfen. Im Gemeinderat ging es jetzt auch wieder um den geplanten Süd-Ost-Link und eine konkrete Maßnahme zur Verhinderung von Wasserknappheit.

Mit einer Druckerhöhungspumpe wurde der Übergangsschacht beim Ortseingang in Waldsassen ausgestattet. Damit soll in Zeiten der Wasserknappheit die Versorgung der Bürger verbessert werden, deren Anschlüsse im Gebiet des Wasserzweckverbands „Pfaffenreuther Gruppe“ und der Stadt Waldsassen liegen. Im Bild (von links) Wassermeister Wolfgang Haberkorn und die Bürgermeister Johann Burger und Bernd Sommer.
von Josef RosnerProfil

In den Jahren 2014 bis 2019 hat die Gemeinde bislang 1,6 Millionen Euro an Stabilisierungs- und Investitionshilfen vom Freistaat Bayern bekommen. Nun wurde zum siebten Mal ein Antrag gestellt - auf Gewährung einer Investitionshilfe in Höhe von 1.005.000 Euro, wie Bürgermeister Johann Burger informierte. Kämmerer Harald Seitz erklärte, dass die Gemeinde alle Voraussetzungen für den Antrag erfülle. Ob das Ansinnen erfolgreich sein wird, lasse sich derzeit aber nur schwer einschätzen. Die Gemeinderäte hatten keine Einwände gegen den Antrag.

Rechtsaufsichtlich genehmigt hat das Landratsamt den Haushalt 2020. Die Behörde sieht die Leistungsfähigkeit der Gemeinde mit Einschränkungen gegeben, bittet aber weiter um eine zurückhaltende Haushaltsführung. Die allgemeine Rücklage der Gemeinde wies zum Jahresende 2019 einen Stand von 787.000 Euro auf.

Die konstituierende Sitzung des neuen Leonberger Gemeinderats.

Leonberg

Eine weitere Stellungnahme gibt die Gemeinde zum Planfeststellungsverfahren für den Süd-Ost-Link ab. Bürgermeister Burger berichtete von einem knapp sechsseitigen Schreiben. Erneut wird die Firma Tennet aufgefordert, für den Bereich Themenreuth eine Alternativtrasse zu benennen. Weiter berichtete Burger von einem Schreiben an den bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, in dem um eine bürgerfreundliche und landschaftsschonende Trasse gebeten wurde. Aiwanger habe geantwortet, dass ein Trassenbau entlang der A93 nur äußerst schwierig umzusetzen wäre.

Fragen zu Folgeschäden

An Tennet hat die Gemeinde Kartenmaterial geschickt, aus dem klar der Verlauf von Drainagen zu sehen sei, die im Rahmen der Flurbereinigung verlegt wurden. "Wer kommt dafür auf, wenn diese Drainagen beschädigt werden?", so Burger. Vor dem Bau der Trasse, die sich auf Gemeindegebiet über sieben Kilometer erstrecken würde, müssten Fragen nach Folgekosten geklärt werden. Weiter hat Tennet Pläne zu einem Baugebiet erhalten, das in Themenreuth vorgesehen ist. "Davon wussten die noch gar nichts", wunderte sich Burger. Neuigkeiten zum Trassenverlauf gibt es bei der nächsten Bürgermeisterdienstversammlung. Bürgermeister Burger machte deutlich, dass er hier auch Gemeinderat Max Zintl (CSU) mit dabei haben wolle.

Besser verbinden wollen die Stadt Waldsassen und der Wasserzweckverband "Pfaffenreuther Gruppe" ihre Wasserversorgungsnetze. Bürgermeister Johann Burger berichtete im Gemeinderat, dass in einem Übergabeschacht am Ortsrand von Waldsassen eine Druckerhöhungspumpe eingebaut wurde. Möglichen Engpässen könne nun besser begegnen. Man habe damit auf die anhaltenden Trockenheitsphasen der vergangenen Jahre reagiert, so Burger.

Bei einem Ortstermin mit Bürgermeister Johann Burger und seinem Waldsassener Amtskollegen Bernd Sommer einige Tage nach der Sitzung ging Wassermeister Wolfgang Haberkorn von der "Pfaffenreuther Gruppe" näher auf die Maßnahme ein. Er sprach von einem kleinen Baustein, dem weitere in den nächsten Jahren folgen würden. Ziel sei es, die beiden Versorgungsnetze bestmöglich zu verbinden. Trinkwasser als qualitativ hochwertiges Lebensmittel solle auch den nächsten Generationen jederzeit und uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Dafür würden jetzt die Weichen gestellt, so Haberkorn.

Optimal angepasst

Durch den Einbau der Druckerhöhungspumpe sei es jetzt möglich, Verbrauchsspitzen besser abzufangen. Sollte bei einem Brandereignis oder einem Rohrbruch einmal größerer Bedarf an Wasser bestehen, öffne sich selbstständig eine Rückschlagarmatur im Schacht und ermögliche den Fluss ins andere Netz. Die neue Pumpe, so Haberkorn weiter, sei optimal an die vorliegenden hydraulischen Verhältnisse angepasst. Die Auslegung, die Installation und die Einbindung in das Steuer- und Regelsystem sei in Eigenleistung vom Wasserzweckverband vorgenommen worden.

Haberkorn berichtete, dass 2019 die Sportplätze der Sportfreunde Kondrau hätten bewässert werden müssen, obwohl alle Reserven ausgeschöpft gewesen seien. Dies sei dann nicht mehr möglich gewesen, weil die Versorgung der Haushalte und der Landwirtschaft oberste Priorität gehabt habe. Zudem seien die Abnehmer damals gebeten worden, aufs Gartengießen oder ähnliche Arbeiten zu verzichten. Diese Situation sollte es heuer nicht geben, Wasser stehe jetzt in ausreichenden Mengen zur Verfügung.

Im Blickpunkt:

Bauanträge, Mäharbeiten und Ferienprogramm

Genehmigt hat der Leonberger Gemeinderat einen Antrag zum Neubau einer Schleppgaube und eines Balkons mit Außentreppe in Zirkenreuth. Befürwortet hat das Gremium auch eine Voranfrage zur Errichtung einer Betriebsleiterwohnung in Pfaffenreuth. Die weitere Prüfung nimmt das Landratsamt vor. Max Zintl (CSU) bat die Verwaltung erneut darum, dass die Namen der Bauherren wieder genannt werden. Er verwies auf andere Kommunen, in denen dies möglich sei. Bürgermeister Johann Burger sicherte zu, dies prüfen zu lassen.

Thomas Lindner (Freie Wähler) erkundigte sich nach dem Vorgehen beim Mähen und der Pflege der Straßengräben im Gemeindegebiet. Max Zintl sagte dazu, dass das Mähen auf einer Länge eines Kilometers rund eine Tonne Grasschnitt ergebe. Wie dies künftig gestaltet werden könne, darüber will Zintl ein Konzept vorlegen, das er bereits in der Schublade habe.

Jugendbeauftragte Tanja Wettinger (Freie Wähler) brachte das Thema Ferienprogramm auf den Tisch. Sie sprach sich für spontane und kurzfristig anberaumte Veranstaltungen aus. „Ein Ferienprogramm in abgespeckter Form sollte möglich sein“, zeigte sich Wettinger überzeugt. Ein Vorbereitungstreffen der Vereine sei aufgrund der Kontaktbeschränkungen noch nicht möglich. „Ich hoffe, dass bald die Zeit kommt, in der das wieder möglich ist.“

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.