14.08.2020 - 18:29 Uhr
LeonbergOberpfalz

Gemeinden im Stiftland sehen beim Klärschlamm klarer

Drei Jahren haben Experten Daten gesammelt und Berechnungen angestellt, wie die Klärschlammentsorgung optimal gelöst werden könnte. Jetzt liegen die Ergebnisse vor. Doch gelöst ist das Entsorgungsproblem damit noch lange nicht.

Zum Abschluss gab es kleine Präsente für die Projektpartner des grenzüberschreitenden Klärschlammprojektes. Von links: Landrat Roland Grillmeier, Radek Novonty (VULHM), Prof. Dr. Diana Hehenberger-Risse und Prof. Dr. Josef Hofmann von der Hochschule Landshut, IKom-Geschäftsführer Wolfgang Kaiser IKom-Verbandsvorsitzender Bernd Sommer sowie Julia Straub (Hochschule Landshut)
von Externer BeitragProfil

Der Gemeindeverbund Interkommunale Zusammenarbeit (Ikom) Stiftland hat sich lange mit dem Projekt "Green Infrastructure Maßnahmen aus Klärschlamm-Kaskadennutzung mittels grenzüberschreitender interregionaler Zusammenarbeit" (greenIKK) beschäftigt. "Kaum einer spricht darüber oder macht sich Gedanken, was mit den Resten aus der Abwasserreinigung passiert", so der Vorsitzende der Ikom Stiftland, Bernd Sommer. "Den Kommunen ist es aber ein drängendes Anliegen, die Verwertung des Klärschlamms unter dem Aspekt der Ressourcenschonung neu zu organisieren."

Suche nach optimalem Verfahren

Ziel des auf drei Jahre angelegten Projektes war es, das optimale Verfahren zur stofflichen und energetischen Verwertung des Klärschlamms, insbesondere der Nährstoffrückgewinnung, zu entwickeln.

Das Projekt wurde bereits Ende März abgeschlossen, aufgrund der Corona-Einschränkungen konnte das Ergebnis jedoch erst jetzt präsentiert werden.

Im Jugendheim in Leonberg stellten die Vertreter der Hochschule Landshut sowie die tschechische Forschungsanstalt für Forstwirtschaft (VULHM) den Bürgermeistern des Landkreises Tirschenreuth die Projektergebnisse zur Klärschlammbehandlung und Klärschlammverwertung vor. Am grenzüberschreitenden Projekt war außerdem die Chevak aus Eger (Cheb) beteiligt.

Hier gibt es weitere Informationen über die Ikom Stiftland

Tirschenreuth

Die Gutachter schlagen nach einer Pressemitteilung der Ikom vor, in einem ersten Schritt beim Thema Faulung auf kommunaler Ebene die Kläranlagen, sofern nicht bereits erfolgt, nachzurüsten. Bei der Entwässerung des Klärschlamms hingegen wäre nach ihrer Ansicht eine Umsetzung im kommunalen Verbund zweckmäßig. Empfohlen wird eine Umsetzung mit vier stationären und vier mobilen Schneckenpressen. Ebenso sollte die Klärschlammtrocknung durch die Abwärme der regional vorhandenen Biogasanlagen im Verbund erfolgen. Laut Analyse könnte damit der Bedarf zur Trocknung von Klärschlamm mehr als ausreichend gedeckt werden. Für das Gebiet der Ikom Stiftland wäre nach den Berechnungen die Abwärme von zwei bis drei größeren Biogasanlagen ausreichend.

Gemeinsames Vorgehen

Angeregt wurde außerdem ein gemeinsames Vorgehen mit dem Zweckverband Thermische Klärschlammverwertung in Schwandorf (ZTKS), sofern von dieser Seite eine Bereitschaft zur Zusammenarbeit besteht. Als Handlungsoption für die Mono-Verbrennung wurde eine Abnahme durch die Verbrennungsanlage in Straubing angeführt. Alternativ käme die Realisierung einer eigenen Mono-Verbrennungsanlage in Betracht. Eine solche wäre jedoch nur für ein größeres Einzugsgebiet rentabel, zum Beispiel für ein Gebiet mit den benachbarten deutschen Landkreisen oder mit Partnern in Tschechien.

Im nächsten Schritt geht es nun darum, Gespräche mit möglichen Kooperationspartnern zu führen. Hierbei sollten insbesondere Fördermöglichkeiten geprüft und eine regionale Wertschöpfung angestrebt werden. Ziel ist es, ein schlüssiges Gesamtpaket für die Klärschlammbehandlung und -verwertung zu schnüren.

Verbandsvorsitzender Bernd Sommer bedankte sich bei den Projektpartnern für die ausführliche Vorstellung der Projektergebnisse sowie die gute Zusammenarbeit. Man werde nun prüfen, welche Kooperationen für die Kommunen am zielführendsten in Bezug auf die Klärschlammproblematik seien. Ikom-Geschäftsführer Wolfgang Kaiser überreichte den am Projekt beteiligten Partnern abschließend Geschenke.

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