22.05.2020 - 10:08 Uhr
Letzau bei TheisseilOberpfalz

Kleines Paradies für Letzauer Familie

Das Virus hat sie ausgebremst, aber nicht lahmgelegt: die Kinder, die mit ihren Eltern aus dem Garten am Ende der Hochstraße einen Rückzugsort machen wollen für alles, was in modernen Steingärten keinen Platz mehr findet.

Der neue Kartoffelacker: Martina Heimann, eine der Jugendbeauftragten der Gemeinde, hofft darauf, dass auch heuer wieder ein Kartoffelfeuer möglich ist.
von Gabi EichlProfil

Das von der Gemeinde unterstützte Projekt der Kinder- und Jugendbeauftragten Beate Spickenreuther und Martina Heimann hat sich in den vergangenen knapp zwei Jahren sichtbar weiterentwickelt. Auf dem etwa 1600 Quadratmeter großen früheren Schrebergarten, den die Gemeinde gepachtet hat, entsteht nach und nach ein Naturgarten, in dem Ameisen ebenso willkommen sind wie Brennnessel und Giersch. Denn es geht darum, Tiere und Pflanzen ganz unmittelbar kennenzulernen, deren jeweilige Bedeutung für die Natur mit eigenen Augen zu erkennen.

Beate Spickenreuther hatte vor zwei Jahren die Idee zu dem Naturgarten. Sie fand in ihrer Kollegin Martina Heimann, aber auch in Bürgermeisterin Marianne Rauh schnell Unterstützerinnen. Rauh war dann auch umgehend bereit, das vollkommen verwilderte Grundstück von seiten der Gemeinde zu pachten und für das Projekt zur Verfügung zu stellen (die Oberpfalzmedien berichteten).

Seither ist viel passiert in dem Garten, der von allen Seiten unterstützt wird, nicht nur von den Eltern der Gartenkinder. Vereine wie auch örtliche Handwerker oder Landwirte haben schon geholfen, aus der Wildnis ein Stück Natur zu machen.

Die Coronakrise hat die Arbeiten im Garten verlangsamt, aber nicht zum Stillstand gebracht. In den vergangenen Wochen haben einzelne Familien nach Absprache mit Spickenreuther und Heimann weiter im Garten gearbeitet und allerhand verwirklicht. Den Worten Martina Heimanns zufolge wurden ein neuer Kartoffelacker angelegt, ein Sonnenblumen-Feld und ein Bärlauch-/Pfefferminz-Beet.

Ein Kartoffelbeet war eines der ersten Projekte in dem Garten. Und tatsächlich konnten damals schon um die 50 Kilogramm Kartoffeln geerntet werden, nachdem die Kinder und Jugendlichen die Pflänzchen monatelang betreut und Käfer abgesammelt, Unkraut gezupft hatten. Nun wurde ein neues Kartoffelbeet angelegt; Martina Heimann hofft, dass im Herbst auch heuer wieder ein Kartoffelfeuer möglich sein wird.

Auch wenn wegen der Pandemie immer nur eine einzige Familie in dem Garten gearbeitet hat, ist viel geschehen. Unter anderem wurde ein Weg begonnen, der durch den ganzen Garten führen soll, es wurden viele neue Zaunbretter bemalt, ebenso vor der Krise gebaute Nistkästen. Ein Kind hat fast ganz alleine ein Beet mit Steinen eingerahmt.

Heimann sagt, dass all das mit sehr geringen finanziellen Mitteln umgesetzt werde. Möglich sei das nur dank der Unterstützung von vielen Seiten, unter anderem der Gemeinde.

Die Ideengeber hinter dem Garten haben noch viel vor: Heimann spricht unter anderem von einer Totholz-Hecke und vielen weiteren Verstecken für Tiere auf vier und mehr Beinen.

Ein Kind hat fast ganz alleine ein Beet mit Steinen eingerahmt.
Kuriosität am Rande: Die Kinder haben in eine Mulde Kastanien geworfen - und nun stehen dort lauter junge Bäumchen. Wer eine Kastanie im Garten haben möchte, kann sich bei den Jugendbeauftragten melden.
Der Weg, der einmal durch den ganzen Garten führen soll, wurde weitergebaut.

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