11.05.2021 - 13:54 Uhr
LeuchtenbergOberpfalz

Gemeinderat Leuchtenberg für Photovoltaik mit Augenmaß

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In der Marktgemeinde Leuchtenberg wären 55 Hektar „bevorzugtes Gebiet“ für Photovoltaik-Freiflächen und satte 153 Hektar dafür geeignet. Der Gemeinderat will die Planungshoheit behalten und ist für Augenmaß bei der Genehmigung.

Mit Photovoltaikanlagen auf Freiflächen - wie hier in unserem Beispiel bei Ammersricht - befasste sich der Gemeinderat Leuchtenberg in seiner Sitzung.
von Ernst FrischholzProfil

Verschiedene Anfragen und Anträge auf Errichtung von Freiflächen-Photovoltaik haben Bürgermeister Anton Kappl und die Marktgemeinderäte bewogen, an das "TeamBüro Markert" in Nürnberg die Erstellung eines Entwicklungskonzeptes zu vergeben. Dieses stellten Aline Schnee und Rainer Brahm in der Gemeinderatssitzung vor und zeigten Prioritäten in Form von Ausschlussgebieten und potenziell möglichen Flächen auf. Demnach sind 55 Hektar als bevorzugte Flächen und 153 Hektar als geeignete Flächen zu betrachten.

An der Autobahn A6 sind bereits 40 Hektar per Bebauungsplan möglich. Verwirklicht sind zwei Flächen bei Preppach und bei Steinach/Kalter Baum mit 7,5 Hektar. So werden in der Marktgemeinde bis jetzt schon 38 Prozent des Strombedarfs aller Haushalte durch erneuerbare Energien erzeugt. Die beiden Planer gingen auch auf das Landschaftsbild ein und stellten fest, dass sich die Windkraftanlagen der Gemeinde Wernberg-Köblitz an der Gemeindegrenze negativ auf dieses auswirkt. Mit Blick auf den Tourismus sei auch zu sagen, dass die meisten Erholungssuchenden nicht die Nähe zu solch technischen Anlagen suchten. Das Gutachten dient als Entscheidungshilfe für die Marktgemeinde. In jedem Fall werde ein Bebauungsplan benötigt, doch auf einen solchen habe niemand Anspruch.

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Für Rainer Schmeidl und seine CSU stand im Vordergrund, eine Zerstückelung der Gemeinde zu verhindern. Darum sprach er sich nur für die Gebiete entlang der A6 aus. "Wir sind aufgeschlossen, aber auch bereit ,stopp' zu sagen", so Schmeidl. Das sah auch das gesamte Gremium so, womit die Abstimmung einstimmig ausfiel. Der Gemeinderat sprach sich für die Zulassung der 55 Hektar Vorrangfläche entlang der Autobahn aus. Für weitere Vorhaben in den 153 Hektar als geeignet bezeichneten Flächen behält man sich die Einzelentscheidung vor.

Für den Bereich „Koberleite“ in Döllnitz gibt es Bauvoranfragen. Um hier eine Bebauung zu ermöglichen, ist nach den Worten von Bürgermeister Kappl eine Bauleitplanung in Form eine Einbeziehungssatzung nötig. Deren Erstellung beschloss der Gemeinderat. Baurecht würde es demnach für sechs Bauplätze geben.

"Wir sind aufgeschlossen, aber auch bereit ,stopp' zu sagen."

Rainer Schmeidl, CSU-Gemeinderat

 

 

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