04.10.2020 - 15:50 Uhr
LeuchtenbergOberpfalz

Dorferneuerung Leuchtenberg: Abspecken ist angesagt

Wünsche können nicht immer erfüllt werden. Trotz Förderung. Bei der anlaufenden „kleinen“ Dorferneuerung in Leuchtenberg müssen die Markttäte abspecken. Nicht alles ist finanzierbar. Aus fünf Großvorhaben werden deshalb zwei.

Die Gemeinde hofft, dass der Buswendeplatz nicht die gedeckelten Mittel verschlingt. Die Neigung abzusenken, wird wohl teuer werden.
von Ernst FrischholzProfil

Einer umfassenden Dorferneuerung in den 90 Jahren, in der Leuchtenberg komplett abgemöbelt wurde und man hierfür sogar den Europäischen Dorferneuerungspreis einheimsen konnte, schließt sich nun eine „Kleine Dorferneuerung“ mit punktuellen Projekten an. Bürgermeister Anton Kappl war es gelungen, dieses Szenario für Leuchtenberg an Land zu ziehen, was aufgrund der bereits gelaufenen Ortssanierung für den Markt neue Möglichkeiten öffnet, um hier punktuell nachzusteuern.

Zwei Tage begaben sich die Markträte in ein Seminar, um hier Maßnahmen auszuloten. Das Ergebnis waren fünf Projekte. Einmal die Ortseinfahrt Friedhof/Schule, dann der Buswendeplatz, der Badeweiher, die eingefallene Naturmauer am Turnierplatz der Burg und zudem eine fußläufige Verbindung vom Ortskern „Unteres Tor“ zum neuen Baugebiet „Am Pfarrhäusel“. Die Maßnahme läuft über das Amt für ländliche Entwicklung (ALF), für das Erik Bergner und Benjamin Quaast in der Marktratssitzung am Donnerstag vor Ort waren, als Marion Schichtiger und Verna Werner vom Planungsbüro Schichtiger in Wunsiedel in einem Planungsentwurf die von den Markträten gesetzten „Prioritäten“ vorstellten.

Erste Maßnahme ist die Ortseinfahrt an der Schule, die man entzerren und aufwerten will. Bezüglich des zukünftigen Gemeindezentrums sollen Akzente gesetzt werden. Der bisherige Schulhof soll keine Parkfunktion mehr heben. Die Straße oberhalb des Friedhofs gilt es auszuweiten und hier längs Parkplätze zu schaffen. Kaputte Bäume sollen dabei entfernt werden. Ersatzweise sind unterhalb des Friedhofs 18 Parkplätze in der Planung.

Der Buswendeplatz mit dem Kriegerdenkmal ist wohl „Priorität“. Wie Kappl erklärte, sei die Neigungswende zu hoch und der Busunternehmer moniere dies. Schichtiger legte hier verschiedene Modelle vor. Demnach gelte es, die Aufenthaltsqualität zu verbessern. Gar nichts gehe ohne eine Absenkung zu den oben anliegenden Anwesen. Eine Mauer, die hier abdichtet, schaffe nur die Möglichkeit, unten abzusenken. Eine Verlegung des Kriegerdenkmals würde zusätzliche planerische Möglichkeiten schaffen. Dagegen votierten Johannes Hartwig und Thomas Baier. Das Kriegerdenkmal mitten im Ort sei historisch und ein Teil der Geschichte.

Abschminken wird sich die Gemeinde wohl den Badeweiher. "Wenn wir hier investieren, schaffen wir eine Badeanlage und machen ein Fass mit nicht absehbaren Folgekosten auf", brachte Bürgermeister Kappl die Problematik auf den Punkt. Die eingefallene Mauer am Turnierplatz sei vom Budget her nicht machbar, sagte Schichtiger. "Sobald wir die Mauer anfassen, setzen wir vom Denkmalschutz her eine Maschinerie ins Laufen." Fünfter Punkt war eine Fußwegerschließung vom „Unteren Tor“ zum Neubaugebiet „Pfarrhäusl“. Hier stellte Bergner vom AFL klar, dass es sich hier um eine Neuerschießung handle und diese nicht förderfähig sei. Zudem betonte Bergner, dass die einfache Dorferneuerung "kein Wunschkonzert" sei.

Die von der Gemeinde eingereichten Projekte werden auf Förderfähigkeit geprüft. Das Budget ist gedeckelt. „Weniger ist mehr“, so das Resümee von Rainer Schmeidl, der die Meinung aller Gemeinderäte wohl auf den Punkt brachte. "Konzentrieren wir uns auf den Bereich Schule und Buswendeplatz und schaffen wir hier Akzente." Das Büro Schichtiger erstellt nun einen Dorferneuerungsplan. Dieser geht dann in die Genehmigungsphase.

Wasser und Abwasser in Georgenberg werden teurer

Georgenberg

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.