06.11.2018 - 16:55 Uhr
Oberpfalz

Lernen macht glücklich

Vorbei sind die Zeiten, in denen uns Lehrer vorschreiben, was wir lernen sollen. Nun entscheiden wir selbst, was wir uns beibringen möchten. Ein echtes Glück, meint die OWZ-Glücksexpertin.

Es geht nicht um das Anhäufen von Wissen um jeden Preis, sondern um freiwilliges Lernen, das Spaß macht. Und das können wir ein Leben lang tun.

"Zum Lernen ist niemand zu alt", sagt schon ein altes Sprichwort. Egal ob Schwimmen, Klavierspielen, Fliegenfischen, Motorradfahren oder Spanisch - es ist nie zu spät, etwas Neues zu lernen. Und es lohnt sich: Denn erwiesenermaßen macht Lernen nicht nur klüger, sondern auch zufriedener und glücklicher. Was Philosophen und Forscher schon lange wussten, hat inzwischen auch eine Forsa-Umfrage des Happiness-Instituts bestätigt. Und das Ganze gilt auch umgekehrt: Glückliche Menschen lernen sehr gerne.

Die Umfrage zeigt: Fast 70 Prozent der sich für lebensfroh haltenden Menschen bezeichnen sich auch als wissbegierig, bei den anderen sind es nur 50 Prozent - und das unabhängig vom Alter. Dabei geht es jedoch nicht um das Anhäufen von Wissen um jeden Preis, sondern um freiwilliges Lernen, das Spaß macht. Und dieses können wir schließlich ein Leben lang tun. Vorbei sind die Zeiten, in denen uns Lehrer oder Dozenten vorschrieben, was wir in unsere Köpfe bringen sollten. Nun entscheiden wir selbst, was wir uns beibringen möchten. Ein echtes Glück, oder etwa nicht?

Und die Möglichkeiten sind in unserer modernen Zeit schier endlos: Internet und Soziale Medien öffnen uns ganz leicht neue Türen, zeigen uns ungeahnte und spannende Perspektiven auf - und machen es wunderbar leicht, unsere Gehirne mit neuen Informationen zu füttern. Sie wollten schon immer wissen, wie die Maya ihre Städte gebaut haben? Oder wie das Leben in Alaska aussieht? Welche Arten von Schmetterlingen es gibt? Was die alten Philosophen über das Glück wussten? Oder was es mit der alten Burg einige Kilometer weiter auf sich hat? Dann googeln Sie, lesen Sie, lernen Sie. Schnell werden Sie merken, wie viel Spaß das machen kann.

"Unser Gehirn ist auf das Lernen programmiert", erklärt Hirnforscher Manfred Spitzer. "Wer nicht lernt, der lebt an seiner natürlichen Bestimmung vorbei. So wie Muskeln mit dem Training wachsen und sonst verkümmern, so verhält es sich auch mit den Gehirnstrukturen." Bleiben Sie also neugierig und wissbegierig, das macht nicht nur glücklich, sondern hält auch noch jung. Gandhi sagte dazu: "Lebe, als würdest du morgen sterben. Lerne, als würdest du ewig leben." Nein, Sie sind niemals zu alt, um sich weiterzubilden.

Nutzen Sie also die Zeit, lesen Sie Bücher, recherchieren Sie im Internet, schauen Sie Dokumentationen, besuchen Sie Kurse an der VHS oder setzen Sie sich einfach mal in eine Vorlesung an der Hochschule. "Wer rastet, der rostet", sagt Ruut Veenhoven, der sich als Soziologe seit 40 Jahren mit dem Glück beschäftigt und deswegen auch oft "Glücksprofessor" genannt wird. "Das gilt für Katzen, die stets in Übung bleiben müssen, um auf einem Zaun entlanglaufen zu können, genauso wie für Menschen, die weiterhin ihren Kopf gebrauchen wollen." So, jetzt haben Sie also schon wieder etwas gelernt. Machen Sie ruhig weiter, viel Spaß dabei! (ewa)

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