22.07.2021 - 12:28 Uhr
LeonbergOberpfalz

Mängel auf Spielplätzen: Kritik an Prüfer im Gemeinderat Leonberg

Auf allen Spielplätzen der Gemeinde Leonberg hat ein Prüfer teils erhebliche Mängel festgestellt. Im Gemeinderat stießen die Ergebnisse auf massive Kritik. Ein Thema war auch die Verkehrssicherheit in Königshütte.

Alle sieben Spielplätze in der Gemeinde Leonberg, darunter die Anlage in Dobrigau (Bild), hat ein Prüfer unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse stießen im Gemeinderat auf massive Kritik.
von Josef RosnerProfil

Die sieben Spielplätze im Gemeindegebiet rückten es in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats in den Blick. Kritik gab es dabei an den Ergebnissen einer Prüfung durch einen Sachverständigen für Spielplatzsicherheit.

Der gemeindliche Spielplatzbeauftragte Alois Männer (CSU) berichtete, dass die Spielplatzprüfung am 18. Mai stattfand und er persönlich mit dabei war. Der Prüfer, Pierre Roscher vom gleichnamigen Büro in Thierstein, hat laut Männer eine Messlatte angelegt, „wie ich es so noch nicht erlebt habe“. An allen sieben Anlagen seien Mängel festgestellt worden.

Abbau der Seilbahn

In Dobrigau monierte der Gutachter den Rutschturm und das Karussell, in Großensees den Rutschturm mit Wackelbrücke, in Leonberg den Rutschturm, die Doppelschaukel und ein Fußballtor, in Münchsgrün das Klettergerüst, den Rutschturm mit Wackelbrücke, die Einpunktschaukel und das Karussell, in Pfaffenreuth das Klettergerät und die Doppelschaukel, in Themenreuth die Sitzplatzgelegenheiten mit Abfallbehälter, die Wippschaukel, den Rutschturm, die Doppelschaukel und das Karussell. In Königshütte wurden die Zugangssituation und die Einfriedung, das Klettergerät, der Rutschturm und die Wippschaukel kritisiert. Die Seilbahn dort müsse sogar ganz beseitigt werden, so Männer.

Für Sicherheit verantwortlich

Wie Alois Männer weiter berichtete, habe er gleich einiges umgebaut. Andere Mängel könnten auch ohne größeren Aufwand behoben werden, aber gewisse Maßnahmen würden einiges an Geld und Zeit erfordern. "Da kommen auf die Gemeinde Kosten zu", machte Bürgermeister Johann Burger deutlich. "Allerdings sind wir als Kommune für die Sicherheit der Spielplätze verantwortlich."

Max Zintl (CSU) zeigte sich mit den Ergebnissen unzufrieden und forderte die Einschaltung eines anderen Gutachters. "Jeder dieser Prüfer entscheidet doch im Einzelfall anders", so Zintl. Josef Weiß (Freie Wähler) pflichtete ihm bei und gab zu bedenken, dass die Pflege der Spielplätze ausschließlich von den Dorfbewohnern geleistet werde, und zwar ehrenamtlich. Zweiter Bürgermeister Max Ernstberger (CSU) machte dagegen deutlich, dass die Gemeinde die Richtlinien einhalten müsse, schließlich handele es sich um öffentliche Plätze.

Für Bürgermeister Johann Burger war klar, dass die Mängel behoben werden müssen. Künftig wolle man aber einen anderen Gutachter einschalten. Burger begründete dies damit, dass die Spielplätze der Gemeinde bis auf kleinere Ausnahmen eigentlich gut in Schuss seien.

Sichtkontrolle jede Woche

Auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien teilte Pierre Roscher mit, dass er die Spielplätze aufgrund einer geltenden DIN-Normenreihe beurteilt habe, an die er sich zu halten habe. "Der Prüfbericht sieht aber schlimmer aus, als er ist", sagte Roscher. Viele der festgestellten Mängel könnten ohne großen Aufwand beseitigt werden. So könne bei einer Rutsche beispielsweise mit wenigen Eimern Sand der Fallschutz am Boden verbessert werden. Roscher ergänzte, dass er dem Gemeinderat in seiner Sitzung gerne persönlich Rede und Antwort stehen würde. Nicht zuletzt informierte der Sachverständige, dass Sichtkontrollen an Spielplätzen jede Woche durchzuführen seien, eine operative Kontrolle müsse mindestens einmal vierteljährlich erfolgen. Einmal pro Jahr müsse ein externer Sachverständiger eine Prüfung vornehmen.

Ein Thema in der Sitzung waren auch die Ergebnisse einer Geschwindigkeitsmessung in Zirkenreuth. Die Auswertung des Geräts habe ergeben, dass der Großteil der Verkehrsteilnehmer die zulässige Geschwindigkeit von 50 km/h einhalte. "Respekt den Autofahrern für die angemessene Geschwindigkeit", sagte Bürgermeister Johann Burger. Jetzt wird das gemeindliche Messgerät in Dobrigau aufgestellt werden.

Ortsschild versetzen

Einig war sich der Gemeinderat, dass das Ortsschild nahe des Schützenheims und des Spielplatzes in Königshütte weiter nach außen versetzt werden sollte. Bürgermeister Burger verwies darauf, dass der Spielplatz gleich beim Ortsschild beginne und die ins Dorf einfahrenden Autos häufig noch sehr schnell unterwegs seien. "Oft passiert es, dass beim Fußballspielen der Ball auf die Straße fliegt und Kinder ihn dann holen", so Burger. Um Gefahren zu verringern, stellt die Gemeinde nun ans Landratsamt den Antrag, dass das Ortsschild auf dieser Kreisstraße weiter nach außen versetzt wird. Der Gemeinderat untermauerte diesen Wunsch mit einem einstimmigen Beschluss.

Mit der Verkehrssicherheit hat sich der Gemeinderat auch im Juni befasst

Leonberg
Einig war sich der Gemeinderat über einen Antrag, das Ortsschild nahe des Spielplatzes in Königshütte weiter nach außen zu versetzen. Weil es sich um eine Kreisstraße handelt, ist das Landratsamt zuständig.

"Oft passiert es, dass beim Fußballspielen der Ball auf die Straße fliegt und Kinder ihn dann holen."

Bürgermeister Johann Burger zur Situation beim Spielplatz am Ortsende von Königshütte

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