16.02.2021 - 10:39 Uhr
Letzau bei TheisseilOberpfalz

Leise schlägt laut: Funk statt Sirene in der Gemeinde Theisseil

Die Feuerwehr Edeldorf hat zur Alarmierung drei Sirenen, je eine in Theisseil, in Wilchenreuth und in Edeldorf. Sie möchte alle drei behalten, der Gemeinderat sieht die Zukunft aber in der stillen Alarmierung per Funkwecker.

Die Sirene am Feuerwehrhaus der Edeldorfer Wehr in Wilchenreuth; eine solche Sirene inklusive Mast hätte die Wehr auch gern wieder am Standort Edeldorf.
von Gabi EichlProfil

Die Sirene in Edeldorf sitzt derzeit noch auf dem Dach eines privaten Wohnhauses. Dort kann sie aber nicht bleiben, der Hausbesitzer will das Dach sanieren, anschließend möchte er die Sirene nicht mehr auf seinem Dach haben. Nach dem Willen einer knappen Mehrheit des Gemeinderates (7:5) soll die Sirene nicht mehr ersetzt werden, die Feuerwehr soll statt dessen mit mehreren Funkweckern ausgestattet werden. Die Feuerwehr selbst hätte lieber eine neue Sirene an einem Mast bekommen, ähnlich der Sirene neben dem Feuerwehrhaus in Wilchenreuth.

Bürgermeisterin Marianne Rauh bezeichnet die sogenannte stille Alarmierung über Funkwecker als „optimalen Kosten-Nutzen-Effekt“; diese Form der Alarmierung sei die Zukunft, alles andere ein Schritt zurück. Eine Sirene werde auch nicht von allen Feuerwehrleuten gehört, schon gar nicht, wenn diese auswärts an ihren Arbeitsstellen seien. Ein entscheidender Faktor seien aber die Kosten: Drei Funkwecker für die drei aktiven Feuerwehrleute im Ortsteil Edeldorf kosteten rund 2100 Euro, eine neue Sirene einschließlich Mast und Fundament mindestens 20.000 Euro.

Der Zweite Bürgermeister Karl Völkl, selbst lange Zeit aktiver Feuerwehrmann, erläutert die Kosten einer neuen Sirenenanlage im Detail. Seinen Ausführungen zufolge kostet eine solche Anlage gut 20.000 Euro. Er kommt wie Rauh zu dem Schluss, dass Funkwecker die zeitgemäße und vor allem wesentlich billigere Variante seien.

Wehr will ihre Sirenen behalten

Heribert Schiller (CSU), der Vater des Edeldorfer Feuerwehr-Kommandanten Michael Schiller, verweist auf ein Angebot für eine elektronische Sirene in Höhe von nur 10.000 Euro. Er zeigt sich erstaunt, warum über dieses Angebot nicht gesprochen werde. Die Edeldorfer Wehr wolle ihre drei Sirenen-Standorte unbedingt erhalten, sagt er. Das unterstreicht auch Stefan Kett (FW), der Vorsitzende der Wehr.

Schiller hat nicht nur das weitaus günstigere Angebot als Argument; die Edeldorfer Wehr wolle ihre Sirenen-Standorte auch deshalb erhalten, weil nur über die Sirenen auch die „sehr vielen helfenden Hände“ alarmiert werden könnten, die nicht Mitglied der Feuerwehr seien. Im übrigen gebe es für neue elektronische Sirenen einen staatlichen Zuschuss, sagt er.

Herrlein: Müßige Diskussion

Nicht abschließend geklärt wird in der Sitzung, ob das Angebot für 10.000 Euro sich mit den Zahlen Völkls, denen das Angebot einer anderen Firma zugrundeliegt, vergleichen lässt. Der SPD-Sprecher Josef Herrlein winkt ab, man möge doch abstimmen, angesichts des enormen Preisunterschiedes für ein paar Funkwecker, selbst wenn man eine ganze Löschgruppe ausstatte, und eine neue Sirenenanlage erübrige sich eine weitere Diskussion. Zumal die Funkwecker dasselbe, wenn nicht gar ein besseres Alarmierungsergebnis zeitigten.

Erstaunt über das Beharren der Edeldorfer Wehr auf den Sirenen-Standorten zeigen sich auch Bernhard Kick und Florian Neumann (CSU), selbst aktiv in der Letzauer Wehr. Beide loben die Vorzüge von Funkweckern; Neumann berichtet aus eigener Erfahrung davon, dass Sirenen nicht von allen Feuerwehrleuten zu hören seien.

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