Leuchtenberg
27.06.2019 - 13:43 Uhr

Gebührenrochade

Die Marktgemeinde Leuchtenberg hat drei Wasserversorgungs- und drei Abwasserentsorgungsanlagen in Betrieb. Die Gebühren pendeln auf hohem Niveau. Dies zeigt die neue Gebührenkalkulation.

Zwei kleine Schilfbecken, davor ein betoniertes Absetzbecken. Die Abwasseranlage Kleinpoppenhof sieht aus wie ein Biotop. Was ist daran so extrem teuer im Betrieb?, fragen sich die sechs Anschließer. Bild: fz
Zwei kleine Schilfbecken, davor ein betoniertes Absetzbecken. Die Abwasseranlage Kleinpoppenhof sieht aus wie ein Biotop. Was ist daran so extrem teuer im Betrieb?, fragen sich die sechs Anschließer.

Schnelle Reaktion von Bürgermeister Anton Kappl. Über 40 Grad hatte es eine Stunde vor Sitzungsbeginn im Sitzungssaal des Rathauses, der direkt unter dem Dach liegt. Der Gemeindechef baute um. Ein Plakat am Rathaus wies darauf hin, dass die Marktratssitzung im Pfarrheim stattfindet.

Dort legte Bettina Radlbeck von der Kommunalberatung in Straubing die neuen Gebührenkalkulationen vor, die sie mit Unterstützung der Verwaltung erstellt hatte. Bei der Wasserversorgung betreibt die Kommune die Anlagen Leuchtenberg, Wittschau und Döllnitz. Für die Anlage Leuchtenberg geht der Kalkulationszeitraum von 2019 bis 2021. Hier gebe es eine Unterdeckung aus den drei Vorjahren von 24.147 Euro. Bisher lag der Abgabepreis pro Kubikmeter bei 2,21 Euro, und nun ergeben sich 2,48 Euro.

Bei der Anlage Döllnitz liegt eine Unterdeckung aus den Vorjahren von 12.345 Euro vor, die mit eingearbeitet ist. Bisher waren hier 2,36 Euro pro Kubikmeter Trinkwasser fällig, nun sind es 2,95 Euro. Die Anlage Wittschau weist aus den Vorjahren eine Überdeckung von 3668 Euro auf. Dies ist ein Grund, warum sich der Abgabepreis für den Kubikmeter von 3,47 Euro auf 2,97 Euro vermindert.

Einen Level höher ist das Preisniveau bei den Abwassergebühren für die drei Anlagen Leuchtenberg (in Michldorf), Wieselrieth und Kleinpoppenhof. Die in Michldorf neu erbaute Entwässerungsanlage Leuchtenberg wird für vier Jahre kalkuliert. Hier ergibt sich eine Unterdeckung von 90157 Euro, die auf die kommenden Jahre umgelegt werden. Bisher betrug die Abwassergebühr 5,59 Euro, nun ergibt sich eine Abgabe von 5,78 Euro. Die Gebühr ist gesplittet. Anschließer mit einem Regen- und Schmutzwasserkanal (Mischwasser) liegen bei 5,94 Euro und Anschließer mit einem reinen Schmutzwasserkanal bei 5,43 Euro.

Bei der Anlage Wieselrieth wird für 2019 bis 2021 kalkuliert. Hier ist einen Unterdeckung aus den Vorjahren von 8848 Euro mit umgelegt, sodass sich die bisherige Einleitungsgebühr von 5,48 Euro auf 7,61 Euro erhöht.

Ausreißer ist die Abwasseranlage Kleinpoppenhof. Oftmals diskutiert. Nur sechs Einleiter, geringe Abwassermenge aber hohe Betriebskosten. Hier hatte man eine Einleitungsgebühr für den Kubikmeter Abwasser von 13,73 Euro. 108 Euro Überdeckung ergeben sich aus den letzten Jahren. Nun gilt als neue Abwassergebühr bis 2021 für den Kubikmeter Abwasser 10,95 Euro. "Wenn ich ehrlich bin, solche Gebühren habe ich nirgends", stellte Kommunalberaterin Radlbeck heraus. Bürgermeister Kappl kündigte den Betrieb als Kleinkläranlage an, dann werden die Gebühren drastisch zurückgehen. Gespräche mit dem Wasserwirtschaftsamt laufen schon.

 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.