23.07.2020 - 11:23 Uhr
LeuchtenbergOberpfalz

Debatte um Baugebiete in Leuchtenberg ohne konkretes Ergebnis

„Pfarrhäusl II“ und „Ringelbrunnen III“ sind zwei neue Baugebiete mit 33 Bauparzellen. Das für die Weiterentwicklung der Gemeinde sowie Auslastung von Kindergarten und Schule existenzielle Vorhaben findet nicht überall Zustimmung.

Unterhalb des Bergkegels das Baugebiet "Ringelbrunnen I". An dieses soll links "Ringelbrunnen III" anschließen.
von Ernst FrischholzProfil

In der Marktratssitzung in der Mehrzweckhalle gab es zwei zentrale Punkte: Die Vorstellung der Planentwürfe für die beiden Baugebiete und die Entscheidung darüber, ob die Kommune in die Bauleitplanung geht. Das Thema interessierte 17 Zuhörer, die unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln teilnahmen. Teils waren es Grundeigner, die wissen wollten, ob ihr Grund Bauland wird, teils Bauwillige, die hier ihren Traum vom eigenen Haus verwirklichen wollen, sowie Bürger der bereits bestehenden Siedlung „Ringelbrunnen I“, die scheinbar keine weitere Bebauung vor der Nase haben wollen.

Michael Wagner vom Planungsbüro Schultes in Grafenwöhr stellte die beiden Entwürfe vor, für die das Gremium im November schon Beschluss gefasst hatte. Nun wollten die Räte einen entscheidenden Schritt nach vorne gehen. Für „Pfarrhäusl II“ legte Wagner drei Varianten vor, die sich hauptsächlich in der Festlegung der Erschließungsstraße unterschieden. Für „Ringelbrunnen III“ zwei Varianten, die in sich von der Größe der Grundstücke (um 950 oder 750 Quadratmeter) abwichen. Ein Akt, der in anderen Gemeinden 30 bis 40 Minuten dauert. Nicht so in Leuchtenberg.

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Leuchtenberg

Es entwickelte sich eine Diskussion, die einer Erbsenzählerei glich. Argumente wie "Wenn der Wendehammer so groß ist, muss man drei Mal rangieren um zu wenden, wie groß müsste er sein, um nur zwei Mal zu rangieren?" oder "Ob Kellergeschosse über Grundstücksniveau herauskommen, wie Garagen ausgerichtet sein sollten, wie sich Bauherrn bezüglich der Ausrichtung ihres Hauses entscheiden könnten" und noch viel mehr Kleinigkeiten kamen zur Sprache. Es zog sich und zog sich. Immer wieder die gleichen Fragen und Einwendungen umformuliert. Bürgermeister Anton Kappl griff nicht ein.

Nach zweieinhalb Stunden verließen die Zuhörer entnervt die Sitzung. Erfahren hatten sie gar nichts. Danach ging es aber noch über eine Stunde ohne Publikum weiter. Gerlinde Janker (SPD) stellte hier die grundsätzliche Frage, ob Leuchtenberg so viele Bauplätze auf Vorhalt braucht. Das sah die CSU nicht so. Schließlich erfolgten die Aufstellungsbeschlüsse für die weitere Bauleitplanung. „Pfarrhäusl II“ mit elf Bauplätzen einstimmig, „Ringelbrunnen III“ mit den Gegenstimmen von Janker, Margareta Schieder-Beierl (SPD), Harald Dirnberger und Josef Bäumler (beide Freie Wähler).

Hier befolgte das Gremium den Vorschlag von Kappl, kleinere Grundstücke um die 750 Quadratmeter auszuweisen, weil man dadurch einer Doppelhausbebauung entgegen wirken kann. Damit stehen hier 22 Parzellen in der Planung. Beschlossen wurde weiter eine Satzung für die Begründung eines besonderen Vorkaufsrechts. Diese bezieht sich auf den Ortskern von Leuchtenberg und besagt nach Erläuterung des Rathauschefs, dass damit die Gemeinde bei Begründung eines öffentlichen Interesses bei Veräußerungen von bebauten und unbebauten Grundstücken ein Vorkaufsrecht ausüben kann. Weiter wurde festgelegt, dass sich der Markt an einem weiteren Förderverfahren zum Ausbau von gigabitfähigen Breitbandnetzen beteiligt. Die Markterkundung dafür nimmt die Breitbandberatung-Bayern in Neumarkt bei einer 100-prozentigen Förderung durch den Freistaat vor.

Eingangs der Sitzung hatte die SPD bereits nachgefragt, warum ihr Antrag auf Öffnung des Rathauses nicht auf die Ladung gelangt sei. Kappl erläuterte hierzu, dass er den Antrag an die Verwaltungsgemeinschaft weitergeleitet hat, da hierfür nicht der Markt, sondern die Verwaltungsgemeinschaft zuständig ist. "Wir sind der falsche Adressat", sagte der Bürgermeister.

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