"Wir befragen jeden zweiten Wähler, damit die Auswahl per Zufall bestimmt wird", erklärt Wilhelm Üblacker. Gemeinsam mit seinem Sohn Julian sitzt er im Vorraum des Wahllokals im Gemeindehaus. Beide sammeln für das ZDF Umfragedaten für die 18-Uhr-Prognose.
"Die Teilnahme ist natürlich anonym und freiwillig. Es nehmen fast alle teil, die wir ansprechen. Ich würde sagen, 95 Prozent. Die Leute sind sehr aufgeschlossen und kommen uns da entgegen. Außerdem dauert die Datenerhebung nur eine Minute", ergänzt der Neustädter. Nachdem die Teilnehmer gewählt haben, erhalten sie einen Fragebogen mit acht Fragen. Die Mannheimer Forschungsgruppe interessiert dabei die soeben getroffene Wahl bei Erst- und Zweitstimme und die Partei, auf die die Entscheidung bei den vorherigen Landtagswahlen 2013 gefallen ist. So können Wählerwanderungen genau beobachtet und analysiert werden. Die restlichen Fragen behandeln Geschlecht, Alter und Berufstätigkeit.
"Viele Wähler sind zunächst verwundert oder meinen sogar, es sei ein Scherz", sagt Üblacker. Einige könnten sich auch nicht erklären, warum es die Forschungsgruppe genau nach Letzau verschlagen hat. "Wir gehen davon aus, dass das Ergebnis in Letzau aufgrund der örtlichen Strukturen dem bayerischen Gesamtergebnis sehr nahe kommt. Deshalb sind die hier gesammelten Daten besonders repräsentativ", weiß Üblacker die Antwort darauf.
Alle zwei Stunden leitet der Neustädter die bisher gesammelten Daten per Telefon an die Wahlforschungsgruppe weiter. Kurz nach Schließung des Wahllokals wählt er die Mannheimer Nummer dann zum letzten Mal. Das Ergebnis steht fest und es wird mit Hochdruck daran gearbeitet, die endgültigen Zahlen zu präsentieren.













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